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«Neun Leben verändert – yeah!»

DIEPOLDSAU. Während eines halben Jahres arbeitet der Diepoldsauer Yves Störi als Musiklehrer in einem Waisenhaus. In einer mausarmen Gegend Brasiliens. Er leistet einen Zivildienst bei einem Hilfswerk statt dem WK in der Armee. Aus den EO-Geldern bezahlt er einer neunköpfigen Familie ein Haus.
René Schneider
Der Rohbau ist fertig. Die neunköpfige Familie (mit Yves Störi und vier Helfern) kann bald einziehen. (Bild: pd)

Der Rohbau ist fertig. Die neunköpfige Familie (mit Yves Störi und vier Helfern) kann bald einziehen. (Bild: pd)

«Im Zivildienst erhält man EO, und diese zu verbrauchen ist schwer in der Pampa von Brasilien», schreibt der Diepoldsauer Yves Störi in seinem Blog für seine Freunde und Bekannten im Rheintal. Dann folgt der unglaubliche Satz: «Ich habe mich entschlossen, einer neunköpfigen und sehr armen Familie aus dem Geld auf Weihnachten ein Haus zu schenken.»

Das bisherige Haus der Familie aus Palmblättern sei bei Regen undicht, das Kochen auf offenem Feuer brandgefährlich, und nicht selten seien Schlangen ins Haus gekrochen.

Mit lokalen Helfern

Der Diepoldsauer Zivildienst-Leistende organisierte erfahrene Helfer und Handwerker, die ihr Können in ihrer Freizeit zur Verfügung stellen. Die Bauarbeiten, bei denen er neben seiner Arbeit als Musiklehrer tatkräftig mithilft, dauern schon einen Monat. Die Familie soll pünktlich zu Weihnachten einziehen können. Auf Anfrage präzisiert Yves Störi, dass das einfache, aber dank der Fronarbeit vieler auch für brasilianische Verhältnisse sehr günstig realisierte Haus, etwa 7000 Franken kosten werde.

Yves Störi in seinem Blog: «Für den Weihnachtsabend organisiere ich mit der Familie zusammen ein Fest, um den Schlüssel zu übergeben und das Haus gebührend einzuweihen. Die Familie ist bereits überglücklich und strahlt vor Freude. Sie hätte nie die Möglichkeit gehabt, ein eigenes Haus zu bauen.»

Weiter schreibt der Diepoldsauer freudig: «Ich kann hier das Leben von neun Personen verändern, yeah!»

Zivildienst statt WK

Yves Störi reiste im September, statt in einen weiteren WK einzurücken, mit Unterstützung eines Schweizer Hilfswerks als Zivildienst-Leistender in den Nordosten Brasiliens. Er unterrichtet in einem kleinen Dorf als Musiklehrer in einem Waisenhaus. Für Aufsehen sorgte er schon vor seiner Abreise, weil er im Rheintal auf unkonventionelle und originelle Weise (Ausgabe vom 30. Juli) 2500 Franken für eine Gitarre und vierzig Mundharmonikas sammelte. Er wird die Instrumente bei seiner Abreise dem Waisenhaus schenken. Doch war der Start alles andere als einfach, wie er seinen Freunden schreibt: «Es ist verdammt hart, in einem fremden Land anzukommen, niemanden zu kennen und die Sprache nur minim zu sprechen.»

Kulturschock überwunden

Geholfen haben ihm die strahlenden Gesichter der Kinder und ihre Freude an den Instrumenten und der Musik. Auch sei er in seiner Gastfamilie sehr herzlich aufgenommen worden. Inzwischen spricht Yves Störi fliessend Portugiesisch und gar den regionalen Dialekt «der dem Tippilzouerisch sehr ähnlich ist», wie er fröhlich anmerkt. Yves Störi wird Mitte Februar in die Schweiz zurückkehren und sein Studium in Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen abschliessen. Vielleicht ergebe sich später, schreibt er, eine Möglichkeit, zurückzukehren und beruflich in Brasilien zu starten. Denn: «Die Sprachbarriere und den Kulturschock habe ich bereits überwunden.» Die zweiten drei Monate seines Einsatzes und bis zu seiner Abreise geniesse er bei Dorffesten, an der Haus-Übergabe, bei Wasserfall-Besuchen und an Töff-Ausflügen so wie in «vielen glücklichen Stunden mit den Kindern».

Blog des Diepoldsauer Zivildienstlers: stoeriyves.wordpress.com

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