OMR lässt zehnjährige Bäume fällen

HEERBRUGG. Nach kaum zehn Jahren muss der Schulrat der Oberstufen-Schulgemeinde Mittelrheintal (OMR) beim Schulhaus Am Bach zwei Bäume fällen lassen. Weitere werden folgen. Schulrats-Präsidentin Helga Klee räumt Versäumnisse ein.

René Schneider
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Gepflanzt haben die ungeeigneten Bäume andere Gärtner – gemäss dem Wunsch der Baukommission. (Bild: René Schneider)

Gepflanzt haben die ungeeigneten Bäume andere Gärtner – gemäss dem Wunsch der Baukommission. (Bild: René Schneider)

HEERBRUGG. Gartenbauer bemühen sich, mit einem kleinen Kran eine kräftige, aber noch nicht grosse Eiche samt Wurzeln aus dem Erdreich zu heben. Zwanzig Meter nördlich haben sie einen Maulbeerbaum ausgerissen. Entlang der Mauer beim Oberstufen-Schulhaus Am Bach steht ein halbes Dutzend weiterer Bäume. Schulratspräsidentin Helga Klee hat keine Freude an der Anfrage. Die Bäume seien krank, sagt sie. Sie verlören schon im Sommer Blätter. Ihr leichter Unmut ist verständlich. Sie ist sie nur noch ein paar Wochen im Amt und hat sich doch während 12 Jahren mit Leib und Seele für die OMR, die Jugendlichen, deren Eltern und die Lehrpersonen eingesetzt. Das sagt sie aber nicht, sondern nur die Wahrheit über die Bäume am Römerweg. Sie sieht gar in alten Protokollen nach. Es sei dort, damals, tatsächlich dumm gelaufen bei der Wahl der Bepflanzung. Nachdem Anwohner den Neubau um ein Jahr verzögert hatten und man sich geeinigt hatte, eine Mauer zu bauen, wollte die Baukommission diese hinter Bäumen tarnen. Sie beschloss, «einheimische Bäume» pflanzen zu lassen. Jetzt stehen dort Eiche neben Linde und machen sich zunehmend das Leben schwer. Die Nachbarn beginnen sich zu ärgern, dass kaum zwei Meter neben der Strasse Bäume wachsen, die ihnen immer mehr die Morgensonne wegnehmen. Dass die Bäume schwächeln, erstaunt nicht; schliesslich pflanzten unsere Vorfahren Eichen auf Dorfplätze oder Linden auf Hügel. Nicht zwischen Mauer und Strasse mit wenigen Metern Abstand zwischen den Stämmen. Der neue Schulrat wird wohl über kurz oder lang auch die verbleibenden Bäume ausreissen lassen müssen.

Ein Maulbeerbaum aber wird an einer anderen Stelle wieder gepflanzt, verspricht Helga Klee. Denn Handarbeitslehrerin Andrea Lüchinger braucht die Blätter – für die Fütterung ihrer sehr gefrässigen Seidenraupen.

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