Orgelrevision hat begonnen

AU. Die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg hat dieser Tage die Revision der Orgel in der Kirche Au in Angriff genommen. An dieser Orgel sind in den vergangenen Jahren einige Schäden und Abnützungserscheinungen aufgetreten.

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Blick über die demontierten Orgelpfeifen und weitere Instrumententeile, dahinter die «leer geräumte» Orgel. (Bild: Markus Löliger)

Blick über die demontierten Orgelpfeifen und weitere Instrumententeile, dahinter die «leer geräumte» Orgel. (Bild: Markus Löliger)

Die Revision lohnt sich, weil die Orgel klanglich in Ordnung und optimal auf den Kirchenraum abgestimmt ist. Dies hat eine umfassende Untersuchung der Orgel gezeigt. Nach der Revision wird die Orgel wieder für etwa ein Vierteljahrhundert ihren Dienst optimal erfüllen. Die Kirchgemeindeversammlung hat im März einen Kredit von 35 000 Franken gesprochen.

Ein einzigartiges Instrument

Die Revision in Au, die durch den einzigen Orgelbauer im Kanton St. Gallen, Walter Mutzner aus Rebstein, durchgeführt wird, ist besonders aufwendig, weil der Spieltisch mit mechanischer und pneumatischer Traktur ausgestattet ist. Diese technische Ausgestaltung einer Orgel mit zwei unterschiedlichen Systemen ist einzigartig und hängt damit zusammen, dass dieses Instrument ursprünglich aus Teilen zweier verschiedener Orgeln zusammengesetzt worden ist. Besonders ist auch die Platzierung auf der Empore. Diese Anordnung – so heisst es in den Berichten aus den Baujahren 1953 – 54 – sei erfolgt, «damit ihr keine falsche Wichtigkeit zugemessen und die Gemeinde nicht unnötig von der Verkündigung abgelenkt werde».

Tausende Einzelteile

Das Auer Instrument hat 16 Register mit 1105 Pfeifen. Davon sind 1033 aus Metall und 72 aus Holz gefertigt worden. Die grösste Pfeife ist 2,45 Meter lang, die kleinste 6 Millimeter kurz. Bei der gegenwärtigen Revision wird die Orgel komplett in ihre Tausende Einzelteile zerlegt, alles wird gereinigt, überholt und – wo nötig – geflickt oder ersetzt. Zum Innenleben einer Orgel gehört auch ein beeindruckendes Gewirr von Steuerungselementen und Luftzufuhr-Schläuchen zu jeder einzelnen Pfeife. Kein Wunder, dass eine Revision eines grossen zeitlichen und finanziellen Aufwandes bedarf. Dafür ist die «Königin der Instrumente» danach wieder für gut 25 Jahre in der Lage, grosse Kirchenräume mit ihrem Klang zu erfüllen.

Die Revisionsarbeiten widmen sich auch dem über die Jahre durch eine starke Luftbefeuchtung entstandenen Schimmelpilz. Eine bessere Luftzirkulation soll künftig dafür sorgen, dass der Pilz nicht mehr auftreten kann. Dieser hat zusammen mit dem über die Jahre angesammelten Staub die Mechanik der Orgel schwerfälliger gemacht und damit die Musik beeinflusst. Das seine dazu beigetragen haben zudem die nicht mehr dichten Blasbälge des Instruments. Diese werden ebenfalls repariert und zum Teil mit neuem Leder überzogen. (lö)

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