Offa-Polizisten verletzt

ST.GALLEN. Drei verletzte Polizisten an einem Abend: Die Vorfälle von Samstagnacht am Offa-Jahrmarkt überschatten den Anlass. Messeleitung und Stadtpolizei denken über Konsequenzen nach.

Diana Bula
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Der Offa-Jahrmarkt sei friedlich verlaufen, heisst es bei Polizei, Messe und Markthändlern – wäre nur der Samstagabend nicht gewesen. (Bild: Archiv/Urs Bucher)

Der Offa-Jahrmarkt sei friedlich verlaufen, heisst es bei Polizei, Messe und Markthändlern – wäre nur der Samstagabend nicht gewesen. (Bild: Archiv/Urs Bucher)

Es begann mit einem umgestossenen Kübel – und endete mit einem Gemenge mit vielen Involvierten: Als ein 23-Jähriger am Samstagabend um 22.45 Uhr am Jahrmarkt der Offa einen Abfallbehälter umkippte, wollte die Polizei «eine ganz normale Personenkontrolle durchführen», wie Oskar Schmucki, Mediensprecher der St. Galler Stadtpolizei, sagt. Dann geriet die Situation ausser Kontrolle.

Ein zweiter Mann, ebenfalls 23 Jahre alt, näherte sich von hinten und verpasste einem Polizisten einen Hieb ins Gesicht. Andere Jahrmarktbesucher – «rund ein Dutzend Menschen» – seien auf den Streit aufmerksam geworden und hätten sich mit den Männern gegen die Polizei verbündet, sagt Schmucki weiter. «Sie haben die Einsatzkräfte beschimpft, sie bedrängt, sie bei der Arbeit behindert.» Schausteller eilten den Polizisten schliesslich zu Hilfe.

«Alkoholisiert weniger Respekt»

«Ich war auf dem Heimweg, als ich sah, wie ein Polizist verprügelt und zu Boden gerissen wurde. Da bin ich eingeschritten», bestätigt ein Schausteller, der anonym bleiben möchte. Beim Gemenge wurde ein zweiter Polizist am Bein verletzt; er musste zur Behandlung ins Spital und fällt laut Polizeisprecher Schmucki für mindestens eine Woche bei der Arbeit aus.

Am gleichen Abend kam es um 23.15 Uhr an der Notkerstrasse zu einem weiteren Vorfall: Ein 18-Jähriger beschimpfte einen Polizisten und schlug ihm ins Gesicht. Die drei Täter werden wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte angezeigt. Sie waren alle angetrunken und hatten zwischen 1,13 und 2 Promille im Blut. «Mit zunehmendem Alkoholkonsum sinkt der Respekt, auch gegenüber der Polizei. Ausserdem fühlen sich viele in der Gruppe stark. Manche verhalten sich dann anders als üblich, und Einsatzkräfte werden rasch zu Gegenspielern erklärt», sagt Schmucki. Der Frühlingsmarkt sei im Vergleich zur letztjährigen Olma – Markthändler hatten die Zustände damals wegen pöbelnder und randalierender Besucher als «nicht haltbar» bezeichnet – jedoch friedlich verlaufen. Schmucki: «Nur der Samstagabend hatte es in sich. Wir werden besprechen, ob und welche Massnahmen – etwa die Einsatzteams zu vergrössern – wir deswegen ergreifen werden.»

«Trister Abschluss»

Auch Peter Hutter, Präsident der Sektion Ostschweiz des Schweizerischen Marktverbandes, bedauert, «dass ein friedlicher Jahrmarkt so enden musste». Nicolo Paganini, Direktor der Olma Messen St. Gallen, findet deutlichere Worte: «Solche Übergriffe auf die Polizei sind inakzeptabel.» Bald finde der nächste Runde Tisch mit der Stadtpolizei statt. «Dort besprechen wir, ob es neue Erkenntnisse gibt, die wir ins Sicherheitskonzept integrieren.»