Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Niemand wird als Heiliger geboren

Aus christlicher Sicht: Heilige waren auch nur Menschen mit kleinen und grösseren Fehlern. Ein Beispiel: Franz von Assisi.
Stefan Kiesewetter
Bevor Franz von Assisi Priester wurde, feierte er gern exzessiv. (Bild: depositphotos/Rigucci)

Bevor Franz von Assisi Priester wurde, feierte er gern exzessiv. (Bild: depositphotos/Rigucci)

Jeder Mensch hat Vorbilder bzw. bewundert das Handeln einer Person und versucht, es nachzuahmen. Die Geschichte ist voll von Menschen, die durch ihre Lebensweise in Erinnerung bleiben. Noch heute erinnert man sich in den Schulen und in der Kirche an jene Menschen, die in die Historie eingegangen sind.

Die Katholische Kirche feiert am 1. November «Allerheiligen» und ehrt die, die ein aussergewöhnliches Leben führten.

Heilige wurden aber nicht als solche geboren. Keine Existenz ist subito santo, sondern bedarf eines Prozesses, eines Wandels in der Biografie, um als Vorbild für andere angesehen wer­- den zu können.

Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass Heilige auch nur Menschen mit kleinen und grösseren Fehlern waren: Der heilige Augustus, einer der grössten Denker und Theologen in der Kirchengeschichte, hatte ein ausschweifendes Leben geführt, bevor er sich bekehrte und Priester wurde. Der heilige Franziskus hatte ebenfalls sein Leben genossen und exzessive Feste gefeiert, bis er durch eine Krankheit merkte, dass dieser Lebensstil keine Zukunft hatte. Dem heiligen Pfarrer von Ars, Jean- Marie Vianney, wurde nachgesagt, dass er hin und wieder Wutausbrüche hatte und diese an seiner Gemeinde ausliess. Niemand wird als Heiliger geboren, aber ein jeder von uns kann ein solcher werden. Die vielen Persönlichkeiten, derer an diesem kirchlichen Festtag gedacht wird, haben Gott im Leben einen Platz gegeben.

Die Heiligen wurden, um es bildlich darzustellen, zum Ins­trument Gottes. Ein Instrument, und sei es noch so schön und gut, kann nur wunderbar klingen, wenn es sich spielen und einsetzen lässt. Selbst jene mit Schrammen und Dellen können einen besonderen Klang erzeugen. So ist es auch mit den Heiligen: Alle hatten ihre Persönlichkeit und Fehler, aber sie liessen Gott in ihr Leben eintreten. Sie gaben der Botschaft des Evangeliums, vor allem der Gottes- und Nächstenliebe, eine besondere Stelle im Denken und Handeln und lebten nach diesen Werten. Die Heiligen versuchten das fast Unmögliche; ein Leben im Dienst am Nächsten und an Gott zu führen.

Diese aussergewöhnlichen Persönlichkeiten sind keine Fantasien, sondern Menschen wie du und ich – Brüder und Schwestern von nebenan, die nicht der Welt mit ihren falschen und egoistischen Spielregeln folgten, sondern menschen- und gottfreundlich agierten. Sie versuchten, das grösste und höchste Gebot zu leben: «Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst!». Die Heiligen sind keine überhöhten Darstellungen, sondern reale Vorbilder, aus deren Lebenswandel wir viel lernen können: Stelle Gott in die Mitte Deines Lebens und Du wirst zum Vorbild für viele werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.