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Neues Unkraut im Garten

WIDNAU. Sie sieht der Walderdbeere zum Verwechseln ähnlich, allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass ihre Früchte nur als Zierde dienen. Die Indische Scheinerdbeere (Duchesna indica) hat mit ihren leuchtenden Früchten schon viele hinters Licht geführt.
Susi Miara
Die Indische Scheinerdbeere könnte zur Konkurrentin der Walderdbeere werden und diese womöglich sogar verdrängen. (Bilder: Susi Miara)

Die Indische Scheinerdbeere könnte zur Konkurrentin der Walderdbeere werden und diese womöglich sogar verdrängen. (Bilder: Susi Miara)

Manchmal fragt man sich, was da denn jetzt schon wieder für eine Pflanze im Garten wächst. Man hat sie nicht angepflanzt oder gesät und als Unkraut kennt man sie auch nicht. So ging es auch Peter Federer, als er vor einem Jahr erstmals die Indischen Scheinerdbeeren in seinem Garten entdeckte. Damals waren es nur einige wenige. Dieses Jahr haben sich die Pflanzen fast schon invasiv verbreitert. «Erst habe ich sie für Walderdbeeren gehalten», sagt Federer. Er probierte eine und war enttäuscht.

Seltsames Früchtchen

Auch andere Gartenbesitzer mögen sich schon gewundert haben, wenn auf einmal in einer Ecke des Grundstücks diese seltsamen Erdbeeren auftauchten. Blätter und Früchte ähneln denen der Walderdbeere, doch wer beherzt probiert, wird schnell enttäuscht sein. Süsse und Geschmack fehlen völlig. Es ist eben eine Scheinerdbeere, genauer die Indische Scheinerdbeere (Duchesnea indica). Diese Pflanze gehört also nicht ganz in die Gattung der Erdbeeren und ist eher mit dem Fingerkraut verwandt, weshalb sie in der Literatur auch unter dem Namen Potentilla indica geführt wird. Es gibt wichtige Merkmale, wodurch man die Pflanze von der Walderdbeere unterscheiden kann: Ihre Blüten sind gelb (nicht weiss), die Früchte stehen aufrecht, statt zu hängen, die Frucht hat keine Härchen, sondern Noppen, sie riecht nach nichts und innen ist sie vollkommen weiss. Die Scheinerdbeere ist in Süd- und Südostasien beheimatet und kommt in China, Afghanistan, Indien, Bhutan, Nepal, Indonesien, Japan und Korea vor. Dort wächst sie an Berghängen in Wiesen, an Flussufern, Feldrändern und feuchten Standorten bis 3100 Meter Höhe. In Mitteleuropa wurde sie Mitte des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze eingeführt, ist stellenweise verwildert und gilt als potenziell invasiv. In Mitteleuropa wächst sie zerstreut in frischen Hecken, auf Kunstrasen, in städtischen Innenhöfen, Gärten und an Waldrändern. Sie ist eher anspruchslos und kann sich über Ausläufer sehr schnell verbreiten. Deshalb ist sie auch als Bodendecker bei Gärtnern sehr beliebt. Die Blätter der Scheinerdbeere bestehen aus drei Einzelblättchen und sind leicht behaart. Die leuchtend-roten Früchte reifen im Spätsommer und Herbst. Sie enthalten wenig Saft und schmecken eher fad, sind aber nicht giftig.

Gefahr für die Walderdbeere

Heute ist die Scheinerdbeere in Siedlungen als Neophyt (Neu-Einwanderer unter den Pflanzen) fest eingebürgert und durchaus häufig. Ihre Ausbreitung ist noch nicht abgeschlossen. Solange die Art im Siedlungsbereich bleibt, ist alles «halb so wild», sagen die Experten. Sie wissen aber auch, dass die Indische Scheinerdbeere das Potenzial hat, in benachbarte Waldränder und Wälder einzudringen und dort die heimische Walderdbeere und andere niedrige Kräuter zu bedrängen.

Erfahrungen von anderen Neophyten zeigen, dass Siedlungen schon häufiger Ausgangspunkte für invasive Waldarten waren. Bei der Indischen Scheinerdbeere haben sich diese Vermutungen bis heute noch nicht bestätigt. Die Pflanze wird aber von den Wissenschaftern auch in Zukunft genau beobachtet.

Die Blüten sind gelb.

Die Blüten sind gelb.

Die Früchte haben «Noppen».

Die Früchte haben «Noppen».

Innen ist die Frucht weiss.

Innen ist die Frucht weiss.

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