Orchesterverein kann auch modern

Modern und beschwingt zeigte sich der Orchesterverein Widnau. Beim Sommerkonzert wurde eher die leichtere Muse gepflegt, im Mittelpunkt stand ein Hackbrettkonzert.

Theodor Looser
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Der Orchesterverein Widnau spielt unter der Leitung von Tom Pegram. (Bilder: Theodor Looser)

Der Orchesterverein Widnau spielt unter der Leitung von Tom Pegram. (Bilder: Theodor Looser)

REBSTEIN. Am frühen Samstagabend fand in der evangelischen Kirche das traditionelle Sommerkonzert des Orchestervereins Widnau statt. Unter der Leitung seines langjährigen Dirigenten Tom Pegram konnte das Publikum ein interessantes und abwechslungsreiches Programm geniessen. Solist war Dario Schmid am Hackbrett. Der Anlass wurde am Sonntagabend im «Metropol»-Saal in Widnau wiederholt.

Quirliger Auftakt.

Hugo Eisenbart, Präsident des Orchestervereins, musste gleich zu Beginn einen Programmwechsel bekannt geben. Das Stück «I Left My Heart In Switzerland» von Christoph Walter müsse leider ausfallen, da Franz Ulmann, Solist mit dem Alphorn, wegen eines Unfalls den Solopart nicht spielen könne. Franz Ulmann spielt neben dem Alphorn auch Kontrabass im Orchesterverein, diese Funktion konnte er dagegen problemlos wahrnehmen. «An English Suite», eine quirlige, dreisätzige Komposition, wurde als Auftakt gespielt. Besonders lebhaft und beschwingt war der dritte Satz dieses anspruchsvollen Werks.

Kunstvoller Hackbretteinsatz.

Dann betrat der Star des Abends, der knapp 20-jährige Dario Schmid aus Eichberg, mit seinem Hackbrett die Bühne. Gemeinsam mit dem Orchesterverein spielte er das Konzert für Hackbrett und Streichorchester von Paul Huber (1918 – 2001), einem Schweizer Komponisten, der vor allem in St. Gallen wirkte und international bekannt war. Es war kein einfaches Stück, kunstvoll gaben sich Orchester und Hackbrett Antwort, konzertierten virtuos und spannungsgeladen dahin. Am Schluss des ersten Satzes konnte Dario Schmid mit einer Solokadenz brillieren. Diese Komposition hatte es in sich, sie hatte Niveau und erforderte vom Solisten und vom Orchester vollen Einsatz. Vor allem Dario Schmid zeigte grosses Können als Solist am Hackbrett. Tosender Applaus belohnte ihn und das Orchester.

Leicht Bekömmliches

Nach der Pause, Apéro und «Top Of The World» ging es weiter mit bekannten Melodien aus Film und Hitparade. «James Bond», «Star Treck», «Lady Madonna» und weitere Sounds und Ohrwürmer wurden gespielt. Der Orchesterverein zeigte, dass er nicht nur in der Klassik stark aufspielen kann, auch mit der leichteren Muse hatte er etwas zu bieten. «The Lord Of The Dance» kam beim Publikum sehr gut an, und so ging es weiter mit diesem ungewöhnlichen Konzertabend. Rhythmus und fetzige Melodien heizten den Zuhörern ein, die Stimmung in der Kirche war fast ausgelassen. Mit «Treasure» wurde der offizielle Teil beendet, Orchester und Dirigent durften stehende Ovationen entgegennehmen. Zugabe um Zugabe wurde gespielt, zuletzt wurde der dritte Satz des Hackbrettkonzerts wiederholt, und Dario Schmid durfte nochmals im Rampenlicht stehen.