Nur eine Halbzeit voller Einsatz

FUSSBALL. Es war für ihn ein grosser Match, wie er es auch für seine Spieler war: Didi Metzler, Trainer beim FC Rheineck. Er hat unzählige Schlachten als Profi geschlagen, war auch als Trainer schon in überregionalen Ligen tätig.

Yves Solenthaler
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Didi Metzler in Action. (Bild: Yves Solenthaler)

Didi Metzler in Action. (Bild: Yves Solenthaler)

Es war für ihn ein grosser Match, wie er es auch für seine Spieler war: Didi Metzler, Trainer beim FC Rheineck. Er hat unzählige Schlachten als Profi geschlagen, war auch als Trainer schon in überregionalen Ligen tätig. Aber Metzler ging an der Seitenlinie mit, als wäre es das Spiel seines Lebens. Er ist in jedem 3.-Liga-Spiel mit so viel Leidenschaft dabei, als sei es das Spiel seines Lebens. «Aber», erwähnt er, «seit ich in Rheineck bin, habe ich noch nie einen Platzverweis erhalten.» Dass das nach dem Köniz-Match so blieb, hat er Bidu Zaugg zu verdanken.

Stolz auf die Spieler

Normal war der Cupmatch auch für den Trainer nicht: In einem «normalen Match» reagiert Metzler anders auf eine hohe Niederlage. Vor einer Woche nach dem 1:5 im Regio-Cup gegen Goldach hat er deutlich im nächsten Training auf seine Spieler eingewirkt, berichtet er: «Das hättest du hören müssen.» Nach dem 1:7 gegen Köniz im Schweizer Cup sagt er: «Ich gratuliere meinem Team, es hat seine Aufgabe sehr gut erfüllt.»

Das sieht auch Bidu Zaugg so. Der frühere GC- und YB- sowie kurzzeitige Nati-Trainer ist inzwischen Technischer Direktor beim FC Köniz. «Didi geht immer noch mit vollem Einsatz mit», stellt er vergnügt fest.

Zaugg war auch Liechtensteiner Nationaltrainer, seit dieser Zeit kennt und schätzt er Didi Metzler. Am Samstag hat er den Vorarlberger vor dessen ersten Platzverweis als Rheineck-Trainer bewahrt. «Ich hatte dem Schiedsrichter in der Pause geschildert, dass dem ersten Könizer Tor ein Foul voranging – auf sachliche Weise», sagt Metzler. Ref Cornelio Zgraggen sei darauf sofort unwirsch geworden: «Wohl auch, um dem Aussenseiter den Tarif bekannt zu geben. Jedenfalls wollte er mich nicht mehr rauslassen.» Sprich: Den Trainer von der Trainerbank verbannen. Bidu Zaugg bekam das mit, und unternahm erfolgreich den Versuch, Metzlers Platzverweis zu verhindern: «Das war für Rheineck das grösste Spiel der Geschichte, das durfte nicht auf diese Weise zerstört werden.»

Nach der Pause ruhiger

Das Resultat: Didi Metzler musste nochmals bei Zgraggen antreten, und kam mit der dringlichen Mahnung davon, beim nächsten Vorkommnis wirklich zu fliegen. Deshalb sass Didi Metzler nach der Pause zwar weiter auf der Bank, aber eher als Trainer-Darsteller, denn als der Didi Metzler, der die Match-Beobachtung von hinter der Trainerbank oft unterhaltsam macht. Das Coaching übernahm weitgehend Assistent Ernst Capol. Manchmal, wenn der Schiedsrichter ausser Hörweite war, brummte Metzler: «Und das soll nationales Niveau sein?»

Gemeint war der, der Metzler in diesen Augenblicken nicht hören durfte.