Oberriet
Nistplätze erhalten, Bevölkerung sensibilisieren: Die Mauersegler kommen

Die Naturschutzkommission Oberriet kümmert sich um den gesetzlichen Gebäudebrüter-Schutz und bittet um Brutstandort-Meldungen.

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Mauersegler legen in ihrem Leben bis zu vier Millionen Kilometer in der Luft zurück.

Mauersegler legen in ihrem Leben bis zu vier Millionen Kilometer in der Luft zurück.

Bild: PD

(ca/pd) Die Mauersegler sehen den Schwalben sehr ähnlich, sind aber nicht mit ihnen verwandt. Gemeinsam ist den beiden allerdings, dass sie zu den Gebäudebrütern gehören, die üblicherweise an Felsen, in Höhlen von Bäumen oder in alten Dachstöcken von Gebäuden brüten. Am liebsten immer am gleichen Ort, denn die Mauersegler sind monogame und standorttreue Tiere, die bis zu 20 Jahre alt werden. Wenn sie einen guten Niststandort gefunden haben, kehren sie jedes Jahr dorthin zurück. Oft wird das von uns Menschen nicht bemerkt, da die Vögel keinen Schmutz an Fassaden oder am Boden hinterlassen.

Problematisch wird es für die Mauersegler, wenn der Eingang zum Nistplatz oder der Nistplatz selbst durch eine Renovation am Gebäude zerstört oder verschlossen wird. Das passiert leider sehr häufig, da die Vögel für ihr Nest dunkle Nischen und Winkel brauchen und diese vorwiegend nur an älteren Gebäuden zu finden sind. Die Nester und Brutstätten der Mauersegler sind jedoch gesetzlich ganzjährig geschützt.

Bevölkerung sensibilisieren

Die Naturschutzkommission der Gemeinde Oberriet hat sich zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung für diese eindrücklichen Sommerboten und deren Schutz zu sensibilisieren. Die Mitglieder engagieren sich unter anderem dafür, bestehende Nistplätze zu erhalten und erfassen seit längerer Zeit auch die Brutstandorte. Es ist eine zweitaufwendige Arbeit, weil Mauersegler ihren Brutplatz oft über Stunden nicht anfliegen und ihre Beute für die Jungen im Kehlsack sammeln können. Einfluglöcher an Gebäuden sind oft klein und nicht gut einsehbar.

Die Naturschutzkommission ist der Bevölkerung der Gemeinde Oberriet dankbar um Brutstandort-Meldungen oder -Vermutungen. Wer Nisthilfen an seinem Gebäude anbringen möchte oder Fragen hat, darf sich bei den Mauersegler-Ansprechpersonen der Naturschutzkommission melden: Alex Steiger, Telefon 0763067426, und Barbara Meier, Telefon 0795836946.

Blitzschneller Langstreckenflieger

Jetzt, Ende April, kommen die Mauersegler wieder aus ihren Winterquartieren südlich des Äquators und suchen bei uns geeignete Brutplätze. Wenn die Vögel nicht brüten, sind sie permanent in der Luft – auch um zu fressen, zu schlafen oder sich zu paaren. Man sieht einen Mauersegler nie auf einem Ast, Dach oder Draht sitzen. Er ist ein typischer Sommerbote und sein schrilles «Sri-Srii», wenn er in atemberaubender Geschwindigkeit in der Gruppe um die Häuser jagt, gehört zur warmen Jahreszeit wie das Glacé in der Badi.

Der Mauersegler ist ein wahrer Überflieger. Er ist gemacht fürs Fliegen und kann sich monatelang ohne jeglichen Bodenkontakt in der Luft aufhalten. In einer schwedischen Studie konnte bei einem Mauersegler sogar eine Dauer von 314 Tagen nonstop in der Luft nachgewiesen werden. Im Sturzflug kann er ein Tempo von 200km/h erreichen. Seine Lebensflugleistung kann bis zu vier Millionen Kilometer betragen. Der insektenfressende Langstreckenflieger macht sich dann bereits Ende Juli wieder auf, um gegen Süden zu ziehen.