«Nur noch ein kleines Problem»

RHEINECK/WALZENHAUSEN. Die Freude, das Walzehuser Bähnli zurückzuhaben, ist in Rheineck und Walzenhausen gross – auch wenn der fahrplanmässige Betrieb noch auf sich warten lässt. Die technischen Probleme sollen nächste Woche gelöst sein.

Monika von der Linden
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«Wo gibt es eine schönere Aussicht auf den Bodensee als beim Walzehuser Bähnli?», fragt Thomas Baumgartner (Direktor der Appenzeller Bahnen, rechts) rhetorisch nach der ersten Bergfahrt des revidierten Triebwagens Nummer 1. (Bilder: Monika von der Linden)

«Wo gibt es eine schönere Aussicht auf den Bodensee als beim Walzehuser Bähnli?», fragt Thomas Baumgartner (Direktor der Appenzeller Bahnen, rechts) rhetorisch nach der ersten Bergfahrt des revidierten Triebwagens Nummer 1. (Bilder: Monika von der Linden)

RHEINECK/WALZENHAUSEN. «Was sagt ein Gemeindepräsident, wenn er sein Bähnli wieder hat», meinte Hansruedi Bänziger (Gemeindepräsident von Walzenhausen) am Donnerstag, nachdem das Walzehuser Bähnli zum ersten Mal die 2000 Meter lange Bergstrecke nach der Revision zurückgelegt hatte. «Es ist nicht meins, die ganze Bevölkerung identifiziert sich mit ihm», fügte er, auch im Namen seines Rheinecker Amtskollegen Hans Pfäffli, an. «Es hat etwas gefehlt», auch wenn der Busbetrieb zwischen den beiden Gemeinden reibungslos funktioniert hat.

Tacho funktioniert noch nicht

Auf den Bahnersatz werden Pendler und Touristen noch länger angewiesen sein. Bis wann genau ist ungewiss. «Es wurde wacker geschweisst, geschmiedet und gemalt», sagte Thomas Baumgartner (Direkter der Appenzeller Bahnen). Der Abschluss der Revision des Triebwagens Nummer 1 sei eine rundum gefreute Sache. «Nur noch ein kleines Problem gibt es.» Eine kleine Sonde «schaut» mit zwei Augen auf die Achse. Die sind aber noch nicht synchron. Deshalb funktioniert der Tachometer nicht. «Weil der Lokführer die Geschwindigkeit nicht überprüfen kann, dürfen wir noch nicht kommerziell fahren. Die Appenzeller Bahnen arbeiten mit Hochdruck an der Lösung des Problems, dessen Ursache noch nicht bekannt ist. «Wir hoffen, den fahrplanmässigen Betrieb im Laufe der nächsten Woche aufnehmen zu können», sagte Mediensprecher Alexander Liniger. «Zuerst muss Bern den Triebwagen abnehmen.»

Die Verzögerung trübte die Freude über die Inbetriebnahme kaum. Die Revision war dringend nötig. «Es sah wehmütig aus, als das Bähnli im November auf einem Lastwagen ins Ungewisse fuhr», sagte der Direktor. «Wir wussten nicht, was uns alles erwarten würde.» Eine Alternative wäre eine Neuanschaffung gewesen. «Die nötigen 6 bis 8 Millionen Franken wären der Todesstoss für die Zahnradbahn gewesen.» Es wurden knapp 900 000 Franken ausgegeben.

Bahnhof neu gestalten

Mit der Unterstützung beider Kantone und Gemeinden sei ihrerseits ein klarer Entscheid für den Bahnbetrieb gefallen, sagte Baumgartner. «Der Bahnhof ist aber noch ein Schandfleck.» Es bestehen erste Ideen, wie er umgebaut werden kann. «Vom Dorfplatz aus soll der Zug sichtbar sein.» Die Seite werde mit einer Glasfront versehen und diene als Eingang. Bei Hochbetrieb sei es weniger chaotisch, wenn Ein- und Ausgang getrennt sind. Auch die energetische Frage muss gelöst werden.

«Nutzt das Bähnli», appellierte Hansruedi Bänziger. Bei aller Identifikation habe die touristische Attraktion und Pendlerbahn auch einen wirtschaftlichen Aspekt. «Ich freue mich auf den neuen Bahnhof», schloss er.

Heute Samstag, ab 9.50 Uhr, begrüsst die Bevölkerung das Bähnli mit einem Fest beim Bergbahnhof. Es wird zwar nicht fahren, aber auf dem Gleis zur Besichtigung bereitstehen.

«Wir haben unser Bähnli zurück, sagt Gemeindepräsident Hansruedi Bänziger.

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Nach sechs Monaten Pause ist Notker Wehrle wieder Lokführer.

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