Nicht gerade «ein Bächlein, helle» in Oberriet: Anwohner äussern Kritik am Unterhalt des Rietli-Aubach

Anwohner kritisieren, der Unterhalt am Rietli-Aubach werde vernachlässigt. Der Gemeindepräsident hält dagegen.

Max Tinner
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«Ein Bach braucht auf seiner ganzen Länge ein sauberes Profil»: Elmar Lüchinger auf der Looweg-Brücke über den Rietli-Aubach.

«Ein Bach braucht auf seiner ganzen Länge ein sauberes Profil»: Elmar Lüchinger auf der Looweg-Brücke über den Rietli-Aubach.

Bild: Max Tinner

Der Unterhalt am Rietli-Aubach wird von der Gemeinde vernachlässigt. Dieser Ansicht sind jedenfalls Elmar Lüchinger und mit ihm, wie er sagt, einzelne weitere Anwohner. Ihre Kritik: Der Bach verkraute, sowohl durch Wasserpflanzen im Bach als auch durch langgewachsenes Gras vom Ufer her. Auf der Bachsohle setze sich Schlamm ab, was den Querschnitt reduziere und so die Hochwassersicherheit beeinträchtige: Bei hohem Wasserstand könne sich Wasser bis in die Schächte bei den Häusern zurückstauen, sagt Elmar Lüchinger. Steine, die im Zuge einer Renaturierung ins Bachbett gesetzt wurden, reduzierten den Querschnitt zusätzlich. Ausserdem würden Bisamratten Höhlen in die Böschung graben, was die Stabilität des Ufers mindere. Und sollte der Biber den Bach stauen, wäre es mit der Hochwassersicherheit ganz dahin.

Aus dem Bach stinke es

Was Lüchinger weiter kritisiert: Aus dem Bach stinke es zuweilen, wohl durch Faulgase aus dem Schlamm. Er spricht auch von Unrat im Bach, von Ratten und toten Fischen. Der Bach sei «kein Aushängeschild für ein lebenswertes Oberriet». Er fordert, dass der Bach wie andere Bäche in der Gemeinde gepflegt wird und dass Steine, Bewuchs und Ablagerungen aus dem Bachprofil entfernt werden.

Gemeindepräsident Rolf Huber relativiert die Kritik. Der Bach werde sehr wohl unterhalten. Genau wie Lüchinger es fordert, werde die Böschung regelmässig abgebaggert, nämlich alle drei Jahre, das nächste Mal im kommenden Jahr, aus Rücksicht auf die Natur allerdings vorerst nur auf einer Seite des Bachs; die andere Seite werde ein anderes Jahr abgebaggert.

Die Verkrautung sei eine normale Erscheinung in einem langsam fliessenden Bach ohne durchgehende Beschattung. Eine höhere Fliessgeschwindigkeit bekomme man nicht hin – weil das Gefälle durch die Höhe der Einmündung in den Binnenkanal gegeben sei.

Man kann nicht ausbaggern, grad wie man möchte

Die Auflandung der Bachsohle werde beobachtet. Man könne den Bach aber nicht einfach ausbaggern, wie es einem gefällt: «Die Gemeinde hat gesetzliche Vorgaben zu beachten», betont Huber. Er räumt zwar ein, dass durch die bei der Renaturierung in den Bach gesetzten Steine die Hochwassersicherheit reduziert wurde, aber nur geringfügig.

Im Auge habe die Gemeinde auch, was Bisamratten und Biber in der Gegend treiben. Von Bisamratten am Bach wisse man zwar; Schäden an der Böschung, die deren Stabilität gefährden würden, habe man bisher aber nicht feststellen können.

Der Biber wiederum baue bislang nur im Entlastungskanal der Grube Loo; den Rietli-Aubach habe er noch nicht gestaut. Die Gemeinde stehe aber in Kontakt mit den zuständigen Stellen des Kantons und des Bundes, um Massnahmen zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes ergreifen zu können, ohne dass das geschützte Tier in seiner Lebensweise beeinträchtigt wird.

Wovon der Gemeindepräsident nichts wissen will, ist, dass es aus dem Bach stinke. Auf der Gemeinde sei keine dahingehende Reklamation eingegangen, hält Rolf Huber fest.