Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Nicht gleichgültig werden

An der Oberrieter Bundesfeier hoch über dem Tal riefen Gemeindepräsident Rolf Huber und die Seelsorger Donat Haltiner und Martin Böhringer auf, mehr miteinander zu reden und die Gemeinschaft zu pflegen.
Max Tinner
Rolf Huber ruft dazu auf, wieder mehr miteinander zu reden, statt sich missverständliche Kurznachrichten per Handy zu schicken. (Bild: Max Tinner)

Rolf Huber ruft dazu auf, wieder mehr miteinander zu reden, statt sich missverständliche Kurznachrichten per Handy zu schicken. (Bild: Max Tinner)

Statt wie letztes Jahr zwei Feiern zu organisieren und sich gegenseitig die Besucher wegzunehmen, haben die SVP und der «Montlinger Schwamm» sich geeinigt, heuer nur eine auf die Beine zu stellen und zwar beim Bergrestaurant. Dass sich dann die Besucher hier konzentriert eingefunden hätten, kann man allerdings nicht sagen. Vielen war es gestern offenbar schlicht zu warm, sich Erstaugustansprachen anzuhören.

Man textet auf dem Handy aneinander vorbei

Davon war offenbar auch FDP-Kantonsrat und Gemeindepräsident Rolf Huber ausgegangen, der die Festrede hielt. Er verzichtete darum auf allzu viel Politik und ermunterte stattdessen, alles etwas ruhiger und überlegter anzugehen – und sich mehr Zeit zu nehmen, miteinander zu reden. Dass die Kommunikation via elektronische Geräte effizienter wäre, sei nämlich ein Trugschluss. «Eine Whats­App-Nachricht, eine SMS oder eine E-Mail ist schnell geschrieben, tschüss und weg – nur wenn dann der Empfänger die Nachricht ganz anders versteht, als sie gemeint war, geht der Ärger erst richtig los», erklärte Huber. Gescheiter wäre es deshalb, sich die Zeit zu nehmen und miteinander zu reden. «Dazu gehört, andere Ansichten zu respektieren», betonte er.

Huber ermunterte weiter, sich von Zeit zu Zeit eine Auszeit von den sozialen Medien zu gönnen. Man sei gar nicht in der Lage, die Nachrichtenflut zu bewältigen – und drohe dabei abzustumpfen und gleichgültig zu werden. Daran werde letztlich die Demokratie leiden: «Die Gleichgültigkeit ist ihr grösster Feind!»

Ein Land der Einigkeit, aber nicht der Einheitlichkeit

Zum Bundesfeiertag dürfe man sich aber auch auf die Wurzeln besinnen und den Vorfahren für das von ihnen Erreichte dankbar sein. Die Schweiz stehe heute als ein Land der Einigkeit, aber nicht der Einheitlichkeit da. Die Vielfalt hinsichtlich Sprachen, Landschaften und Kulturen machten die Schweiz zu einem Juwel, dem es Sorge zu tragen gelte. «Gestalten wir unsere Zukunft, ohne dabei unsere Traditionen zu vergessen», ermunterte Rolf Huber seine Zuhörerinnen und Zuhörer, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen.

Ähnlich sehen es Pfarrer Martin Böhringer und Pastoralassistent Donat Haltiner, die den ökumenischen Gottesdienst gestalteten. Haltiner stellte aber auch fest, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl fragil ist. Provokationen wie die Doppeladlergeste der Fussballer kosovarischer Abstammung genügten für einen Streit, der die Gesellschaft auseinander treibe. Christus lehre uns aber etwas anderes als Streit, nämlich seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst. Mehr als die Zuwanderung fürchtet Haltiner denn auch, dass immer mehr ihre christlichen Werte verlieren. Martin Böhringer erinnerte daran, dass sich niemand aussuchen könne, in welchem Land er geboren werde. Da dürfe man durchaus dankbar sein, in einem Land der Freiheit leben zu dürfen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.