Nicht überall knallen die Korken

Ein feines Essen mit einer guten Flasche Wein, eine schrille, laute Party oder einfach gemütliches Beisammensein zu Hause: Silvesterabende sind unterschiedlich. Doch nicht alle kommen dazu, um Mitternacht auf das neue Jahr anzustossen.

Remo Zollinger
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RHEINTAL. «Die Bevölkerung bestimmt, wie viel wir zu tun haben», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen – es klingt beinahe wie ein Appell. Die Ordnungshüter werden kaum dazu kommen, Silvester zu feiern.

«Wir blasen aber nicht Trübsal deswegen, denn in unserem Beruf ist das normal.» Die Polizisten würden versuchen, wenigstens gemeinsam ein Abendessen zu geniessen. Für mehr Soziales bleibt aber keine Zeit: Die Silvesternacht ist zwar die letzte, aber nicht die ruhigste im Jahr. Immerhin: «Unfälle im Zusammenhang mit Alkohol passieren nicht öfter. Die meisten wissen, dass sie trinken werden und organisieren sich.»

Auch Personal darf anstossen

Früh beginnt der Abend im Altersheim Geserhus in Rebstein. «Wir richten uns nach den Bedürfnissen der Bewohner, die nicht bis tief in die Nacht feiern können», sagt Geschäftsführer Laurent Déverin. Der Abend beginnt mit einem gemeinsamen Essen, später kommt Maria Hardegger mit der Handorgel vorbei und singt mit den Senioren Lieder. Etwas später als üblich werde es schon, weshalb das Personal länger arbeiten müsse. Um Mitternacht sind nur noch wenige Bewohner wach. Sie dürfen mit den zwei Nachtwachen auf das neue Jahr anstossen.

Gastronomie ist gefordert

Für Gastronomen ist Silvester ein grosses Geschäft. Sie arbeiten die ganze Nacht durch, dürfen sich aber auch über ein volles Haus freuen: «Wir waren in diesem Jahr schon sehr früh ausgebucht», sagt Ivo Saxer vom Restaurant Löwen in Widnau. Ab 22 Uhr ist die Bar für alle geöffnet – der Arbeitstag einer Bardame beginnt erst dann. Besonders hektisch werde es nicht: «An Silvester haben die Gäste Zeit; sie wissen, dass der Abend lange ist. Darum freut sich auch mein Personal, an diesem Abend zu arbeiten.» Auch im «Löwen» dürfen sich die Mitarbeiter um Mitternacht ein Gläschen gönnen.

Zusatzschichten bei der RTB

Wenn die Party langsam zu Ende geht, sind die Feiernden froh um einen funktionierenden öffentlichen Verkehr. Für die RTB bedeutet dies drei Wochenendschichten in Folge: Silvester, Neujahr und Samstag verkehren die Nachtbusse. «Ein besonderer Mehraufwand ist das nicht», heisst es bei der RTB auf Anfrage. Das Busunternehmen hat sich an die Rolle des Partygänger-Transporteurs längst gewöhnt.

Gemächlicher geht es bei der Feuerwehr zu. Obwohl das ganze Rheintal Feuerwerk abbrennt, sind Einsätze nicht häufiger als üblich: Die Feuerwehr fährt den Pikettdienst nicht hoch, da erfahrungsgemäss nur wenig Unfälle passieren. «Grosses Feuerwerk ist ohnehin nicht mehr für jeden zugänglich», sagt Hans Städler, Kommandant der Feuerwehr Altstätten-Eichberg.

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