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«Nicht warten, bis es knallt»

RHEINTAL. Engagiert hat sich Ralf Kollefrath schon länger in katholisch Rüthi-Lienz. Mitglied der Kirchenverwaltung war er bisher nicht. Warum er dennoch als Präsident kandidiert und wie er die Kirchgemeinde leiten will, sagt er im Interview.
Monika von der Linden
Ralf Kollefrath steht von seiner Hängematte auf, er will Präsident von katholisch Rüthi-Lienz werden. «Ich schätze jene, die eigenverantwortlich handeln und ihre Ausbildung oder Kompetenzen nutzen», sagt er. (Bild: Monika von der Linden)

Ralf Kollefrath steht von seiner Hängematte auf, er will Präsident von katholisch Rüthi-Lienz werden. «Ich schätze jene, die eigenverantwortlich handeln und ihre Ausbildung oder Kompetenzen nutzen», sagt er. (Bild: Monika von der Linden)

Herr Kollefrath, Sie möchten Präsident der katholischen Kirchgemeinde werden. Bisher gehören Sie aber nicht dem Verwaltungsrat an. Woher rührt Ihr Engagement?

Ralf Kollefrath: Ich bin langsam in die Pfarrei hineingewachsen. Meine Frau Karin gehört zum Team Sunntigsfiir, und ich fahre regelmässig den Kirchenbus. Daher kannte mich Bernhard Neuhold. Er tritt nun als Präsident zurück und fragte mich, ob ich sein Nachfolger werden will.

Benötigen Sie Mut, um das Amt anzutreten?

Kollefrath: Ich habe Respekt, weil es etwas Neues ist. Auftritte vor grösserem Publikum bin ich vom Beruf her gewohnt. Bernhard Neuhold wird mich bis zur nächsten Bürgerversammlung im Frühjahr begleiten. Er war vor acht Jahren auch direkt als Präsident gewählt worden, sein Vorgänger übrigens auch. Ich finde, das ist eine gute Ausgangslage.

Sie sind in Deutschland aufgewachsen. Das dortige Steuersystem ist komplett anders. Reicht Ihr Wissen aus, um eine Behörde zu leiten?

Kollefrath: Ich bin nicht allein. Wir haben uns im Team bereits kennengelernt, ich werde Teil einer guten Mannschaft sein. Die Kontinuität ist gewahrt, da die effektive finanzielle Sachbearbeitung ausgelagert ist.

Welche Pendenzen übernehmen Sie vom heutigen Verwaltungsrat?

Kollefrath: Ich bin in der glücklichen Lage, dass alle grossen Projekte ganz oder fast abgeschlossen sind. Die Kirche ist innen und aussen renoviert, die Kaplanei saniert und neu vermietet sowie die Vergrösserung des Pfarrhaussaals aufgegleist.

Die Stelle des Seelsorgers ist noch vakant. Wird es Ihre Aufgabe sein, eine neue Person zu finden?

Kollefrath: Ich gehe davon aus, dass die Nachfolge von Jürgen Kaesler bis zu meinem Amtsantritt im Januar geregelt sein wird, denn der Rat hat einen Kandidaten, für den die Bitte um Präsentation bei Bischof Markus bereits eingereicht wurde.

Was motiviert Sie?

Kollefrath: Ich engagiere mich, weil ich der Konsum-Mentalität entgegensteuern möchte. Ist mir eine Struktur wichtig, trage ich dazu bei, dass sie erhalten bleibt. Ich möchte meinen Anteil leisten, dass die Leute, anstatt gleich aus der Kirche auszutreten, sich mehr mit anstehenden Themen auseinandersetzen.

Welchen Leitungsstil wenden Sie als Verwaltungsratspräsident an?

Kollefrath: Wie der Name es sagt: Verwalten ist das tägliche Geschäft, mit Verkündigung habe ich direkt nichts zu tun. Ein Team ist nur gut, wenn alle Mitglieder zusammenspielen. Treibt einer quer, wird es schwer, alle wieder unter einen Hut zu bringen. Deshalb werde ich zu Sachfragen mehrere Sichtweisen einholen – auch aus anderen Gremien und Gruppierungen. Wer beteiligt ist, kann auch Entscheidungen nachvollziehen.

Das entspricht ganz dem Schweizerischen Demokratieverständnis.

Kollefrath: Ich schätze jene, die eigenverantwortlich handeln und ihre Ausbildung oder Kompetenzen nutzen. Wer sein Potenzial nutzt, ist fähig, etwas auf den Weg zu bringen. Ich erwarte auch, dass Informationen und Ideen in den Rat zurückfliessen. Unter Team-Engagement verstehe ich, dass man Probleme sieht, sie anspricht, nicht darauf wartet, dass es knallt und dann sagt, man habe es ja gewusst.

Wofür hätten Sie gerne Zeit?

Kollefrath: Ich kandidiere auch für den Kollegienrat. Ich möchte erfahren, welche Ideen es in den anderen Dekanaten gibt, wo Handlungsbedarf ist und wovon man besser die Finger lässt. Ich möchte die Wünsche und Ideen der Pfarreimitglieder und der Kirchbürger kennenlernen. Das, was umsetzbar ist, möchte ich aufgreifen. Ich bin überzeugt, dadurch steigt die Akzeptanz für die Kirche.

Wie lange stehen Sie zur Verfügung?

Kollefrath: Eher für zwei als für eine Amtsdauer. Ich mache es davon abhängig, wie aufwendig die Aufgaben für mich werden.

Wie viel Zeit sind Sie bereit zu investieren?

Kollefrath: Mein Vorgänger zählte etwa zweihundert Stunden pro Jahr. Das war allerdings zur Zeit der Kirchenrenovation. Weil ich mich erst einarbeiten muss, rechne ich in etwa mit der gleichen Stundenzahl. Mein Arbeitgeber gewährt mir flexible Arbeitszeiten. Das ist auch ein Grund, warum ich kandidiere.

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