Oberriet
Zweimal ausverkauft: Die Givo-Gutscheine des Gewerbe- und Industrievereins Oberriet kommen gut an

Die Corona-Aktion des Gewerbe- und Industrievereins Oberriet stiess letztes Jahr auf grosse Akzeptanz. Die Gemeinde hält zusammen.

Kurt Latzer
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«Einige der Givo-Mitglieder haben auf den 20-Franken-Beitrag des Vereins an den Gutschein verzichtet. Wir sollten den Betrag denjenigen geben, denen es schlechter ginge, hiess es unter anderem», sagt Patrick Quauka.

«Einige der Givo-Mitglieder haben auf den 20-Franken-Beitrag des Vereins an den Gutschein verzichtet. Wir sollten den Betrag denjenigen geben, denen es schlechter ginge, hiess es unter anderem», sagt Patrick Quauka.

Bild: Max Tinner

Das Ziel der Gutscheinaktion des Gewerbe- und Industrievereines Oberriet (Givo) war, die von den Corona-Massnahmen arg gebeutelten Vereinsmitglieder im Rahmen der Möglichkeiten zu unterstützen. Jeder Erwachsene in der Fünf-Dörfer- Gemeinde konnte Gutscheine im Wert von 220 Franken beziehen, bezahlte aber dafür nur 200 Franken. Die zusätzlichen 20 Franken bezahlte der Verein. Die Aktion wurde Anfang Mai 2020 lanciert und dauerte zwei Wochen.

«Die erste Corona-Aktion ‹Gutscheine 200+20› im Frühling wurde von knapp 80 Personen genutzt. Es wurden insgesamt Gutscheine im Wert von fast 20'000 Franken ausgegeben», sagt Patrick Quauka, der Aktuar des Gewerbe- und Industrievereins. Das Echo auf die Aktion des Gewerbes sei durchweg positiv gewesen, so Quauka weiter. «Im Bewusstsein, dass dies nur ein Tropfen auf den heissen Stein war, konnten wir zumindest einen Anreiz schaffen, sich dem einheimischen Gewerbe gegenüber solidarisch zu zeigen», sagt das Vorstandsmitglied.

Besonders auf Weihnachten waren Gutscheine gefragt

In der Adventszeit war das Interesse besonders gross. Dies auch, weil der Gewerbe- und Industrieverein mit einem Mailing an die Mitglieder die Bevölkerung nochmals für sein Anliegen sensibilisierte. So wurden in der Weihnachtszeit nochmals für rund 45'000 Franken Gutscheine verkauft. «Dies führte dazu, dass wir zwischenzeitlich zweimal ‹ausverkauft› waren und auf die Lieferung von weiteren Gutscheinen warten mussten, weil wir die zuerst produzieren mussten», sagt Patrick Quauka.

Ei­nige Unternehmen hätten zum Erfolg beigetragen, indem sie anstelle des Weihnachtsessens ihren Angestellten Givo-Gut­scheine aushändigten. «Sehr erfreulich war, wie solidarisch die Leute gerade in der Weihnachtszeit gedacht haben», so der Givo-Aktuar. Von den im letzten Jahr ausgegebenen Gutscheinen wurden bereits knapp 30'000 Franken bei Givo-Mitgliedern wieder eingelöst.

Über 40 verschiedene Geschäfte waren bei den Einlösungen involviert. Ne­ben der Ausgabe der 200+20- Gutscheine bot der Givo-Vorstand seinen zahlreichen Mitgliedern auch an, den fälligen Mitgliederbeitrag ganz oder teilweise zu erlassen. Diese Möglichkeit nahmen sieben Mit­glieder in Anspruch. «Ob auch dieses Jahr Mitgliederbeiträge reduziert werden, hat der Vorstand noch nicht beschlossen», sagt Patrick Quauka. Der Givo-Vorstand werde sich im Hinblick auf die Hauptversammlung bestimmt wieder mit diesem Thema befassen.

Lange Massnahmenzeit macht allen zu schaffen

Sind die Auswirkungen der aktuellen Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie für den Givo schlimmer als im Frühjahr 2020? «Die Massnahmen mit Homeoffice, Schliessung der Einkaufsläden und Gastronomie sind ähnlich wie im Frühjahr 2020», sagt Quauka, «nur die Dauer der Pandemie geht verschiedenen Betrieben an die Substanz.»

Seit bald einem Jahr herrschten mehr oder weniger Einschränkungen. Verschiedene Branchen seien in ihrem wirtschaftlichen Handeln eingeschränkt und könnten so nicht den nötigen Umsatz generieren. Dies könne zu Unsicherheiten und Ängsten führen.