Ohne Marco fehlt die Begeisterung

BERNECK. Nie gab es einen Auftrag. Nie einen Verein. Die vorweihnachtlich geschmückte Gerbewiese in Berneck war immer eine Privat- und Bürgerinitiative. Initianten waren vor zehn Jahren Köbi Thurnheer, Marco Brander und Franz Eugster. Diesen Herbst ist Marco Brander erkrankt. Er erholt sich nur langsam.

René Schneider
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Die Gerbewiese am Dorfeingang von Berneck bleibt dieses Jahr ohne vorweihnachtliche Gestaltung und Veranstaltungen. (Bild: René Schneider)

Die Gerbewiese am Dorfeingang von Berneck bleibt dieses Jahr ohne vorweihnachtliche Gestaltung und Veranstaltungen. (Bild: René Schneider)

Berneck. Nie gab es einen Auftrag. Nie einen Verein. Die vorweihnachtlich geschmückte Gerbewiese in Berneck war immer eine Privat- und Bürgerinitiative. Initianten waren vor zehn Jahren Köbi Thurnheer, Marco Brander und Franz Eugster. Diesen Herbst ist Marco Brander erkrankt. Er erholt sich nur langsam. «Er tut mir leid, ich besuchte ihn, aber ich traute mich nicht mal, das Thema Gerbewiese zu erwähnen. Ohne ihn fehlten mir jedoch Antrieb, Vorfreude und Motivation», sagt Köbi Thurnheer. Und sinniert: «Vielleicht hätte ich bei der Gemeinde rechtzeitig bekannt geben sollen, dass ich dieses Jahr nichts unternehme. Vielleicht wären dann andere aktiv geworden.» Andererseits seien er und das Team niemandem etwas schuldig. «Wir haben es gemacht, weil wir es wollten, weil wir Freude daran hatten und an der Freude der anderen, aber daraus lässt sich kein Anspruch ableiten. Sie hätten jedoch jedes Jahr viel Lob und Zuspruch erlebt, viele hätten ihnen gedankt und ihnen ihre Freude mitgeteilt. Manche hätten ihnen auch spontan einen Vesper bezahlt.

Die Bevölkerung und alle Vorbeifahrenden haben von Jahr zu Jahr gespannt auf die Dekoration auf der Gerbewiese gewartet und sich dann während des Advents daran erfreut. Das habe er zu wenig bedacht, sagt Köbi Thurnheer. Entsprechend werde er jetzt mit Fragen eingedeckt und gebeten, die schöne Tradition fortzusetzen. Er schliesst nicht aus, dass die Gerbewiese nächstes Jahr wieder strahlen wird im Advent. Wer immer es dann an die Hand nehmen werde. Er könne sich eine Fortsetzung vorstellen «eventuell, und hoffentlich zusammen mit Marco Brander».

Die Idee zur ersten Gerbewiese-Dekoration hatte vor etwa zehn Jahren Köbi Thurnheer. Er ist Schlosser bei Federer Metallbau und empfand den beleuchteten Baum, etwas versteckt bei der Post, als etwas gar wenig an vorweihnachtlicher Dekoration. Anstatt zu schimpfen, entwickelte er eine bessere Idee und überzeugte seinen Freund und Elektriker Marco Brander. Ein paar Jahre zuvor hatte Köbi Thurnheer die Idee gehabt, die Gerbewiese mit ein paar Pflanzenkisten am Rand aufzuhübschen.

Sein Arbeitskollege Markus Seitz zeichnete einen Plan, der Gewerbeverein half bei der Umsetzung, und die Gemeinde bezahlte das Material.

Begeistern von Thurnheers Advents-Projekt liessen sich dann schnell auch Bernadette Brander, Hanspeter Breu, Dani Burri, Sepp Zeller, Paul Krüsi, Birgit Königsdorfer, Thurnheers Arbeitgeber Bruno Federer. Und andere.

Von Beginn weg erfreute die Privatinitiative mit der überraschend gestalteten Gerbewiese alle im Dorf.

Die Gestaltung änderte sich dann von Jahr zu Jahr, wurde immer grösser, aufwendiger, Gemeinde und Ortsgemeinde leisteten (bescheidene) Beiträge, und bald gab es gar eine Bühne, eine Hütte, ein Krippenspiel, Adventskonzerte.

Die Veranstalter aber blieben ein Grüppchen aus Privatpersonen, die mithalfen, wenn Köbi Thurnheer und Marco Brander riefen. Vielleicht rufen sie nächstes Jahr wieder. Oder andere übernehmen es.

Köbi Thurnheer (Bild: sc)

Köbi Thurnheer (Bild: sc)

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