Triathlon: Nüesch Dritter am Ironman – Hautle muss aufgeben

Michael Hautle und Mathias Nüesch vom Tri Top Team Rheintal absolvierten den letzten Ironman Zürich.

Andrea Kobler
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Das Pech klebte Michael Hautle (links) an den Reifen. Er musste den Ironman Zürich aufgeben. Mathias Nüesch stieg als Dritter seiner Altersklasse aufs Podest.Bild: pd

Das Pech klebte Michael Hautle (links) an den Reifen. Er musste den Ironman Zürich aufgeben. Mathias Nüesch stieg als Dritter seiner Altersklasse aufs Podest.Bild: pd

Für Michael Hautle war der Ironman in Zürich der Saisonhöhepunkt. Und das nicht nur, weil es der letzte Ironman Zürich war (der Anlass findet ab 2020 in Thun statt): Er verfolgte das Ziel, sich für die Weltmeisterschaft auf Hawaii zu qualifizieren. Mathias Nüesch wollte seine gute Form nochmals an einem Wettkampf zeigen. Die beiden Rheintaler hatten unterschiedlichen Erfolg.

Der Ironman startete am Sonntag um 6.45 Uhr bei Re­-gen. Im Fünf-Sekunden-Intervall startete jeweils eine Achtergruppe Schwimmer im Neoprenanzug in den knapp 24 Grad warmen Zürichsee. Nach 3,8 Kilometern stieg Michael Hautle nach 58 min und damit knapp unter der magischen Stundengrenze, früh aus dem Wasser. Auch Mathias Nüesch gelang mit 1:03 h eine sehr gute Zeit.

Platte Reifen lassen 
den Traum platzen

Bei intensivem Regen ging es danach auf die 180 Kilometer lange Radstrecke. Vor allem Michael Hautle pushte auf dem Rad sehr hart und fuhr in der Spitze mit. An zweiter Stelle seiner Altersklasse liegend, erwischte er dann aber zuerst eine Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens und danach auch noch zwei platte Reifen. Der erste Reifenwechsel klappte sehr schnell. Beim zweiten Wechsel platzte aber unerklärlicherweise der Ersatzreifen.

Danach musste er 45 Minuten auf den offiziellen Pannendienst warten. Damit war der Traum von der WM geplatzt.

In Absprache mit seiner Ehefrau Bianca sowie Coach und Freund Philipp Gubler entschied sich Michael Hautle, zehn Kilometer als Trainingslauf anzuhängen und danach das Rennen zu beenden. «Ich wusste, als wir diesen Entscheid fällten, dass ich die Qualifikation unmöglich erreichen konnte. Dieser Moment war sehr bitter für mich, da ich bis nach etwa 120 km der Radrennstrecke auf Hawaii-Kurs lag und ich mich sehr gut fühlte», so ein enttäuschter Michael Hautle.

Mathias Nüesch erwischte auf dem Rad einen schlechteren Start und litt von Beginn weg unter leichten Krämpfen. Mit steigender Renndauer lief es ihm jedoch immer besser. Nach 180 km Radfahren in 5:01 h (36 km/h mit 1200 Höhenmetern) wechselte er in den Top 15 liegend auf seine Paradedisziplin, das Laufen.

Nur Sieger Van Berkel 
war schneller als Nüesch

Relativ schnell kämpfte er sich auf den dritten Platz vor. Trotz Motivation des tollen Publikums und allen mitgereisten Freunden reichte es nicht mehr nach ganz vorne. Die Plätze eins und zwei gingen an sehr starke Läufer, die in zuletzt warmen Bedingungen die Marathondistanz unter drei Stunden liefen. Mit der zweitschnellsten Laufzeit (2:47 h, 15 km/h) des Tages – nur Sieger Jan Van Berkel lief 25 Sekunden schneller – kam Mathias Nüesch überglücklich in knapp unter neun Stunden ins Ziel. In der Gesamtwertung bedeutete das den zwölften Platz, bei den Amateuren stand er als Dritter auf dem Podest.

So endete der Tag für Ma­thias Nüesch sehr erfolgreich. Michael Hautle will sich nun gut auf den Ironman Schweden von Anfang August und den in Tallinn, Estland, vorbereiten, um dort seine erste Qualifikation für die WM auf Hawaii zu schaffen.

Andrea Kobler

Das Pech klebte Michael Hautle (links) an den Reifen. Er musste den Ironman Zürich aufgeben. Mathias Nüesch stieg als Dritter seiner Altersklasse aufs Podest.Bild: pd