OBERRIET: Ein Schutzschild für geweihtes Wasser

Manche schreiben dem Weihwasser besondere Kräfte zu. Gegen das Gefrieren ist es aber offenbar nicht immun. Jedenfalls musste der Materialraum der erst 2016 gebauten Aufbahrungshalle nachträglich isoliert werden.

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Eine einfache Isolation schützt das Weihwasser im Tank an der Wand (rechts ob der Leiter, hinten links im Bild) nun vor dem Gefrieren. (Bild: Max Tinner)

Eine einfache Isolation schützt das Weihwasser im Tank an der Wand (rechts ob der Leiter, hinten links im Bild) nun vor dem Gefrieren. (Bild: Max Tinner)

Von einem Priester gesegnetes Wasser, eben Weihwasser, erinnert an die Taufe. Gläubige schreiben ihm darüber hinaus segensreiche Kräfte zu. Es soll bei Krankheit Linderung verschaffen oder einen vor Bösem schützen. Gegen irdische Thermophysik kommt es hingegen nicht an. Jedenfalls ist das Weihwasser im Materialraum der neuen Abdankungshalle auf dem Friedhof Oberriet im Winter vor einem Jahr gefroren, kaum war jene fertiggestellt.

Der Tank ist direkt an der Wand montiert. Von ihm führt eine Leitung zu einem Hahnen im Freien, an dem sich die Gläubigen bedienen können und Weihwasser in mitgebrachte Gefässe abfüllen können. Beim Bau der Abdankungshalle hatte man den nicht beheizten Raum nicht isoliert. Man habe der Einschätzung der Fachplaner vertraut, sagt Gemeinderat Roman Ammann, welcher der Baukommission als Präsident der Friedhofkommission vorstand. Auf die normalen Wasserleitungen habe die Kälte des Januars 2017 auch keine Auswirkungen gehabt. Lediglich das Wasser im offenbar an ungünstigerer Stelle montierten Weihwassertank sei im kalten Januar 2017 gefroren.

In der Zwischenzeit hat man den Materialraum nachisoliert. Mit Erfolg: Selbst an den kältesten Tagen dieses Winters fror das Weihwasser nicht mehr ein.

Tore gegen Zugluft

Allerdings wird in diesen Tagen eine weitere Nachbesserung ausgeführt. Die beiden Durchgänge vom gedeckten Vorplatz der Abdankungshalle zur Urnenwand an der westseitigen Friedhofsmauer werden mit Toren ausgestattet. Die Zugluft durch die Durchgänge war während der Abdankungsfeiern unangenehm, im Besonderen für ältere Trauernde. Der Mangel trat nicht unerwartet auf. «Die Baukommission war überzeugt, dass es ziehen wird», sagt Roman Ammann. Man habe aber der Bitte des Architekten nachgegeben, es zumindest auf Zusehen hin ohne die Tore zu versuchen, weil die Architektur der Halle ohne jene einfach besser wirkt. Nachdem sich die Bedenken der Baukommission als richtig erwiesen haben, werden die Tore nun angebracht. Massiv stören werden sie nicht. Sie werden aus demselben edlen Kastanienholz gefertigt wie die Türen zu den Aufbahrungsräumen sowie zu den WCs und zu den Garderoben für die Geistlichen. Ausserdem werden sie nur bei Bedarf geschlossen, also während Abdankungen. Die übrige Zeit bleiben sie offen.

Aufwendig ist der Einbau der Tore ohnehin nicht. Die Baukommission hatte darauf bestanden, dass die Wände so gebaut werden, dass sie ohne grossen Aufwand mit Toren nachgerüstet werden können. Infolgedessen werde die Bauabrechnung – samt der Nachisolierung des Materialraums und der Nachrüstung mit Toren – noch unter dem Kostenvoranschlag von 1,115 Mio. Franken abgeschlossen werden, versichert Roman Ammann.

Da liegt die Behebung eines weiteren kleinen Mangels locker auch noch drin: Bei stürmischem Westwind hatte es gelegentlich Regen an die Tür gepeitscht, die zu den WCs und Garderoben führt. Damit kein Wasser reinläuft, bekommt diese Tür unten nun noch eine einfache Dichtung.

Max Tinner