«Ohne genaue Zahlen stimme ich Nein»

RÜTHI. An der Vorversammlung gab die Sanierung der Schulanlage Bündt zu reden. Alt Schulratspräsident Karl Mattle verlangte detailliertere Angaben zum Projekt - sonst werde er am Freitag Nein stimmen.

Max Tinner
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Die Bündt-Sanierung ist unbestritten nötig. Die Bürger hätten von den Behörden aber gerne genauer gewusst, wofür die 3,2 Mio. Franken ausgegeben werden. Von links: Gemeindepräsident Thomas Ammann, Schulratspräsident Hermann Wild, Oberstufenschulrat Andreas Graber. (Bild: Max Tinner)

Die Bündt-Sanierung ist unbestritten nötig. Die Bürger hätten von den Behörden aber gerne genauer gewusst, wofür die 3,2 Mio. Franken ausgegeben werden. Von links: Gemeindepräsident Thomas Ammann, Schulratspräsident Hermann Wild, Oberstufenschulrat Andreas Graber. (Bild: Max Tinner)

Seit der Information des Schulrates vom 11. März zur geplanten Sanierung von Schulhaus und Mehrzweckanlage Bündt rumort es in Rüthi. Den Schulbürgern passt es nicht, dass sie einen Kredit in der Höhe von 3,2 Mio. Franken für ein Projekt sprechen sollen, für das nicht im Detail feststeht, in welcher Bauweise es ausgeführt werden soll. Alt Schulratspräsident Karl Mattle verlangte darum an der gestrigen Vorversammlung von Schulratspräsident Hermann Wild detailliertere Angaben. Dass die Sanierung nötig sei, bestreite er nicht, «wenn aber an der Bürgerversammlung diesen Freitag nicht detaillierter dargelegt wird, wie die Sanierung erfolgen soll, werde ich Nein stimmen», kündigte Mattle an.

Kostenrahmen ausnutzen

Der Schulrat hat für die Sanierung wohl in Absprache mit dem Gemeinderat das Kostendach auf 3,2 Mio. Franken festgelegt. Man geht aber davon aus, dass die Unternehmen unter den Richtpreisen offerieren, mit denen die Planer kalkulieren, und wollte sich offen halten, diesen Spielraum für eine hochwertigere Sanierung zu nutzen.

Aufgrund der vielen Reaktionen seit dem 11. März hat sich der Schulrat mit den Planern vom Architekturbüro Göldi und Eggenberger zusammengesetzt. Gestern erklärte Hermann Wild, dass man jetzt schon sagen könne, dass es nicht nur eine verputzte Fassade mit Vordach geben werde, sondern eine hinterlüftete Fassade. Das Dach werde mit Tonziegeln eingedeckt. Für die Fenster werde man sowohl Kunststofffenster als auch Holz-Alu-Fenster ausschreiben und dann je nach Offertstellung entscheiden.

Die Kritik bezüglich der Differenz zu den letztes Jahr angekündigten Kosten – damals war man noch von 2 Mio. Franken ausgegangen – begründet Wild damit, dass man letztes Jahr grob und zu optimistisch geschätzt habe. Hinzu komme, dass Rüthi in der Zwischenzeit das Energiestadt-Label erhalten habe und daher energetisch höhere Anforderungen an die Sanierung öffentlicher Bauten gestellt werden müssten.

Gescheiter unter zweimal?

In Frage gestellt wurde gestern auch die mit einem halben Jahr knapp angesetzte Sanierungszeit. Werner Büchel befürchtet, dass darunter die Qualität leiden könnte und dass man die Sanierung gescheiter auf zwei Jahre verteilen würde. Dies würde die Sanierung um 90 000 bis 110 000 Franken verteuern, entgegnete Hermann Wild. Dies wegen der zweimaligen Baustelleninstallation und weil aufs Mal weniger Baumaterial eingekauft werden könne.

Mehr zur Vorversammlung in der morgigen Ausgabe.