Oberstufe im Mittelrheintal probt in der Corona-Krise den Online-Unterricht

Die Oberstufe Mittelrheintal (OMR) nutzt die Corona-Krise als Chance und unterrichtet online – nach einem Spezialstundenplan.

Gert Bruderer
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So fand die interne Info für Lehrerschaft und Hauspersonal statt: Mit viel Abstand zwischen den Stühlen.

So fand die interne Info für Lehrerschaft und Hauspersonal statt: Mit viel Abstand zwischen den Stühlen.

Bild: Gert Bruderer

Am Montagmorgen wurden die rund 50 Lehrerinnen und Lehrer sowie das Hauspersonal über die vorübergehend völlig andere Organisation an der Schule in Kenntnis gesetzt. Am Nachmittag erfolgte für die Lehrkräfte die Einführung in den Online- Unterricht.

Für Mittwoch ist die Information der Schülerinnen und Schüler vorgesehen. Sollte der Bundesrat bis dahin keine weiteren Einschränkungen erlassen und derartige Zusammenkünfte nicht generell verbieten, ist folgender Ablauf geplant: Die Jugendlichen kommen nach ei­nem klar festgelegten Ablauf gestaffelt für eine Viertelstunde zur Schule.

Ivo Riedi: «Krise als Chance sehen»

Wie sehr hier auf körperliche Distanz geachtet wird, war am Montag zu sehen. Zwischen den fünfzig in der Aula bereitgestellten Stühlen war ein ordentlicher Abstand und auch in persönlichen Gesprächen wahrte man die nötige Distanz.

Schulpräsident Ivo Riedi rief die Anwesenden dazu auf, die Corona-Krise als Chance zu sehen, sich auf die Stärken der Schule zu besinnen, sich auf Neues einzulassen, auszuprobieren und dazuzulernen. Schulleiter Markus Waser ermunterte ebenfalls dazu, das Beste aus der gegenwärtigen Situation herauszuholen, das Glas als halbvoll statt als halbleer zu betrachten, einander gegenseitig zu unterstützen und die nächsten Wochen auch für die Erledigung alter Pendenzen zu nutzen. Beispiele sind das Aufräumen des Labors oder zu treffende Vorbereitungen für die Sportoberstufe, generell ermunterte Markus Waser zu eigenverantwortlichem Wirken. Markus Waser und Vize-Schulleiter Joachim Salokat werden in den nächsten Wochen stets vor Ort, sprich in der Schule sein, wobei natürlich eine Vielzahl zwischenmenschlicher Kontakte virtuell stattfinden werden. Und bei Besprechungen von Angesicht zu Angesicht sei die gebotene Distanz einzuhalten, sagte der Schul­leiter.

Dank Oliver Morandi und dem IT-Team ist es möglich, einen Online-Unterricht durchzuführen. Stattfinden soll der Unterricht in Blockzeiten. Jeweils die Hälfte der Lehrerin­-nen und Lehrer werden in den nächsten Wochen in der Schu­- le sein, die andere Hälfte zu Hause.

Schulstoff ist «auch wichtig, aber sekundär»

Für die Umsetzung des Online-Unterrichts üben sie am Dienstag in Zweiergruppen: die daheim gebliebene Lehrkraft übernimmt die Rolle des Schülers, sein Kollege oder die Kollegin die Rolle des Lehrers.

Die Lehrkräfte arbeiten in den nächsten Wochen je vier Stunden am Vormittag und am Nachmittag. Sie halten strikt die folgenden Präsenzzeiten ein: montags bis freitags von 8 bis 11 sowie von 13.30 bis 16.30 Uhr. Die übrige Arbeit wird im Rahmen von Gleitzeit erledigt. Jeder Klassenlehrer und jede Klassenlehrerin ist verantwortlich für die Sicherstellung des Unterrichts in seiner oder ihrer Klasse. Diese und die beiden nächsten Wochen bezeichnete Schulleiter Markus Waser am Mon­- tagmorgen als Gelegenheit, zu schauen, wie der Online-Unterricht funktioniert. Der Schulstoff sei in dieser Zeit auch wichtig, aber sekundär.

Spezialstundenplan für zwei Wochen

Für Mittwoch ist vorgesehen, die Jugendlichen zu informieren. Diese Info dauert jeweils rund 15 Minuten. Die Schülerinnen und Schüler sind angehalten, pünktlich zu erscheinen und nach der Info unverzüglich wieder nach Hause zu gehen.

Damit nicht viele Jugend­liche aufeinandertreffen, ist zwischen den einzelnen Info-Blöcken jeweils ein zeitlicher Abstand von 15 Minuten einge­- plant.

Bis am Freitag liegt der Spezialstundenplan für die folgenden zwei Wochen vor. Am Montagmorgen war bereits klar: Bei einer Streichung des Unterrichts in den Schulhäusern bis zu den Sommerferien ist «in den Frühlingsferien fundamental neu zu planen», sagte der Schulleiter.

Seit der Medienkonferenz des Bundesrates am Freitag ist die Webseite der OMR stark frequentiert worden. 1500 Klicks seien es am Freitagabend ge­wesen, sagte Joachim Salokat, 1400 am Wochenende. Salokat empfahl, die Webseite der Schule weiterhin zu nutzen, weil hier Wichtiges zu finden sein wird.