Neugründung
Hoffnung für Rheintaler Basketballfans: Wie Diepoldsau wieder zu einem Club kam

Nach beinahe zwanzigjähriger Durststrecke gibt es im Rheintal wieder einen Basketballverein.

Sara Burkhard
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Die Gruppe für Schüler der Mittelstufe umfasst bereits rund 15 Mitglieder, die momentan fleissig Korbleger- und Passübungen trainieren.

Die Gruppe für Schüler der Mittelstufe umfasst bereits rund 15 Mitglieder, die momentan fleissig Korbleger- und Passübungen trainieren.

Bild: Sara Burkhard

Dünn besiedelt, karges Angebot, oder einfach kurz gesagt: ein schwarzes Loch. Vereine gibt es keine und die allermeisten öffentlich zugänglichen Sportplätze haben entweder gar keinen Basketballkorb oder kein Netz am Korb, oder einen Korb auf der falschen Höhe oder einen Korb, der auf einem komplett unmöglichen Untergrund wie beispielsweise Kies steht.

Das Rheintal hat, wenn es um eine der weltweit grössten Sportarten wie Basketball geht, noch so einiges an Aufholbedarf. Das wollen ein paar engagierte Enthusiasten aus Diepoldsau jetzt ändern: Sie haben den momentan einzigen Basketballverein für Kinder und Jugendliche im Rheintal ins Leben gerufen. Trainiert wird im Oberstufenzentrum Kleewies sowie in der Mehrzweckhalle Kirchfeld in Diepoldsau, gestartet wurde gerade erst Ende April.

In kürzester Zeit von der Idee zum Trainingsstart

Der Ansporn, einen Basketball-Verein zu gründen, kam dabei von den Kindern und Jugendlichen selbst. «Durch meine Vernetzung mit der Schulsozialarbeit in Diepoldsau merkten wir, dass hier wirklich ein Bedürfnis vorhanden ist», sagt Nadine Söldi, Aktuarin des Vereins.

Dann ging plötzlich alles sehr schnell: Sobald man grünes Licht für eine Trainingszeit in der Halle hatte, wurden innerhalb von zwei Wochen ein Verein gegründet, Statuten geschrieben, Flyer gestaltet und Trainer organisiert. Dass man dabei auf der richtigen Spur ist, zeigte sich rasch: «Wir hatten innerst kürzester Zeit eine volle Trainingsgruppe und uns wurde auch das überregionale Interesse bewusst», sagt Yves Munz, Präsident des neuen Vereins. Kein Wunder – die nächsten Trainingsgruppen findet man in der Region sonst erst im Österreich, Liechtenstein oder in der Stadt St.Gallen. Den Gründern wurde klar: Hier herrscht Aufholbedarf.

Trainingsbetrieb noch reduziert

Dank engagierten Eltern, die selbst teilweise Profi-Basketballerfahrung haben, wurden schnell Trainer gefunden. Und auch wenn momentan aufgrund der bestehenden Coronabestimmungen nur Jahrgänge bis 2001 trainieren dürfen, Anfragen kommen ständig rein. «Es ist toll. Sowohl Kinder wie auch Erwachsene scheinen förmlich auf so einen Verein gewartet zu haben. Es ist unglaublich, mit welcher Motivation alle dabei sind», meint Nadine Söldi begeistert. Dies gäbe den Initianten des Vereins auch viel Freude zurück.

Die Kapazität von Basketball Diepoldsau beschränkt sich momentan auf je eine Erwachsenen- und eine Kindergruppe, bestehend aus jeweils rund 15 Personen. Die Trainingshalle ist erst bis im Herbst gesichert, von einem «Versuch» will Präsident Munz jedoch absolut nichts wissen:

«Nein, wir sind optimistisch. Wir bauen hier etwas auf, das wird nur wachsen und weiter bestehen – wir wollen den Kindern hier eine echte Plattform bieten.»

Auch wenn der Start erfolgreich war, betont Yves Munz, dass der Verein ständig auf der Suche nach mehr Interessierten sei: «Längerfristig wird es für den Verein wichtig sein, ein grösseres, überregionales Interesse generieren zu können.» Aber bis dahin steht noch viel Arbeit an: «Es ist das Jahr 2021, eigentlich müssten wir uns als Nächstes um eine Website kümmern», lacht Nadine Söldi.

Hinweis: Kontakt-Mailadresse: basketball-diepoldsau@gmx.ch