OBERRIET: Erstklassiger Gemeindeweg am Rhein

Noch bis am 4. August liegt im Rathaus Oberriet der Teilstrassenplan «Wegverbindung Rheinvorland Montlingen bis Kriessern Nord» auf. Der Kiesweg entlang des Flusses soll auf einer Länge von etwa fünf Kilometern asphaltiert werden.

Kurt Latzer
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Ob es gegen das Asphaltieren des Kiesweges von Montlingen bis Kriessern Nord Einsprachen gibt, zeigt sich ab dem 4. August. (Bild: Kurt Latzer)

Ob es gegen das Asphaltieren des Kiesweges von Montlingen bis Kriessern Nord Einsprachen gibt, zeigt sich ab dem 4. August. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Ginge es nach dem Willen des Oberrieter Gemeinderates und den Befürwortern eines durchgehend asphaltieren Weges entlang des Rheins, würde der rund fünf Kilometer lange Kiesweg zwischen Montlingen und Kriessern Nord geteert. Es entstünde dann ein Gemeindeweg erster Klasse, für dessen Unterhalt die Politische Gemeinde Oberriet verantwortlich wäre.

Da war doch die Sache mit Kriessern

Rolf Huber, Gemeindepräsident von Oberriet, hofft auf eine schnelle Umsetzung des Projektes. Ganz überzeugt aber ist Huber nicht, das Ganze rasch über die Bühne zu bringen. Zu gut kennt er den Streit zwischen ­Befürwortern und Gegnern eines asphaltierten Weges auf dem Rheindamm im Abschnitt Oberriet–Kriessern. Und das, obwohl der Gemeindepräsident die Diskussionen nur vom Hörensagen und aus Zeitungsartikeln kennt.

2007 stand Hubers Vorgänger, Walter Hess, in Amt und Würden. Die Streitigkeiten um den asphaltierten Velo- und Skaterweg zwischen Oberriet und Kriessern dauerten Jahre, bis sich die beratende Kommission des Rheinunternehmens und der Oberrieter Gemeinderat auf einen Kompromiss einigten. Dem zufolge sollte ein zwei Kilometer langer Weg entlang des Rheins geteert werden.

Rheinunternehmen hat nichts dagegen

Damit entfalle der Umweg über den Feldhof und durch Montlingen, hiess es damals. Über eine bestehende Bewirtschaftungsbrücke für die Landwirtschaft gelange man direkt auf den Skater- und Radweg, der dem Zapfenbach entlang und somit parallel zum Rhein verlaufe. Beim Kriessner Zoll führe der Weg wie schon vorher dem Fluss entlang. Nachdem das Projekt bewilligt war, mussten die Skater und Rennvelofahrer bis 2009 auf den Asphaltbelag warten. Mitglied der beratenden Kommission des Rheinunternehmens (RU) war damals der Rheintaler Storchenvater und Präsident der Schweizer Stiftung für Vogelschutz Reto Zingg.

Obwohl nicht mehr in der Kommission des RU, ist Reto Zingg von den jüngsten Plänen am Rhein nicht begeistert: «Wir verlieren damit wieder ein Stück Naturnähe, Ruhe und Beschaulichkeit. Ich bedauere dies», sagt Zingg. Froh ist das ehemalige Mitglied der Naturschutzkommission Oberriet über die Ablehnung des Rheinunternehmens, die neu gebauten Interventionspisten entlang der Hochwasserdämme teilweise zu asphaltieren. Der Boden im Abschnitt Montlingen–Kriessern gehört dem Rheinunternehmen, das auch für den Unterhalt der Kieswege verantwortlich ist. Kann der Weg von Montlingen rheinabwärts asphaltiert und umklassiert werden, ändert sich dies.

«Weil es sich dann um einen Gemeindeweg erster Klasse handelt, sind nicht mehr wir, sondern die Politische Gemeinde Oberriet für den Unterhalt verantwortlich», sagt Kurt Köppel, Leiter des Rheinunternehmens mit Sitz in Widnau. Bei Pro Natura Schweiz ist man zurzeit mit Abklärungen beschäftigt. «Unsere Sektion ist noch daran, das Vorhaben zu beurteilen. Momentan ist es zu früh, um eine klare Antwort bezüglich unserer Haltung zu geben», schreibt Antonia Zurbuchen, stellvertretende Geschäftsführerin Pro Natura St. Gallen-Appenzell.