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OBERRIET: Sunnabrand am Schollastrand

Mit 320 Sonnentagen im Jahr – einem Geschenk vom Himmel – wird Oberriet zum Tourismusort schlechthin mit Oliven- plantagen und Ananasfeldern, Alligatoren im Kanal und einem Strand mit Korallenriff am Wichenstein.
Andrea Kobler
Die Mädchen mittel geniessen das Strandleben mit dem Rhönrad.

Die Mädchen mittel geniessen das Strandleben mit dem Rhönrad.

Auf dem Flughafen «Oak Wise» in Eichenwies ist einiges los. So gehen nicht nur das Muki- und Kindergartenturnen anlässlich der Turnerunterhaltung des STV Oberriet-Eichenwies mit Koffer auf Reisen. Flugzeuge landen hier im Stundentakt. Gäste wie Hannelore und Pirmin fühlen sich im 7-Stern-Hotel in St. Kobelritz rundum wohl. Mamfred und Cindy geniessen das Leben mit Ballermann – und meist auch ohne ihre neugeborene Tochter Maja, die mal auf dem Flughafen-Förderband, dann im Lokal des Musikvereins Harmonie vergessen wird. Hannelore will Oberriet mit all seinen Facetten kennen lernen. Besonders spannend findet sie das Training mit Coach Kurt. Ihm stehen allerdings auch die Mädchen klein in keiner Weise nach.

Party im Ballerriet und gelbe Socken

Das Schollenriet wird zum Ballerriet mit Vanilla Club. Die kleinen Knaben feiern mit «Ballerriet da bin ich dahei», eine Party. Der Auftritt von Nicki Brause mit seinem Song «Sunnabrand am Schollastrand» wird zum stimmungsmässigen Höhepunkt. Während der Pause wird Brause von den Fans umgarnt, verteilt Autogramme und verkauft CDs. Hannelore und Pirmin machen auf der Schollenriet-Safari mit Guide Koni Chäller Jagd nach wilden Tieren wie der Isenriet-Geiss. Während Pirmin sich in der Schusslinie seiner Frau in Gefahr befindet, lässt die Männerriege die Puppen tanzen. Der Strand in Wichenstein präsentiert sich wie in einem Hochglanzprospekt. Das zieht nicht nur Mamfred und Cindy an, sondern auch die Aktivriege. Am Strand tummeln sich auch die Mädchen mittel mit einer fröhlichen Darbietung – unter anderem mit dem Rhönrad. Langsam wird der Dorfbevölkerung der Massentourismus zu viel. Es wird demonstriert – mit Bäuerin Gerda, Pontonier und dem Musikanten, der die gelben Socken seiner Uniform auch im Sommer nicht ablegen darf.

Unspunnenstein und Tetrabänder

Hannelore macht sich Gedanken über die Klimaerwärmung, surft und erfährt per Audioguide vieles über Oberriet – nur die neusten News hätte sie sich direkt bei der Papeterie Rita einholen müssen. Hannelores Fazit nach tiefer Recherche ist klar: Irgendetwas an den tropischen Temperaturen in Oberriet – während die Vorarlberger Berge bereits mit Schnee überzuckert sind – kann nicht stimmen. Währenddessen wird der Ansturm auf das Dorf immer grösser. Vier Stunden beträgt die Wartezeit für die beliebte Hafenrundfahrt der Pontoniere bereits, welche die Leichtathleten mit Gymnastik und Seilspringen in verschiedenen Variationen interpretieren. Schliesslich auch zu lange für Mamfred, Cindy und den ein Hannelore-freies Wochenende geniessenden Pirmin, die sich schliesslich lieber wieder an die Vanilla-Club-Bar zurückziehen. Die Knaben mittel setzen sich in der Zwischenzeit nicht nur mit Touristen, sondern auch der Schweizer Kultur auseinander – mit Schwingen, Unspunnenstein heben, Bodenturnen und und Pyramidenakrobatik. An der Bar geniesst Pirmin beim deutschen Psychiater Justus ein Seminar für sein Selbstwertgefühl, bis der Abend mit den mit Walking-Stöcken und Tetrabändern tanzenden Fitnessriege ausklingt.

Doch dann kommt Hannelore den Betrügern auf die Spur: Ein Puch, ohne Katalysator und ständig im zweiten Gang drehend, ist Grund für die Klimaerwärmung. Mit «Highway to Hell» von AC/DC können sich die Knaben gross richtig ausleben, unter ande­- rem mit einem Sprung durch einen Töfflipneu. Die Winterjacken sind angezogen und die Sünder Coach Kurt und Touren-Guide Koni Chäller machen sich unter Hannelore, der Präsidentin der Kommission gegen Klimawandel, und mit der Unterstützung der fetzigen Darbietung der Damenriege an die Renaturierung des Schollastrandes. Der Badespass in Oberriet ist vorbei. Zumindest bis zum nächsten Sommer. Denn dann wird der Oberrieter Turnnachwuchs bestimmt wieder anstimmen: «Sunnabrand am Schollastrand, äs bliebt dabii, da Summer god nia meh vabi.»

Andrea Kobler

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