Olivers Schicksal berührt

MARBACH. Im Heim Oberfeld in Marbach wird das Musical «Oliver Twist» von Charles Dickens aufgeführt. Eine Geschichte, die zu Herzen geht – war gestern von den Besuchern zu vernehmen.

Bea Sutter
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Die am Musical «Oliver Twist» mitwirkenden Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte leisteten Grossartiges vor und hinter den Kulissen. (Bild: Bea Sutter)

Die am Musical «Oliver Twist» mitwirkenden Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte leisteten Grossartiges vor und hinter den Kulissen. (Bild: Bea Sutter)

Im Heim Oberfeld ist das Musical-Fieber ausgebrochen. Nach fünf Monaten Probenarbeit, galt es am Dienstagabend ernst bei der öffentlichen Generalprobe. Die zweite Aufführung fand gestern Nachmittag statt. Heute Donnerstag um 9 Uhr erfolgt die Schüleraufführung und am Abend um 19.30 Uhr findet die Abendvorstellung statt. Unter der Regie von Heilpädagogin Andrea Hutter übten die Schülerinnen und Schüler, von der ersten Klasse bis zur Oberstufe, zusammen mit den Lehrkräften und Sozialpädagogen das Musical «Oliver Twist» von Charles Dickens ein.

Berührend dargestellt

Die Geschichte spielt sich in England, zur Zeit der industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts, ab. Der Waisenknabe Oliver Twist wächst in einem Armenhaus auf und sollte bei einem Bestatter arbeiten. Da er dort grausam geplagt wird, schlägt er sich nach London durch und gerät in die Fänge einer Diebesbande. Als Verletzter kam er in das Haus des wohlhabenden und gütigen Mister Brownlow. Nach weiteren Turbulenzen erfolgt das glückliche Ende: Die Verbrecher werden gefasst. Es stellt sich heraus, dass Oliver Mister Brownlows Grossneffe ist.

Wie die Darsteller die Geschichte interpretierten, mit Sprechrollen und Chorgesängen, das ging unter die Haut. Das Publikum war tief beeindruckt.

«Oliver» macht Zivildienst

Kevin Jüstrich aus Marbach, der die Rolle des Oliver spielt, leistet seinen Zivildienst im Heim Oberfeld. «Das Musical ist ein schöner Abschluss nach 15 Monaten», sagte er gestern. Es sei das erste Mal, dass er als Schauspieler auf der Bühne stehe. «Es ist schon speziell, aber eine schöne Erfahrung.»

Für Andrea Hutter ging mit der Realisierung des Musicals ein Traum in Erfüllung. «Ich wollte schon immer ein heim-übergreifendes Projekt auf die Beine stellen.» Alle vom Heim Oberfeld hätten irgendwo mitgemacht. Nebst dem Schauspiel mussten Kleider genäht und Kulissen gebaut werden – und viele Dinge mehr. «Das Musical ist ein Werk, über das sich das ganze Heim Oberfeld freuen darf.»

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