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OBERRIET: Nach Unfall: Reiterin erstattet Anzeige gegen Drohnenpiloten

Die 26-jährige Reiterin Mia Bachmann hat nach ihrer Entlassung aus dem Spital wie angekündigt Anzeige bei der Polizei erstattet. Diese beginnt deshalb zu ermitteln und sucht nach dem Drohnenpiloten.
Gert Bruderer
Achtung, Drohne! – Die verunfallte Reiterin Mia Mirjam Bachmann hofft, der Drohnenpilot, der sie und ihr Pferd bedrängte, werde gefunden.Symbolbild: Depositphotos/pilipenkoD

Achtung, Drohne! – Die verunfallte Reiterin Mia Mirjam Bachmann hofft, der Drohnenpilot, der sie und ihr Pferd bedrängte, werde gefunden.Symbolbild: Depositphotos/pilipenkoD

Gert Bruderer

Zunächst erfolgt ein Zeugenaufruf. Danach sehe man weiter, sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Sollte der Zeugenaufruf nicht das erhoffte Ergebnis bringen, wäre die Sache damit nicht erledigt. Krüsi gibt zu verstehen, dass der Vorfall keinesfalls auf die leichte Schulter genommen, sondern ernsthaft versucht werde, den Drohnenpiloten ausfindig zu machen.

"Es war eine Hetzjagd"

Die in Rebstein lebende Mia Bachmann und Boldy, der Wallach, waren bei ihrem Ausritt am Nachmittag des 1. Januar von einer Drohne verfolgt worden."Es war eine Hetzjagd", zitierte der "Blick" die junge Frau. Sie vermutet, jemand habe sich einen Scherz erlaubt – einen schlechten, mit Körperverletzung als Folge. Das sechsjährige Pferd blieb unruhig stehen, nun kreiste die mit einer Kamera ausgestattete Drohne ums Reiterpaar, bis der erschrockene Boldy nicht mehr zu halten war, Mia Bachmann zu Boden stürzte und Boldy davonrannte. Zwei Nächte verbrachte die erfahrene Reiterin im Altstätter Spital.

Vorsätzlich? Fahrlässig?

Ob der Vorfall strafrechtliche Folgen hat, entscheidet letztlich die Staatsanwaltschaft. Hier mag man sich nicht dazu äussern, welcher Tatbestand erfüllt sein könnte. Man befasse sich mit der Angelegenheit, sobald der Polizeirapport vorliege und der Sachverhalt exakt dargestellt sei, sagt Roman Dobler von der Medienstelle der St.Galler Staatsanwaltschaft. Was allerdings klar ist und Polizeisprecher Hanspeter Krüsi gegenüber unserer Zeitung ausführte: Der Drohnenpilot müsse das Pferd entweder vorsätzlich erschreckt oder fahrlässig gehandelt haben, damit es sich um einen strafrechtlichen Fall handle. Andernfalls wäre die Angelegenheit eine zivilrecht­liche.

"Jedem sein eigenes Flugobjekt?"

Um auf Sicht eine Drohne zu fliegen, die weniger als dreissig Kilo schwer ist, braucht es keine Bewilligung. Es gibt zwar Ausnahmen (z. B. darf nicht über grösseren Menschenmengen geflogen werden), aber irgendwo im Riet ist das verantwortungsvolle Fliegen mit einer Drohne grundsätzlich erlaubt. Dass Drohnen aber auch als Störung empfunden werden, sei es wegen des Lärms oder weil gefilmt wird, nimmt ab und zu auch die Polizei wegen entsprechender Meldungen zur Kenntnis.

Achtung, Drohne! – Die verunfallte Reiterin Mia Mirjam Bachmann hofft, der Drohnenpilot, der sie und ihr Pferd bedrängte, werde gefunden.Symbolbild: Depositphotos/pilipenkoD

Achtung, Drohne! – Die verunfallte Reiterin Mia Mirjam Bachmann hofft, der Drohnenpilot, der sie und ihr Pferd bedrängte, werde gefunden.Symbolbild: Depositphotos/pilipenkoD

Eine Art Vorwarnung ausgerechnet aus Oberriet gab es bereits im Oktober. Peter Zünd, der frühere Kustos des Museums Rothus, stellte in einem Leserbrief mit dem Titel "Drohnen werden zum Problem" die rhetorische Frage: "Jedem Fan also sein eigenes Flugobjekt, das überall und jederzeit betrieben werden kann, Lärmbelästigung, Verletzung der Privatsphäre und besonders Gefährdung der Sicherheit von Flugzeugen und Helikoptern inbegriffen?" (Ein Hubschrauber war übrigens am Donnerstag kurz vor Mittag unmit­telbar bei der Reithalle Oberriet am Fliegen – teilweise nicht allzu hoch über dem Boden.) Mit zunehmender Flugdichte würde sich die Unfallgefahr erhöhen, schrieb Zünd weiter und fragte: "Wer haftet für Schäden? Die Politik müsste sich umgehend mit dem Problem befassen."

Man stelle sich vor, eine Kutsche wäre betroffen

Mia Bachmann, die den Weg an die Öffentlichkeit auch deshalb gewählt hat, weil sie die Diskussion über Drohnen befeuern will, bemerkt wohl ganz im Sinne Peter Zünds: Was sie am 1. Januar erlebt habe, sei ja schon schlimm genug. Doch möge man sich vorstellen, was eine Drohne anrichten könne, wenn ein Gesellschaftswagen mit Menschen betroffen sei und es zu einem Unfall komme. Abwegig ist diese Vorstellung mitnichten. Vor ziemlich genau einem Jahr, Ende Januar 2017, erschreckte eine Drohne zwei Kutschenpferde. Das Fuhrwerk kippte. Gott sei Dank sass niemand in der Kutsche. Eines der Pferde verletzte sich allerdings schwer und musste eingeschläfert werden. Solch ein Unglück, das sich in Zermatt ereignete, kann überall passieren.

Mia Bachmann lag nach dem Reitunfall bis am Mittwochvormittag im Altstätter Spital. (Bild: Gert Bruderer)

Mia Bachmann lag nach dem Reitunfall bis am Mittwochvormittag im Altstätter Spital. (Bild: Gert Bruderer)

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