Nicht alle Gemeinden «fäschten» gleich richtig

RHEINTAL. Zum Konzept «Richtig fäschten» der Rheintaler Gemeinden gehört auch ein Coaching der Festorganisatoren durch die Geschäftsstelle des Zweckverbands Kehrichtverwertung Rheintal (KVR).

Max Tinner
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RHEINTAL. Zum Konzept «Richtig fäschten» der Rheintaler Gemeinden gehört auch ein Coaching der Festorganisatoren durch die Geschäftsstelle des Zweckverbands Kehrichtverwertung Rheintal (KVR). Damit werden Veranstalter in den KVR-Gemeinden von Rüthi bis Rheineck und ebenso in Walzenhausen, Reute und Oberegg einheitlich beraten. Bei der Erteilung der Bewilligungen handhaben die Gemeinden das Konzept aber unterschiedlich. Manche Veranstalter müssen Mehrweggeschirr verwenden, ob sie möchten oder nicht, anderen bleibt es freigestellt. Das führt zu Unmut (siehe dazu auch: «Vorschriften, bis das Bier schal wird», Seite 37).

«Grundsätzlich haben sich die Gemeinden dafür ausgesprochen, die Ansätze von <Richtig fäschta> als Empfehlung anzuwenden», sagt Thomas Ammann, Gemeindepräsident von Rüthi. Dort wird Veranstaltern von Festen ab etwa 400 Besuchern das Beratungsgespräch vorgeschrieben. «Bei grösseren Veranstaltungen legen wir zudem Wert darauf, dass Mehrwegbecher verwendet werden», sagt Ammann. Hält ein Veranstalter dennoch an Einwegbechern fest, wird ihm die Bewilligung deswegen aber nicht verweigert.

Dies entspricht dem Mittelweg, wie ihn die meisten Gemeinden gehen. In Au und in Diepoldsau hingegen besteht man bei grösseren Festen auf Mehrwegbecher: «Aus der ökologischen Verantwortung heraus», begründet dies der Auer Gemeindepräsident Christian Sepin.

Keine solche Pflicht besteht in Widnau, Marbach oder Altstätten. Das «Richtig fäschta»-Konzept wird als Empfehlung abgegeben, aber nicht zur Auflage gemacht. Auch in Rheineck setzt man auf die Eigenverantwortung der Veranstalter. An manchen Festen verwenden die Veranstalter aber von sich aus Mehrweggeschirr, etwa am Gassenfest in Marbach, am Moschtifäascht in Widnau und nicht zuletzt an der Strassenfasnacht in Altstätten, einer der grössten Veranstaltungen im Tal. Fasnachts-OK-Präsident Alex Zenhäusern wünschte sich, die Gemeinden wären alle gleich konsequent und würden Mehrweggeschirr vorschreiben. «Wär's überall gleich, gäb's keine Diskussion mehr», sagt er. Ohnehin kenne das Publikum die Mehrwegbecher von den verschiedensten Grossveranstaltungen, etwa Open Airs, und habe sich daran gewöhnt.

Unzufrieden mit der unterschiedlichen Handhabung ist auch Alex Arnold, Gemeindepräsident von Eichberg und seit letztem Frühling KVR-Verwaltungsratspräsident. An einer der nächsten KVR-Sitzungen möchte er darum mit den anderen Gemeindepräsidenten über das «richtige fäschten» diskutieren.

Details zum Konzept «Richtig fäschta» findet man im Internet auf www.kvr-rheintal.com.

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