Oberegg-Reute
Die Kirche präsentiert eine positive Rechnung – und erhält ein Vermächtnis von 50'000 Franken

Kürzlich lud die Katholische Kirchgemeinde Oberegg-Reute zur Jahresversammlung. Das Pandemiejahr kann mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden. «Mit viel Fantasie und gutem Willen» versuche man, das Beste aus der Lage zu machen, wie es von der Kirchenpräsidentin heisst.

Rolf Rechsteiner
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Kirchenpräsidentin Annamarie Greiner-Wolten übergab Pfarrer Johann Kühnis eine gerahmte Zeichnung von Oswald Tobler. Er hält der Kirche Oberegg seit vier Jahrzehnten die Treue.

Kirchenpräsidentin Annamarie Greiner-Wolten übergab Pfarrer Johann Kühnis eine gerahmte Zeichnung von Oswald Tobler. Er hält der Kirche Oberegg seit vier Jahrzehnten die Treue.

Bild: Rolf Rechsteiner

Es kommt selten vor, dass Pfarrer Johann Kühnis an der Versammlung das Wort ergreift. Für einmal hatte er jedoch guten Grund dazu, konnte er doch verkünden, dass Klara Sonderegger selig («Rasierers Claire») die Kirche per Vermächtnis mit 50'000 Franken beschenkt hat. Er ehrte die edle Spenderin als bescheidene Person, die sich selber stets mit wenig zufriedengegeben habe.

Das erste Corona-Jahr sei für alle fordernd gewesen, sagte Kirchenpräsidentin Annamarie Greiner-Wolten. Die Zwangspause im Frühjahr – drei Monate ohne Gottesdienst –, der Wegfall von Hochfesten und Firmung, die Beschränkung der Besucherzahl und die Maskenpflicht in der Messe – das laste schwer auf der Gemeinschaft. Umso wichtiger sei die gegenseitige Unterstützung, damit niemand allein bleibt. Sie lobte die kirchlichen Vereine und Organisationen, die «mit viel Fantasie und gutem Willen» bestrebt seien, das Beste aus der Lage zu machen.

Budget sieht ein ausgeglichenes Ergebnis voraus

Kirchenpflegerin Karin Schnetz zeigte ein positives Rechnungsergebnis, obwohl letztes Jahr der Steuerfuss um einen Prozentpunkt gesenkt wurde. Hilfreich waren höhere Steuereingänge gegenüber Budget im laufenden Jahr und in den Vorjahren im Umfang von 75'000 Franken. Etliche Positionen fielen auf der Ausgabenseite geringer aus wegen der Pandemiebestimmungen. Dies hat auf das Budget 2021 keine Auswirkungen. Die Rechnung 2020 schloss beim Ertrag von 679'000 und dem Aufwand von 596'000 Franken um 78'000 Franken besser ab.

Das Budget sieht ein ausgeglichenes Ergebnis voraus. Eingerechnet ist die Sonderausgabe von 51'000 Franken für weitere Eingriffe bezüglich Siedlungsentwässerung um den Kirchplatz. 2020 wurde ein Staukanal eingebaut; aktuell laufen Arbeiten an der Kanalisation. Ziel ist die konsequente Trennung von Oberflächenwasser und Abwasser.

Unter anderem sollen das Haus Linde und die Kaplanei an die neue Abwasserleitung angeschlossen werden. Rechnung, Budget und der Steuersatz von 19 Prozent (0,57 Einheiten für Reute) wurden genehmigt. In der Kirchenverwaltung gab es keine Demissionen; die Präsidentin wurde einstimmig bestätigt, die übrigen Mitglieder wurden in globo bestätigt, ebenso die drei Rechnungsprüferinnen.

Haus Linde angeschlossen an das Fernwärmenetz

Vizepräsident Walter Breu erklärte Details zu den Bauarbeiten und erläuterte die Entscheide, die zur neuerlichen Investition führen. Letztes Jahr war für die Retention ein Kredit von 50'000 Franken eingeholt worden. Nun wird über das Budget das Nötigste, Sinnvollste abgewickelt. Breu sagte schalkhaft: «Wir werfen das Geld nicht aus dem Fenster. Wir vergraben es.» Weiter sagte er, das Haus Linde sei im April 2020 ans Fernwärmenetz angeschlossen worden; dies gemeinsam mit den Schulgebäuden.

Als Danke für die Teilnahme gab es für alle einen Kunstdruck aus dem Nachlass von Hobbyzeichner Oswald Tobler. Er zeigt die Kirche Oberegg von ihrer schönsten Seite.