OBERRIET: Feuerwehr im Hochwassereinsatz

Zum zweiten Mal innert weniger Tage übte die Feuerwehr Oberriet den Ernstfall. Im Mittelpunkt der zweiteiligen Übung standen sogenannte Planspiele, dieses Mal für Elementarereignisse.

Kurt Latzer
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Auch Hugo Langenegger, Kommandant der Feuerwehr Oberriet, legt grossen Wert auf Planspiele. (Bild: Kurt Latzer)

Auch Hugo Langenegger, Kommandant der Feuerwehr Oberriet, legt grossen Wert auf Planspiele. (Bild: Kurt Latzer)

Intensive, lang anhaltende Regenfälle haben die Pegel des Binnenkanals und des Rheins stark anschwellen lassen. Im Dorf fliesst Wasser in die ersten Keller und droht diese zu fluten. Bäche und Binnenkanal müssen überwacht, die Zufahrten zum Rhein gesperrt werden. Der Transport und das Aufschichten von Sandsäcken beginnen an exponierten Stellen. Weil einige Strassen vorsichtshalber gesperrt werden müssen, wird die Kantonspolizei aufgeboten. Immer mehr Angehörige der Feuerwehr (AdF) treffen im Depot beim Oberrieter Werkhof ein, erhalten ihre Aufträge und setzen sich mit dem dazu passenden Gerät in Marsch. Was sie nicht wissen: Die Planung für koordinierte und möglichst speditive Einsätze aller Hilfskräfte hat schon lange zuvor begonnen. Einsatzleiter ist Stefan Hutter. Seit Stunden treffen bei ihm Lage- und Wetterberichte sowie Pegelstände ein. Von ihm gehen die Meldungen an die Kaderleute, die Behörden, den Gemeinde- und gegebenenfalls an den regionalen Führungsstab. Obwohl besseres Wetter vorher-
gesagt ist, lässt der Regen nicht nach.

Der Einsatzleiter muss sich erste Gedanken machen, ob er bei der Feuerwehr einen Schichtbetrieb einrichten muss. Stefan Hutter weiss: Schichtbetrieb hin oder her, nach maximal 24 Stunden sind seine Leute «ausgeschossen». Deshalb müssen Feuerwehr und Gemeindeführungsstab frühzeitig entscheiden, den Zivilschutz aufzubieten. Kaum haben die ersten Gruppen an verschiedenen Orten mit dem Auspumpen von Kellern begonnen, geht ein weiterer Alarm ein: «Zimmerbrand in Einfamilienhaus am Studenweg.» Stefan Hutter entsendet einen Einsatzleiter und eine Gruppe mit Tanklöschfahrzeugen. Fast zeitgleich zieht Stefan Hutter die AdF von den anderen Einsatzorten am Brandplatz zusammen. Innert kürzester Zeit ist das Feuer gelöscht, ein Teil der Mannschaft samt Material zieht sich ins Depot zurück. Um 22 Uhr beginnt im Saal des Oberrieter Feuerwehrdepots eine Pressekonferenz. Feuerwehr, Behörden und Polizei informieren über die Einsätze und die weiteren Schritte. Im Gegensatz zum Ernstfall wurden die Feuerwehrleute für die Einsätze nicht über Pager, sondern per SMS aufgeboten. Die Planung der einzelnen Arbeiten, die AdF am Abend auszuführen hatten, begannen bereits um 17 Uhr. Und eines hat sich bei diesen Planspielen gezeigt, die Feuerwehr und Gemeindeführungsstab Oberriet sind vorbereitet, auch auf Hochwasser.