Oberegg
Für 1,6 Millionen Franken: Immobilienfirma übernimmt das Grundstück «Kalkofen»

Zum Preis von knapp 1,6 Millionen Franken soll das Grundstück «Kalkofen» in Oberegg an die Renuel RealEstate GmbH veräussert werden. Geplant ist eine Überbauung.

Rolf Rechsteiner
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Die Liegenschaft Kalkofen von Norden her. Links die St.Antonstrasse, rechts die Erschliessung des Baugebiets. Überbaut wird der Bereich innerhalb der Strassenkurve. Die Fläche rechts der Strasse bis zum Fallbach ist als Freihaltezone ausgeschieden.

Die Liegenschaft Kalkofen von Norden her. Links die St.Antonstrasse, rechts die Erschliessung des Baugebiets. Überbaut wird der Bereich innerhalb der Strassenkurve. Die Fläche rechts der Strasse bis zum Fallbach ist als Freihaltezone ausgeschieden.

Bild: PD

Ein Bodenverkauf in dieser Grössenordnung übersteige die Kompetenz des Bezirksrates, führte Hauptmann Hannes Bruderer anlässlich der öffentlichen Versammlung im Vereinssaal aus, die auch mittels Livestreaming verfolgt werden konnte. Das letzte Wort habe deshalb die Bevölkerung Obereggs. Abgestimmt wird gemeinsam mit den eidgenössischen Vorlagen am 26. September.

Der Bezirksrat hat mit der Bauherrschaft die Rahmenbedingungen für den Bodenverkauf erarbeitet. Sie sind im Mandat ersichtlich. Die Parzelle Nr. 1300 umfasst 4162 m2 Bauland und 3266 m2 Freihaltezone, auf der keine festen Bauten realisiert werden dürfen. Vorgesehen ist eine offene Retention in Bach­nähe und ein grosszügiger Spielplatz. Stimmen die Obereggerinnen und Oberegger dem Verkauf zu, wird noch im laufenden Jahr das Baugesuch eingereicht.

Der Verkauf wird erst getätigt, wenn die Baubewilligung vorliegt. Ist dieser erfolgt, muss der Baustart innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Andernfalls hat der Bezirk ein Rückkaufsrecht auf den Boden. Befragt nach einer allfälligen Etappierung erklärte Emanuel Geiger namens der Bauherrschaft, man werde die Tiefgarage mit 34 Stellplätzen und mindestens ein Mehrfamilienhaus in einem Guss bauen. Der Weiterweg orientiere sich am Kaufinteresse.

Das Gesamtprojekt muss binnen fünf Jahren fertiggestellt sein. Eine Abtretung des Projektes an Dritte ist nicht zulässig. Hannes Bruderer betonte, der Bezirksrat stehe geschlossen hinter dem Bauvorhaben in der Überzeugung, dass dies der zweckmässigste Weg zur Nutzung der seit Jahrzehnten erschlossenen Parzelle sei. Er lobte den Mut der einheimischen Unternehmer, die bereit sind, eine Lücke im Wohnungsmix des Bezirks zu schliessen – und dies auf eigenes Risiko.

Sicherheit im Schulbetrieb

Schulleiter Matthias Müller legte einen Kurzbericht über die Entwicklungen der Schule Oberegg vor. Bewährt habe sich der Kindergarten 3+ für Kinder, die «etwas mehr Zeit brauchen, um sich einzuleben». Ein Jahr früher als geplant habe man ausserdem für den ganzen ersten Zyklus Blockzeiten eingeführt.

Matthias Müller richtete einen Appell an die Eltern: Wer sich veranlasst sehe, Kinder zum Unterricht zu chauffieren, möge das «Eltern-Taxi» auf dem Viehschauplatz abstellen und die Sprösslinge zu Fuss über die Dorfstrasse begleiten. Dies gebiete die Sicherheit auf dem Kirchplatz, der durch Baustellenverkehr massiv belastet ist.

Neues Wasser-Reglement

Fredy Klee wies auf ein neues Reglement der Wasserversorgung hin, das soeben die Vorprüfung durch die Standeskommission bestanden hat. Es werde der Bevölkerung im Novem­- ber vorgestellt und müsse vom Stimmvolk genehmigt werden. Geplant sei nach der Auflage ein Urnengang am 13. Februar 2022; das Reglement soll rückwirkend ab Jahresbeginn zur Anwendung kommen. Zu rechnen ist mit einer Erhöhung des Grundtarifs, die das strukturelle Defizit beheben oder zumindest minimieren soll.

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