Orient-Express: Alles einsteigen!

KRIESSERN. Von Paris aus durch die Schweiz, dann über Österreich nach Kroatien und weiter bis zur Endstation im Orient: Auf der Reise mit dem Männerchor Kriessern gab es viel Spannendes zu hören und zu sehen.

Uschi Dietsche
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Zahlreiche Lieder für eine weite Reise: Der Männerchor Kriessern. (Bilder: Uschi Dietsche)

Zahlreiche Lieder für eine weite Reise: Der Männerchor Kriessern. (Bilder: Uschi Dietsche)

KRIESSERN. Mit «Cancan» ging die Reise in Paris los. Der Männerchor sang das Stück aus der Oper «Orpheus in der Unterwelt» sehr klangvoll – und man konnte sich in diesem Saal in Kriessern gut vorstellen, wie wohl die Damen im Cabaret mit wehenden Röcken über die Bühne schweben. «Alls, was bruuchsch» brachte dann der Schaffner Patrick Gschwend seinem Fahrgast, der schönen Französin Katja Gschwend – sie führten gemeinsam durchs Programm.

Romanisch ging's weiter, bis in Wien «Aber bitte mit Sahne» für die Sachertorte verlangt wurde. Nach einer kurzen Panne im Zug ging's mit dem Männerchor Kriessern weiter auf Reisen – im Walzertakt «An der schönen blauen Donau». Spätestens danach wusste der ganze Saal, dass die Männer des Chors sehr sprachbegabt sind, sangen sie doch das kroatische Volkslied «Mala Moja». Dass Singen Durst gibt, merkte man, als alle «Griechischen Wein» forderten. Als der Zug am Ziel ankam, waren alle «Schwer mit den Schätzen des Orients beladen».

Die Titel der Lieder wurden ansprechend gewählt – sie klangen wie aus einem Reiseführer. Im Orient wurde schliesslich Marcel Hutter zum Eidgenössischen Veteranen gewählt, für 35 Jahre treues Mitsingen im Männerchor.

Das Theater «Durenand im Alpenland» strapazierte zudem die Lachmuskeln der Zuschauer. Auf der Krähenalp ging's heiter zu und her – und erfreulicher sowie weniger erfreulicher Besuch kam an diesem Tag zu Resi und ihrem Mann, der seinen Beruf Kuhmanager nannte (Claudia Dietsche, Remo Sieber). Das Fotomodell (Katja Gschwend) fand's ziemlich unhygienisch – und dass Milch so gut schmeckt, hätte es tags zuvor wohl auch nicht gedacht.

Mit der grossen Galina Medium (Irene Gschwend) kamen auch viel positives Tantra und einiges «Tschagga» auf die Alp. Eigentlich war schon genug los auf der kleinen Krähenalp, aber dann fanden auch noch zwei Gangster (Rolf Peischl, Manfred Lüchinger) auf der Flucht den Weg hinauf. Nach einigen Schüssen und gefesselten Geiseln lachten aber am Schluss die Älpler am lautesten. Wurde doch der gefundene, gestohlene Koffer von den Räubern wieder mitgenommen, nachdem er aber zuerst von Resi und ihrem Mann geleert wurde. So genossen sie den Abend allein und steinreich auf ihrer Krähenalp und erholten sich vom turbulenten Tag.

Reini Kobler konnte den Abend stolz Revue passieren lassen, sangen er und sein Chor doch schöne Lieder mit viel Abwechslung. Und die Theatergruppe war einmal mehr in Hochform. Es war schon fast taghell, als am Morgen danach die letzten Unterhaltungs-Gäste den Heimweg antraten.

«Durenand im Alpenland»: Der Titel des Schauspiels war Programm.

«Durenand im Alpenland»: Der Titel des Schauspiels war Programm.

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