OBERRIET: Ein Bödeli für noch mehr Aussicht

Die Gemeinde will diesen Winter auf dem Blattenberg eine Aussichtsplattform bauen. Sie wird über die Felswand hinausragen und einen spektakulären Blick ins Tal hinaus bieten. Das Projekt liegt momentan auf.

Max Tinner
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Der Aussichtspunkt auf dem Blattenberg ist jetzt schon einen Spaziergang wert. Hier steht man gut hundert Meter über der Talebene. Wird hier eine Plattform über die Felskante hinaus gebaut, wird der Ausblick geradezu überwältigend sein. (Bild: Max Tinner)

Der Aussichtspunkt auf dem Blattenberg ist jetzt schon einen Spaziergang wert. Hier steht man gut hundert Meter über der Talebene. Wird hier eine Plattform über die Felskante hinaus gebaut, wird der Ausblick geradezu überwältigend sein. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Der Blattenberg ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Die Burgruine Schloss Blatten mit der Grillstelle und dem Spielplatz zieht viele Familien an und ein ­Vitaparcours die Fitnessbewussten. Wegen der schönen Spazier- und Wanderwege kommen noch viele weitere Besucher, die hier oben die frische Luft geniessen möchten – und auch die schöne Aussicht, sei es auf der Südseite auf den Rhein und ins Liechtenstein und Werdenberg hinauf oder auf der Nordseite auf Kobelwald, Oberriet, Montlingen und das Tal hinab.

Und schon bald dürfte der Blattenberg noch um eine Attraktion reicher sein: Die Gemeinde möchte hier eine Aussichtsplattform bauen. Den Kredit über 70000 Franken hat die Bürgerschaft bereits an der Bürgerversammlung von letztem Jahr mit dem Budget für 2016 bewilligt. Nun ist das Projekt realisierungsreif und liegt seit Donnerstag im Rathaus auf. Die Auflage und Einsprachefrist dauert noch bis 2. November. Sobald die Baubewilligung vorliegt und das Wetter mitspielt, möchte die Gemeinde die Plattform realisieren.

Gebaut werden soll die Plattform unterhalb des höchsten Punkts des Blattenbergs, dort, wo jetzt schon ein Bänkli steht, das einlädt, zu verweilen und die Aussicht zu geniessen. Von hier bietet sich einem ein herrlicher Rundblick von Kobelwald und Oberriet übers Tal hinüber zur Anhöhe des St. Anton und abwärts Richtung Bodensee. Wird der Aussichtspunkt noch ein wenig ausgeholzt und die Plattform gebaut, wird sich das Blickfeld noch erweitern.

Ein Stahllochboden und 100 m Luft unter den Füssen

Diese wird rund fünf Meter lang sein und zwei Meter über die Felskante hinausragen. Es wird keiner dieser «Skywalks» sein, auf denen man auf einem Glasboden über einem Abgrund steht. Glas wäre hier ohnehin unge­eignet, sagt Gemeindepräsident Rolf Huber. Von den umliegenden Bäumen herunterfallendes Laub würde das Glas immer wieder verunreinigen und auch rutschig machen. Man hat sich deshalb für eine Plattform lediglich aus Stahl entschieden. Spektakulär genug wird sie ohnehin sein, weil man hier immerhin gut hundert Meter über der Talebene steht und durch den Lochboden eben doch auch nach unten sehen können wird – sofern man sich denn getraut, hinabzuschauen.

Andernorts stehen weitere Projekte zur Steigerung des Naherholungswerts der Gemeinde an. Teils sind sie schon vor bald zehn Jahren vom damaligen Gemeinderat ins Auge gefasst worden. So wurde bereits damals der Bau mehrerer Aussichtsplatt­formen angekündigt, die bislang aber nicht realisiert worden sind. Eine erste sollte auf dem Montlinger Bergli gebaut werden. Nachdem der Gemeinderat aus der Bevölkerung skeptische Rückmeldungen bekam, sah er dort dann davon ab. Eine Neugestaltung des Aussichtspunkts auf dem Bergli soll es im Verlauf der nächsten Jahre im Rahmen des grossen Aufwertungsprojektes für das Montlinger Bergli (wir berichteten) nun doch noch geben, allerdings ohne über die Felskante auskragende Plattform.

Beobachtungsstege in Naturschutzgebieten

Teil des Aufwertungsprojektes am Bergli ist auch ein Steg durch das Naturschutzgebiet Kolbenstein (zwischen Fussballplatz und ehemaligem Steinbruch). Dieser wird voraussichtlich noch diesen Winter gebaut, kündigt Rolf Huber an. Ein ähnliches Vorhaben beim Wichensteiner See ist ebenfalls schon weit gediehen. Dort möchte man einen Naturbeobachtungssteg in den See hinaus bauen. Das Projekt liege derzeit zur Beurteilung beim Kanton, sagt Huber. Falls möglich, werde man diesen Steg ebenfalls schon im kommenden Winter realisieren.

Auf Nachfrage nennt der Oberrieter Gemeindepräsident noch einen weiteren speziellen Aussichtspunkt: den Salchet am Kienberg. Dort sei nicht einmal eine Aussichtsplattform nötig – es biete sich einem auch so schon ein herrlicher Rundblick über fast die ganze Gemeinde.