Ortsgemeinde erweitert Rebberg

ALTSTÄTTEN. Die Ortsbürgergemeinde Altstätten möchte ihren Rebberg am Forst um 37 Aren auf 200 Aren vergrössern und eine dritte Traubensorte anbauen. Damit verbunden sind auch ökologische Aufwertungen zusammen mit Pro Riet Rheintal. Unter anderem wird eine Trockensteinmauer gebaut.

Max Tinner
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Bürgerratspräsident Jacques Sinz zwischen zwei Rebflächen der Ortsbürgergemeinde Altstätten. Die Weide am Hang ob der Harztannenstrasse in der Bildmitte soll nun ebenfalls mit Reben bestockt werden. Mit welcher Sorte, ist noch offen. (Bild: Max Tinner)

Bürgerratspräsident Jacques Sinz zwischen zwei Rebflächen der Ortsbürgergemeinde Altstätten. Die Weide am Hang ob der Harztannenstrasse in der Bildmitte soll nun ebenfalls mit Reben bestockt werden. Mit welcher Sorte, ist noch offen. (Bild: Max Tinner)

98 Aren mit Blauburgunder-Rebstöcken und 65 Aren mit Chardonnay-Trauben bewirtschaftet die Ortsbürgergemeinde Altstätten am Südhang des Forsts. Nun sollen auf 37 weiteren Aren Rebstöcke gepflanzt werden. Die heute als Weide genutzte Fläche war früher schon ein Rebhang. «Altstätten war einst die grösste Rebbaugemeinde im Kanton», weiss Bürgerratspräsident Jacques Sinz. Damals, Anfang des 19. Jahrhunderts, gab es rund um das Städtli Altstätten 78 Torkel. Bis auf jenen der Ortsbürgergemeinde Altstätten auf dem Forst sind alle verschwunden. Die Reblaus grassierte auch im Rheintal und liess viele Rebbauern den Glauben an die Zukunft verlieren. Vermutlich wurde damals auch jene Fläche aufgegeben, die nun wieder bestockt werden soll.

Eine dritte Traubensorte

Anders als früher soll der Rebhang nun terrassiert werden, was die Bewirtschaftung erleichtert und sich auch günstig auf den Ertrag auswirkt. Beraten lassen hat sich die Ortsbürgergemeinde bei der Erarbeitung des Projekts von Markus Hardegger, dem Leiter der Fachstelle Weinbau am Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez. Welche Rebsorte gepflanzt werden soll, ist noch nicht entschieden. Eher als Blauburgunder oder Chardonnay werde man eine dritte Sorte wählen, sagt Jacques Sinz, eine, die zudem möglichst resistent gegen Pilzbefall sein soll.

Auch ökologisch sinnvoll

Mit dieser dritten Sorte hofft man auch, die Nachfrage nach Altstätter Wein noch steigern zu können. Die Rebbergerweiterung hat aber nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine ökologische Komponente, für die sich die Ortsbürgergemeinde mit dem Verein Pro Riet Rheintal zusammengetan hat. So wird man zwischen den Reben Wiesenblumen ansäen. Ausserdem baut man einer Hangkante entlang eine längere Trockensteinmauer. Angrenzende, steilere Hangpartien werden extensiviert und als Blumenwiesen angesät. Dort sind auch bereits einige Steinlinsen (in den Boden hinein reichende Steinhaufen) als Lebensraum für Kleingetier angelegt worden.

Kosten wird die Erweiterung des Rebbergs samt ökologischer Aufwertung gegen 140 000 Franken, wovon die ökologische Aufwertung etwas mehr als die Hälfte ausmacht. Pro Riet unterstützt das Projekt allerdings mit einem Beitrag von an die 60 000 Franken und trägt damit den Grossteil der Kosten für die ökologische Aufwertung. Die rund 80 000 Franken, die die Ortsbürgergemeinde für die Terrassierung des Hangs, das Pflanzen der neuen Rebstöcke und ihren Anteil an den ökologischen Aufwertungen aufzubringen hat, sind in der Investitionsplanung für das laufende Jahr enthalten. Sie wird der Ortsbürgerversammlung am Montag, 13. April, zur Genehmigung unterbreitet.

Öko-Direktzahlungen beantragt

Der Bürgerrat hofft, die Auslagen für die ökologische Aufwertung mit jährlichen landwirtschaftlichen Direktzahlungen in Höhe von 4000 Franken (für Biodiversitätsförderflächen mit einer hohen natürlichen Artenvielfalt) kompensieren zu können. Dazu ist allerdings zunächst eine Anerkennung des Rebbergs als landwirtschaftlicher Betrieb nötig. Ein Gesuch dafür ist dem kantonalen Landwirtschaftsamt eingereicht worden.

Und natürlich soll der Ertrag der neuen Reben über die Jahre auch die Investition in die Rebbergerweiterung refinanzieren. Werden im kommenden Herbst die Terrassen angelegt und nächstes Jahr die neuen Rebstöcke gepflanzt, ist das Jahr darauf mit einer ersten, vorläufig noch reduzierten Ernte zu rechnen und ab dem dritten Jahr erstmals mit einer ersten vollen Ernte von geschätzten 2,8 Tonnen (zusätzlich zu den 11 Tonnen aus den bestehenden Rebflächen). Dies bedeutet, dass es die dritte Weinsorte der Ortsbürgergemeinde Altstätten ab etwa 2019 zu kaufen geben wird.

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