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Neues über Altes erfahren: Die «Lange Nacht der Museen» fand auch im Rheintal statt

Die «Lange Nacht der Museen» lockte deutlich weniger Leute in die acht teilnehmenden Museen im St.Galler Rheintal als andere Male. Wer allerdings kam, war erfreulich interessiert, stellte man zwischen Altenrhein und Rüthi fest.

Max Tinner
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Eine aussergewöhnliche Sammlung alter Töff präsentiert Josef Wüst in seinem Museum in Oberriet, im Besonderen Schweizer Motosacoches.
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In Balgach erklärt René Tanner die alte Handstickmaschine.
Christoph Kühler (vorn), Urs Hermann und Stefan Lan­genegger kochen in der Festungsküche Gerstensuppe.
 Steffan Arends genehmigt sich in Schwärzerles-Theres’- Hus in Rüthi einen Most, Monika Meyer liest vor.
 Neckisches Detail: Jeanette Nussbaumer zeigt in ihrem Museum in Rüthi eine Puppe, die Zwillinge erwartet.
 Die Exponate im Museum Montlingen belegen, dass der Ort zur Bronzezeit ein bedeutender Handelsplatz war.
Edle Gefährte: Das Flieger- und Fahrzeugmuseum in Altenrhein verfügt über eine ganz besondere Sammlung.
 Hubert «Hübi» Müller malte im Gemeindemuseum Rothus in Oberriet.

Eine aussergewöhnliche Sammlung alter Töff präsentiert Josef Wüst in seinem Museum in Oberriet, im Besonderen Schweizer Motosacoches.

Am Samstag war wieder «Lange Nacht der Museen». An diesem österreichweiten Anlass unter dem Patronat des Österreichischen Rundfunks ORF nehmen in den Grenzregionen seit ein paar Jahren auch Museen der Nachbarländer teil. Im St.Galler Rheintal öffneten acht Museen ihre Türen für ein Publikum, das erpicht darauf war, Neues über Altes zu erfahren: das FFA Flieger- und Fahrzeugmuseum in Altenrhein, das Festungsmuseum Heldsberg in St.Margrethen, das Handsticklokal im Alten Rathaus in Balgach, das Gemeindemuseum Rothus und das Motorradmuseum Wüst in Oberriet, das Museum Montlingen sowie das Puppen- und Spielzeugmuseum und das Ortsmuseum in Rüthi.

Die Besucherzahlen blieben dabei deutlich unter jenen der letzten «Langen Nacht der Museen» vor zwei Jahren. 2019 zählten die damals neun teilnehmenden Museen 1450 Besucherinnen und Besucher. Dieses Mal waren es nur knapp 690. Die Corona-Einschränkungen – der Zutritt wurde von einem Zertifikat abhängig gemacht – dürften dabei eine Rolle gespielt haben, vielleicht auch der fast sommerlich linde Abend, den manche womöglich lieber anders verbringen mochten.

Meiste Besucher im FFA- und im Festungsmuseum

Am meisten frequentiert waren wie schon in früheren Jahren das Festungsmuseum und das Flieger- und Fahrzeugmuseum, wo 260 bzw. 160 Besucherinnen und Besucher gezählt wurden. Das sind zwar auch hier deutlich weniger als an früheren Anlässen, «aber das Publikum war aufgestellt und interessiert», bilanziert Amanda Blatter vom FFA-Museum. Die anderen Museen im St.Galler Rheintal zählten zwischen 20 und 71 Besucherinnen und Besucher.

Wertvoll, an der «Langen Nacht» dabei zu sein

Bei offenem Haus bis um 1 Uhr in der Nacht scheint der Aufwand enorm. Und doch lohne er sich, sagt Claudio Senn vom Museum Montlingen. Nur schon im Museumsführer mit den 86 in und um Vorarlberg teilnehmenden Museen aufgeführt zu sein, sei für ein kleines Museum wie jenes in Montlingen wertvoll. Manche kämen womöglich bei anderer Gelegenheit her, wenn ihnen die Zeit in dieser Nacht dazu nicht mehr gereicht hat. Tatsächlich meinten zwei Vorarlberger Besucherinnen denn auch, nächstes Mal bei Tag wiederzukommen – um sich die Kirche anzuschauen, die eine spannende Geschichte hat.

Dass es sich lohnt, das Museum bis zum Schluss offenzuhalten, stellte Josef Wüst fest, der sein Motorradmuseum in Oberriet erst vor Kurzem eröffnet hatte. Die letzte Gruppe mit zwölf Personen kam erst um Viertel vor eins und blieb bis halb zwei. Für sein Museum wertet er die insgesamt 61 Besucherinnen und Besucher als grossen Erfolg.

Hüter einzigartiger Exponate

Wo die Leute länger verweilten, lag dies nicht zuletzt an der Begeisterung, mit der die Betreiberinnen und Betreiber der Museen die spannende Geschichte ihrer Exponate erzählten. Grad die kleinen Museen sind zudem Hüter einzelner europaweit, teils weltweit einzigartiger Ausstellungsstücke. Das macht oft Lust zu einem zweiten Besuch, der dann noch länger ausfallen dürfte – was nicht zuletzt Ziel des Anlasses ist.

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