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OBERRIET: Noch näher an der Natur

Die Gemeinde will einen vorn geschlossenen Steg ins Wichensteiner Seeli hinaus bauen. Von dort aus wird man Tiere beobachten können, ohne sie zu stören.
Max Tinner
Am Wichensteiner Seeli wird man die Vögel bald aus dem Verborgenen beobachten können, ähnlich wie hier im Neeracherried. (Bild: BirdLife Schweiz)

Am Wichensteiner Seeli wird man die Vögel bald aus dem Verborgenen beobachten können, ähnlich wie hier im Neeracherried. (Bild: BirdLife Schweiz)

Max Tinner

Der Wichensteiner See und das Seeli in der Grube Loo gleich daneben sind echte Bijous. Es sind ehemalige Lehmgruben, in denen eine Ziegelei ihren Rohstoff gewann. Heute sind sie ein Naturparadies, in dem man zahlreiche Vögel beobachten kann. Künftig sogar noch näher – dank eines Aussichtsstegs, der in den See hinaus gebaut werden soll. Die Vögel auf dem See bleiben trotzdem ungestört, weil der Steg beidseitig mit Lärchenholz verschalt und im vorderen Bereich auch gedeckt wird. Man wird die Natur durch Sehschlitze beobachten. Solche sogenannte Be­obachtungshides (das englische Hide bedeutet so viel wie Versteck) gibt es auch andernorts in Vogelschutzgebieten.

Gebaut werden soll der Steg direkt an der Brunnackerstrasse, etwa in der Mitte der Strecke, auf der sie dem See entlang führt. Bauvisierpflöcke markieren momentan die Stelle. Von der Spitze des etwa sieben Meter übers Ufer hinaus ragenden Stegs aus wird man künftig direkt an die Flachwasserzonen am Rand der Inselchen im See sehen können. Diese Flachwasserzonen sind im Rahmen eines ersten Aufwertungsprojektes vor acht Jahren geschaffen worden. Sie sind für Vögel sehr attraktiv, weshalb die Stelle auch für Naturbeobachtungen besonders geeignet ist.

Besserer Schutz für wandernde Amphibien

Der Beobachtungssteg ist Teil einer zweiten Aufwertungsetappe der Gemeinde Oberriet für das Naturschutzgebiet Wichenstein-Loo. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts, das vom Balgacher Umweltingenieurbüro OePlan erarbeitet worden ist, sind Verbesserungen im Amphibienschutz. Der Wichensteiner See ist ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Zu Aberhunderten krabbeln die Erdkröten jeden Frühling vom Semelenberg zu ihrem Laichgewässer.

Zu deren Schutz werden vom Bauamt zur Laichzeit temporäre Strassensperren und Amphibienzäune aufgestellt. Mitglieder des Naturschutzvereins Oberrieter Natur sammeln hier die Tiere ein, tragen sie über die Strasse und setzen sie am Ufer des Sees wieder aus. Der Aufwand ist aber enorm. Unbefriedigend ist aus­serdem, dass die mobilen Strassensperren immer wieder umfahren oder gleich grad zur Seite gestellt werden, weshalb dann halt doch viele Kröten überfahren werden.

Drei fix installierte Barrieren, die zur Laichzeit jeweils nachts geschlossen werden, sollen den Verkehr künftig effektiver fernhalten. Eine der drei Barrieren wird nur die halbe Strasse sperren. Anwohner werden daher weiterhin zu- und wegfahren können. Weil die andern Barrieren die ganze Strasse sperren, wird aber keine Durchfahrt mehr möglich sein. Der Verkehr von und nach Kobelwald wird über die Kronengasse umgeleitet. Damit kann man künftig auf einen Teil der Amphibienzäune verzichten, was den Aufwand für Bauamtsmitarbeiter und Naturschützer erheblich mindern wird. Ausserdem sollen zehn Stras­senentwässerungsschächte mit Matten ausgestattet werden, an denen Kröten, die in die Schächte gefallen sind, wieder herausklettern können.

Ein dritter Schwerpunkt des aktuellen Projekts gilt der In­formation der Spaziergänger im Naturschutzgebiet. Dazu sollen beim Naturschutzzentrum (dem ehemaligen Eichenwieser Schützenhaus), beim Parkplatz an der Kellenstrasse sowie am Fussweg vom Loo her je eine neue Info­tafel aufgestellt werden.

Kosten wird diese zweite Aufwertungsetappe 250000 Franken, wobei die Gemeinde davon ausgeht, dass sich auch Kanton und Umweltverbände beteiligen werden. Bis letzten Mittwoch lag das Projekt auf der Gemeindeverwaltung auf. Die Baubewilligung ist noch ausstehend.

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