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Offene Fragen zur Gerbe-Turnhalle

Fehlende Parkplätze und mangelhafte Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung: An einer Versammlung gibt die Sporthalle Gerbe zu reden. Ein weiteres Thema ist die Zentrumsentwicklung.
Jesko Calderara
Gemäss dem Modell könnte die geplante Dreifachturnhalle Gerbe im Innern etwa so aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

Gemäss dem Modell könnte die geplante Dreifachturnhalle Gerbe im Innern etwa so aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

Obschon er die Antwort wohl bereits kannte, verlangte Hannes Friedli vom Gemeinderat ein Bekenntnis zur behindertengerechten Bauweise der geplanten Dreifachturnhalle Wies. Der SP-Kantonsrat ist Präsident des Vereins PluSport Vorderland. Vizegemeindepräsidentin Susann Metzger sagte am Montagabend an der öffentlichen Versammlung im Kursaal unmissverständlich: «Ohne Beachtung des Behindertengesetzes werden wir keine Baubewilligung erhalten.» Mit dieser Antwort gab sich Paul Weder nicht zufrieden. Gemäss der neuen SIA-Norm 500 müsse eine Dreifachsporthalle je zwei behindertengerechte Toiletten und Garderoben vorweisen. Bei den vorliegenden Plänen würden diese jedoch fehlen, bemängelte Weder.

Diese Kritik wies Metzger zurück. Der Platz für die geforderte Infrastruktur in diesem Bereich sei vorhanden, sagte die Präsidentin der Projektgruppe Sporthalle. Zurzeit gebe es aber erst ein Vorprojekt. Die detaillierte Planung erfolge nach der Zustimmung zur Kreditvorlage.

Regionale Beteiligung nicht machbar

Ein weiteres Thema an der Versammlung waren die Parkmöglichkeiten rund um die Gerbe. Falls die Turnhalle mit ausziehbarer Tribüne und Bühne realisiert wird, könnten dort künftig Veranstaltungen mit bis zu 800 Personen durchgeführt werden. Einer der rund 150 Anwesenden gab zu bedenken, dass dafür bis zu 400 Parkplätze nötig sein werden. Gemäss den gültigen Normen müssen allerdings nur 112 nachgewiesen werden.

Bei der Gerbe, der Sefar und beim Schwimmbad gebe es genügend Parkplätze, sagte Metzger. «Bis zur Inbetriebnahme der Halle wird aber noch ein Verkehrskonzept erarbeitet.»

Grundsätzlich positiv zu einer Dreifachturnhalle Gerbe äusserte sich Urs Niederer vom FC Heiden. Er wies jedoch auf die zahlreichen Auswärtigen hin, die mit den Sportvereinen die Turnhallen in Heiden benützen. Seiner Ansicht nach wäre es deshalb nicht mehr als recht, wenn sich die Nachbargemeinden an der geplanten Sportinfrastruktur beteiligen würden. Diese Absicht verfolgte auch der Gemeinderat. «Es gibt bei den anderen Gemeinden im Vorderland aber keine Bereitschaft, sich namhaft an einer Dreifachturnhalle zu beteiligen», sagte Gemeindepräsident Gallus Pfister. Dies hätten Gesprächen im Rahmen der Standortorganisation «Appen­zellerland über dem Bodensee» gezeigt.

Gemeinde verfügt über Eigenkapitalpolster

In seinen Ausführungen ging Gallus Pfister zudem auf die Finanzierbarkeit des Vorhabens ein, das mit Zusatzoption 16,2 Millionen Franken kosten wird. «Wir gehen davon aus, dass eine Steuererhöhung nicht notwendig sein wird», sagt er. Grund dafür seien die steigenden Steuereinnahmen und das Eigenkapital der Gemeinde. Dieses betrug Ende 2017 rund 3,9 Millionen Franken.

Vision  Im zweiten Teil des Abends ging Gemeinderat Hans-Peter Häderli auf den Stand der Dinge bei der Zentrumsentwicklung ein. Mit verschiedenen Massnahmen und Projekten sollen belebte Plätze, ein attraktives öffentliches Verkehrsangebot und reizvolle Strassenräume geschaffen werden. Auch will sich Heiden dereinst für den Wakkerpreis qualifizieren. Der Masterplan dient dazu, die einzelnen Teilprojekte inhaltlich, zeitlich, organisatorisch und finanziell aufeinander abzustimmen. Der Perimeter wurde in acht sogenannte Interventionsräume eingeteilt. Einer davon ist beispielsweise der Bahnhof. Diesen müssen die Appenzeller Bahnen bis 2023 behindertengerecht umbauen. Der Gemeinderat will dort einen Bushof realisieren, sodass die Postautolinien nicht mehr im Zentrum enden. Weitere Interventionsräume sind die Bahnhofstrasse, der Kirchplatz, die Seeallee, die Poststrasse mit der «Alten Migros», die Werd-strasse sowie der Lindenplatz. Voraussichtlich im Sommer 2019 wird der Masterplan öffentlich vorgestellt. Geplant sind zwei «Echoräume», wo die Bevölkerung sich einbringen kann. (cal)

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