Parteien haben einen Favoriten

Vor der Neubesetzung des Gemeindepräsidiums lässt sich die SVP mit Nominieren Zeit. SP und DU Dorf & Umwelt verzichten auf eine Empfehlung, die FDP unterstützt Bruno Seelos – und interessierte Bürger wollen mehr wissen.

Gert Bruderer
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BERNECK. Bleibt die CVP. Deren Vorstand (siehe Zeitung von gestern) will nächste Woche darüber beraten, wie es weitergehen soll. Das ist zu klären, weil die Partei Bruno Seelos nominierte und erst nachher ihr eigenes namhaftes Mitglied Margrit Wellinger ihre Kandidatur bekannt gab.

Seit 10. September sind die Ortsparteien fleissig damit beschäftigt, die Kandidierenden kennenzulernen, die von der Findungskommission auserwählt wurden. Der öffentliche Anlass mit den am Amt Interessierten findet derweil erst am 22. Oktober statt. Ursprünglich war vorgesehen, dass dann die drei von der Findungskommission erkorenen Kandidierenden (Silvia Lenz, Bruno Seelos und Werner Bolter) auftreten. Weil mit Margrit Wellinger eine weitere Kandidatin das Gemeindepräsidium übernehmen will, wurde beschlossen, auch sie zur Teilnahme einzuladen.

Viele Meinungen gemacht

July Thurnheer, ein Bernecker ohne politisches Amt, ist einer jener Wähler, die schon jetzt gern mehr über die Kandidatinnen und Kandidaten erfahren würden. Thurnheer hat deshalb zusammen mit Edith Schlegel (FDP) einen entsprechenden Anstoss gegeben und diese Woche einen Apéro mit Kandidat Werner Bolter vor dem Rathaus durchgeführt. Warum mit Bolter? Ursprünglich habe man alle einladen wollen, doch habe der Termin nicht allen gepasst, sagt July Thurnheer. Vielleicht bringe der Apéro etwas ins Rollen, was ihn freuen würde. Dass zum Auftakt Bolter teilgenommen habe, bedeute keinesfalls eine Favorisierung dieses Kandidaten, sondern habe mit einem neutralen Informationsbedürfnis zu tun.

Im Dorf scheinen viele Meinungen bereits gemacht. Die SVP hat zwar noch nicht nominiert. Ihr Präsident Diego Heule geht allerdings davon aus, dass es «auf Bruno Seelos hinauslaufen» dürfte.

Der in Berneck kandidierende Rorschacher Stadtschreiber habe zusammen mit Rorschachs SVP-Stadtpräsident Thomas Müller am Bernecker Anlass «SVP bi de Lüt» teilgenommen und hier Sympathiebekundungen erfahren.

FDP bleibt bei Entscheid

Die SP wird trotz neuer Ausgangslage mit nun vier Kandidierenden an ihrem Verzicht auf eine Wahlempfehlung festhalten. In Berneck sei die SP ja bloss eine kleine Gruppe, sagt Präsidentin Myrtha Mathis. Sie spricht also lediglich für sich selbst, wenn sie verrät, dass Silvia Lenz ihre Sympathie geniesst. Von der Kandidatur Margrit Wellingers zeigt Myrtha Mathis sich ebenso überrascht wie Karl Schwendener von der Gruppe DU Dorf & Umwelt. Auch DU gibt keine Wahlempfehlung ab, Karl Schwendener sagt aber, dass er sich fürs Gemeindepräsidium jugendlichen Schwung erhoffe und er selbst sich für Bruno Seelos ausspreche. Seelos kenne Berneck gut und könne auch auf die jüngeren Menschen im Dorf eine positive Wirkung haben. Hinzu kommt, dass Schwendener nicht in wenigen Jahren schon wieder einen Präsidenten suchen müssen will. Nicht wirklich verändert hat sich mit Wellingers Kandidatur die Ausgangslage aus Sicht der FDP. Parteipräsident Andreas Reis sagt, die FDP habe bereits nominiert und sich für Bruno Seelos entschieden. An diesem Entscheid zu rütteln, hat die Partei umso weniger Grund, als der zunächst parteilose Seelos inzwischen der FDP beitrat.

Überblickt man die Aussagen politischer Meinungsmacher aus Berneck, ist unverkennbar, dass Seelos zum gegenwärtigen Zeitpunkt von allen vier Kandidierenden derjenige ist, der die Nase vorn hat.