Nicht nur reden, auch handeln

Rüthi hat das Label Energiestadt erhalten. Es ist damit die 19. Gemeinde im Kanton St. Gallen, die ein Zeichen setzt für einen nachhaltigen Umgang mit Energie.

Meinrad Gschwend
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Helen Felber als Vertreterin des Kantons übergibt das Label an Rüthis Energieverantwortlichen Albert Hasler. (Bild: mg)

Helen Felber als Vertreterin des Kantons übergibt das Label an Rüthis Energieverantwortlichen Albert Hasler. (Bild: mg)

Rüthi. «Wir haben ein wichtiges Teilziel erreicht», betonte Gemeindepräsident Thomas Ammann im Anschluss an die Rüthner Bürgerversammlung, als die Gemeinde offiziell das Label Energiestadt entgegennehmen durfte. «Rüthi ist ein Beispiel, wie auch eine kleine Gemeinde zu ausserordentlichen Leistungen fähig ist», erklärte der Vertreter der Labelkommission.

Energiestadt auch für «Kleine»

Das Label ist die Auszeichnung für eine konsequente und ergebnisorientierte Energiepolitik. Dass Rüthi das Label erhalten dürfe, zeige, dass nicht nur grosse Gemeinden Energiestadt werden könnten, betonte Helen Felber, Leiterin des St. Galler Amtes für Umwelt und Energie. Um das Label zu erhalten, brauche es ein überdurchschnittliches energiepolitisches Engagement und einen zusätzlichen Aufwand. In Rüthi ist dies in beeindruckender Weise geschehen.

Die Arbeitsgruppe «Energiestadt Rüthi», geleitet von Albert Hasler, hat es in einer «Rekordzeit» von eineinhalb Jahren geschafft, das Label zu erreichen.

Sowohl die Vertreterin des Kantons wie auch Hans Steiner als Vertreter des Trägervereines Energiestadt Schweiz und als Delegierter der Labelkommission strichen die bereits ausgeführten Massnahmen hervor.

So hat der Gemeinderat unter anderem beschlossen, kommunale Bauten im Gebäudestandard 2008 von «EnergieSchweiz» zu realisieren, womit ein deutliches Zeichen für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Gebäude gesetzt wird. Weiter wird der gesamte Energieverbrauch für die Strassenbeleuchtung mit Strom aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Weiter ist eine Energieversorgungskarte erstellt worden, die nun eine wichtige Entscheidungsgrundlage liefert.

Wertschöpfung in der Region

Besondere Erwähnung fanden auch die Bemühungen der zwölf Rheintaler Gemeinden auf dem Weg zur ersten «Energiestädteregion der Schweiz». Indem nun Rüthi nach Altstätten, Au, Balgach und Berneck das Label bekommen hat, ist man diesem Ziel einen wesentlichen Schritt näher gerückt. Bereits haben die Gemeinden eine gemeinsame Richtlinie für ein Energieförderprogramm im Gebäudebereich umgesetzt. Rüthi stellt für die Förderung 50 000 Franken zur Verfügung.

«Diese Fördermittel sind gut investiert, denn sie nützen nicht nur der Umwelt und dem Klima, sondern vermindern auch die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen», betonte Helen Felber. Mehr noch: Investitionen im Energiebereich erhalten Arbeitsplätze und stärken die Wertschöpfung in der Region.

Mittlerweile leben im Kanton St. Gallen 235 000 Menschen in einer Energiestadt – das ist knapp mehr als die Hälfte der St. Galler Bevölkerung.

Hans Steiner erinnerte darin, dass eine attraktive Gemeinde nicht mehr drum herumkomme, Energiestadt zu sein. Doch nur das Label zu erreichen, genüge nicht. Vielmehr sei es eine Verpflichtung, weiterhin aktiv zu sein und sich in verschiedenen Belangen für einen vorbildlichen Einsatz für die Verwendung erneuerbarer Energie und für das Energiesparen einzusetzen.

Mit der Bevölkerung

Es braucht nicht nur eine aktive Behörde und eine engagierte Arbeitsgruppe, sondern vor allem eine Bevölkerung, die hinter dem Label steht. Dass dies in Rüthi der Fall ist, zeigt sich allein schon im Umstand, dass die Labelübergabe im Anschluss an die Bürgerversammlung stattfand. Helen Felber und Hans Steiner luden die Bewohnerinnen und Bewohner Rüthis ein, sich weiter aktiv zu engagieren – für die Umwelt und nicht zuletzt für die Kinder und Enkel. Bund und Kanton würden die einzelnen Massnahmen zusätzlich unterstützen.

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