Ohne Geheimrezept auf das Solarpodest

Marbach sticht bei der Nutzung von Solarstrom heraus. Anlagen der Kotexma und Kobelt Chicorée tragen dazu bei.

Hildegard Bickel
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Marbach liegt im kantonalen Solar-Vergleich weit vorne. (Bild: hb)

Marbach liegt im kantonalen Solar-Vergleich weit vorne. (Bild: hb)

Marbach nutzt 11,43 Prozent der gut geeigneten Dachfläche für Solarenergie und belegt damit im Ranking des Kantons St.Gallen Rang drei. Das zeigt eine Auswertung, die der WWF Schweiz Anfang Woche veröffentlichte. Alexander Breu sagt:

«Es ist uns bekannt, dass in der Gemeinde viel Fotovoltaik-Fläche im Verhältnis zur Einwohnerzahl vorhanden ist.»

Dennoch zeigte er sich überrascht von der vorderen Plat­zierung im kantonalen Vergleich der Gemeinden. «Klar, das bereitet Freude», sagt er.

Fördern gemäss 
Richtlinien

Marbach könne, wie andere Gemeinden auch, Förderbeiträge an Fotovoltaikanlagen leisten, sagt Alexander Breu. Das sei nicht ungewöhnlich. Warum Marbach trotzdem weit vorne liegt, hänge wohl mit zwei entscheidenden Punkten zusammen. Erstens handle es sich um eine klassische Wohngemeinde mit viel Eigentum und wenig Mietobjekten. Eigentümer liessen sich durch die Fördergelder motivieren, Solarpanels auf ihr Dach zu montieren.

Ausserdem machen sich in der Auswertung die Fotovoltaikanlagen bei Industriebetrieben bemerkbar. Ein mit Panels bedecktes Dach befindet sich auf der Chicorée-Anlage von Urban Kobelt. Auch die Solaranlage bei der Kotexma AG falle ins Gewicht.

Potenzial auf 
den Dächern

Der WWF Schweiz ruft die Gemeinden dazu auf, als Vorbild voranzugehen. Gut geeignete Dächer, die sich in öffentlicher Hand befinden, wie beispielsweise Verwaltungsgebäude, Schulen oder Turnhallen würden sich für Solaranlagen eignen. Alexander Breu zählt hierbei die Fotovoltaikanlage bei den Alterswohnungen und die Sonnenkollektorenanlage bei der Mehrzweckhalle auf.

Zudem werde bei entsprechenden Fragestellungen versucht, Energiesparmassnahmen umzusetzen. Etwa, wenn bei Gemeindeliegenschaften Bau- oder Renovationsarbeiten bevorstünden. Der WWF möchte mit dem Ranking aufzeigen, dass eine Lösung für die Klimakrise auch auf den Dächern schlummert. Die besten Gemeinden der Schweiz nutzen fast 23 Prozent ihres Potenzials für Solarstrom auf Dächern aus. Durchschnittlich stehen die Gemeinden jedoch erst bei rund drei Prozent.