Obergrenze im Asylzentrum

Die aargauische Gemeinde Oberwil-Lieli wollte zehn Asylsuchende, die der Gemeinde zugeteilt waren, nicht aufnehmen, kaufte sich frei und schrieb landesweit Schlagzeilen.

Gert Bruderer
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Die aargauische Gemeinde Oberwil-Lieli wollte zehn Asylsuchende, die der Gemeinde zugeteilt waren, nicht aufnehmen, kaufte sich frei und schrieb landesweit Schlagzeilen.

Die Stadt Altstätten könnte sich ebenfalls freikaufen, allerdings eleganter und ohne Schlagzeilen. Denn sollte die Stadt den Bau eines neuen Bundeszentrums zulassen, wäre Altstätten fein raus. Der Bund betriebe sein Zentrum, der Stadt würden im Gegenzug keine Asylsuchenden zugeteilt.

Es wäre ein Geschäft mit diversen Vorteilen, nicht bloss finanziellen. Ein Pakt mit dem Bund brächte der Stadt eine weitgehend in Stein gemeisselte Regelung mit klaren Garantien, etwa der Zusicherung des Bundes, sich mit einem einzigen Altstätter Zentrum zu begnügen.

Der Trumpf der Gegnerschaft ist das Misstrauen. Denn unter besonderem Druck, in der Not, würde der Stadtrat entscheiden, ob vielleicht doch auch mehr Menschen untergebracht werden könnten als die vorgesehenen 390.

Weshalb um Himmels Willen (wo doch die Angst regelrecht zu grassieren scheint) muss ausgerechnet die Obergrenze bedrohlich als Variable im Raum schweben? Warum wird nicht unmissverständlich vertraglich fixiert: 390. Maximal. Ausnahmslos. Unter keinen Umständen mehr. Punkt.

Ach ja, es fehlt noch was – das Fragezeichen: ?