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Nur ein «Schnäppchenjäger»

Wegen mehrfacher Vergewaltigung, gewerbsmässigen Diebstahls und weiterer Delikte muss sich ein 36jähriger Kurde vor dem Bezirksgericht Weinfelden verantworten.
Mario Testa

Der Katalog an Anklagepunkten ist lang. Mehrfache Vergewaltigung, mehrfacher gewerbsmässiger Diebstahl und eine Liste weiterer Delikte wirft die Staatsanwaltschaft Bischofszell einem 36jährigen Mann vor. Elegant gekleidet erschien der mehrfach vorbestrafte Angeklagte gestern vor Gericht. Die ihm zur Last gelegten Delikte liegen einige Jahre zurück. So soll er 2009 eine damals 19-Jährige mehrmals vergewaltigt haben. Das mutmassliche Opfer nimmt nicht am Prozess teil, sie wurde aus gesundheitlichen Gründen dispensiert.

Wie der Staatsanwalt in seinem Plädoyer ausführte, hatte der Angeklagte die junge Frau aus dem Thurgau an einem Frühlingstag in den Ausgang nach Zürich eingeladen. Zu später Stunde nahm er sie mit in die Wohnung eines Kollegen. Laut den Aussagen des Angeklagten kam es dort zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Sie sagte gegenüber der Polizei aus, dass er sie festhielt und ohne ihre Einwilligung in sie eindrang. Ihr Flehen, aufzuhören, habe er ignoriert.

«Er holte sich, was er glaubte, verdient zu haben»

Ein halbes Jahr später hatte der Mann wieder Kontakt zu ihr aufgenommen, und es kam zu einem weiteren Treffen, das mit Sex am frühen Morgen in einem Weinfelder Hotelzimmer endete. Wiederum spricht der Angeklagte von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr, sie, dass es gegen ihren Willen geschah. Am Abend des gleichen Tages wiederholte sich das Ganze, bis die Frau das Hotel fluchtartig verliess. «Der Angeklagte holte sich, was er glaubte, verdient zu haben», sagte der Staatsanwalt. «Er hatte die Situationshoheit, war fast zehn Jahre älter, und die junge Frau war psychisch labil.»

Der Mann soll des Weiteren in fast 30 Fällen Einschleichdiebstähle in der Deutschschweiz begangen haben und Deliktsgut von über 420 000 Franken gestohlen sowie mit fremden Kreditkarten Geld bezogen haben. Der Angeklagte beteuerte, nie einen Diebstahl begangen zu haben und das Deliktsgut, das die Polizei in seiner Garage fand, auf Flohmärkten und Messen gekauft zu haben. «Ich bin Händler und Schnäppchenjäger», erklärt sich der Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe. Der Prozess geht heute weiter.

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