Ortsbürger produzieren Strom

BERNECK. An der Bürgerversammlung akzeptierten die Stimmberechtigten den Antrag des Ortsverwaltungsrates, auf dem Turnhallendach des Stäpfli-Schulhauses eine Photovoltaikanlage zu bauen.

Maya Seiler
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Kaum Gegenstimmen: Die Photovoltaikanlage soll auf dem Dach der Stäpfli-Turnhalle zu stehen kommen. (Bild: Maya Seiler)

Kaum Gegenstimmen: Die Photovoltaikanlage soll auf dem Dach der Stäpfli-Turnhalle zu stehen kommen. (Bild: Maya Seiler)

In der evangelischen Kirche begrüsste Präsident Guido Seitz am Freitagabend 192 stimmberechtigte Ortsbürgerinnen und -bürger – knapp 20 Prozent – zur jährlichen Versammlung. Auch 2012 wies die Jahresrechnung der Ortsgemeinde einen erfreulichen Überschuss von gut 121 000 Franken auf. Wieder hat sie gemeinnützige und kulturelle Anlässe in grosszügiger Weise unterstützt. Der dafür aufgewendete Betrag ist gegenüber dem Vorjahr um fast 20 000 auf knapp 90 000 Franken gestiegen. Dazu gehören auch die Christbäume aus der eigenen Anlage im Unterrüden, die an Familien mit Kindern gratis abgegeben werden. Zu den 378 Bäumen aus eigener Zucht mussten vergangene Weihnachten 135 Tännchen hinzugekauft werden. Seit Anfang Jahr ist Ivan Jann Christbaumwart der Ortsgemeinde.

Ertrag für die Allgemeinheit

Ebenfalls beliebt sind die SBB-Tageskarten der Gemeinde. Die vier Abos kosten im Jahr 2013 52 000 Franken. Erstmals seit sechs Jahren ist die Auslastung der Flexy-GA unter die 95-Prozent-Marke gesunken. Vielleicht hatte das häufig schlechte Wetter des vergangenen Jahres einen Einfluss. Trotzdem will die Ortsgemeinde den günstigen Preis von 35 Franken beibehalten.

Dank grossem Grundbesitz ist die Ortsgemeinde wohlhabend; der Verkehrswert ihrer Grundstücke beträgt elf Mio. Franken. Die jährlich erwirtschafteten Mittel müssen zum Wohl der Allgemeinheit eingesetzt werden. So sprach der Verwaltungsrat auch einen namhaften Beitrag an die Renovation des Hauses Tigelberg, der für die Erneuerung der Küche gedacht ist. Damit erhöht die Ortsgemeinde im laufenden Jahr ihre Leistungen nochmals um mehrere Zehntausend Franken.

Solarenergie fördern

Da ihr ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Ressourcen ein Anliegen ist, möchte sie auch ihren Beitrag an erneuerbare Energien leisten. Daher schlug der Ortsverwaltungsrat der Bürgerversammlung vor, eine leistungsfähige Photovoltaikanlage auf dem Dach der Turnhalle Stäpfli zu finanzieren. Diese soll jährlich fast 67 000 kWh erzeugen, was den Stromverbrauch von etwa 19 Wohnungen deckt. Im Budget sind für den Bau 250 000 Franken vorgesehen. In der Diskussion meldete sich Urs Stieger zu Wort. Er hat schon mehrere Solar- und Photovoltaikanlagen beratend begleitet und steht voll hinter der Sonnenenergie. Er bat aber zu bedenken, dass bei einer Garantiefrist von 25 Jahren die Lieferfirma sorgfältig ausgewählt werden müsse, da bereits zahlreiche Solar-Unternehmen Konkurs gegangen seien. Auch erinnerte er an die Kosten für die periodische Reinigung der Solarpaneele.

Die Berneckerinnen und Bernecker folgten dem Antrag des Ortsverwaltungsrates mit zwei Gegenstimmen.

Die Versammlung 2013 dauerte mit 37 Minuten etwas länger als üblich, denn zum Schluss ergriff Ratsmitglied Thomas Lang das Wort, um Präsident Guido Seitz für 28 Jahre Mitarbeit im Ortsverwaltungsrat, davon 20 Jahre als Vorsitzender, zu danken. Wie immer schloss die Veranstaltung mit dem gemütlichen Teil in der Mehrzweckhalle, wo man bei Essen, Musik und dem Film «Jo, wosch no?» von Peter Sonderegger noch lange sitzen blieb.

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