Neues Standbein in Singapur

Mit dem Erwerb der Firma Unisteel in Singapur verstärkt SFS das dritte Standbein, die Elektronik-Industrie. Auf dem asiatischen Markt wird die Firma somit bald eine grössere Rolle spielen, sagt Mediensprecher und Mitglied des Verwaltungsrates Christian Fiechter.

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Christian Fiechter ist überzeugt, dass sich SFS durch die Akquisition auf dem asiatischen Markt etabliert. (Bild: Archiv)

Christian Fiechter ist überzeugt, dass sich SFS durch die Akquisition auf dem asiatischen Markt etabliert. (Bild: Archiv)

Herr Fiechter, inwiefern handelt es sich bei der Übernahme von Unisteel um ein wichtiges Ereignis für SFS?

Christian Fiechter: Es ist die grösste Firmen-Übernahme, die SFS je getätigt hat. Der Hauptsitz befindet sich in Singapur, weitere Produktionsstätten sind in Malaysia und im Grossraum Shanghai. Insgesamt werden 2700 Mitarbeiter beschäftigt sein. Der Umsatz beträgt bei voller Leistung pro Jahr 300 Millionen US-Dollar.

Gab es denn bei SFS nicht schon viele andere Übernahmen von diversen Unternehmen?

Fiechter: Ja, es gibt viel Zuwachs aus dem In- und Ausland. Es kommen fast jedes Jahr einige Unternehmen dazu. Die zweitgrösste Übernahme war die der Firma Gesipa in Deutschland, ein Konzern mit mehreren internationalen Standorten. Dort beschäftigen wir ungefähr 800 Mitarbeiter. Auch in den USA gab es ein solches Projekt. Wir müssen wachsen, nicht nur intern, sondern durch Zuwachs aus dem Ausland. Unisteel ist aber bisher die grösste Akquisition von SFS.

Was ändert sich mit Unisteel an der Position von SFS im asiatischen Raum?

Fiechter: Unsere Position in Asien wird durch die Übernahme gefestigt. Wir sind bereits in China in Zusammenarbeit mit einem koreanischen Unternehmen in der Automobilbranche tätig, ebenso arbeiten wir mit der Firma Indo-Schöttle in Indien zusammen. Hinzu kommen weitere Aktivitäten in der Türkei. Dennoch hilft uns Unisteel dabei, SFS in Asien noch mehr zu etablieren. Nicht nur dieser Vorteil hat uns zum Kauf bewogen: Mit dem neuen Geschäftszweig gelingt es uns, im Elektronik-Bereich wieder vermehrt Fuss zu fassen.

Wäre das nicht auch mit der Schweiz als Produktionsort möglich gewesen?

Fiechter: Unisteel hat sich vor allem auf die Herstellung von Miniaturteilen aus Metall und Kunststoff für die Elektronik-Industrie spezialisiert. Hauptabnehmer sind Kunden aus der Fertigung von Mobiltelefonen, Smartphones, Tablets sowie Magnetplattenspeicher. Da diese Produkte in Europa kaum noch hergestellt werden, braucht es die von uns gefertigten Teile nicht hier, sondern in Asien. Wir produzieren nicht nur dort, sondern finden unsere Abnehmer auf dem gleichen Kontinent. Wir betreiben also keinen Export. Unsere drei Haupt-Standbeine sind die Automobil-, Bau- und Industrie-Branche. Letzteres hat durch den Verlust an Aufträgen in der europäischen Elektronik-Industrie immer mehr abgenommen. Mit der Produktion und dem Vertrieb in Asien an einen bereits bestehenden Kundenstamm bietet sich uns eine Chance, in diesem Bereich wieder aktiver zu werden.

Warum stand Unisteel zum Verkauf, wenn das Unternehmen doch über einen grossen Kundenstamm verfügt?

Fiechter: Unisteel war schon seit längerer Zeit ein Wunschkandidat für das Firmenportfolio von SFS. Schon einmal ist verhandelt worden, allerdings erfolglos. Damals wurde die Firma von Angestellten und einer Private-Equity-Gesellschaft übernommen. Nun war die Firma wieder auf dem Markt und die Verhandlungen verliefen dieses Mal erfolgreich.

Werden die SFS-Produkte, die in Asien hergestellt werden, qualitativ gleichwertig sein?

Fiechter: Ja, und das zu 100 Prozent. Die Firma Unisteel besteht schon seit 20 Jahren, das Unternehmen verfügt über ein riesiges Fertigungs-Know-how.

Wie verhält es sich mit den Arbeitsbedingungen bei Unisteel?

Fiechter: Gemessen an asiatischen Verhältnissen bietet Unisteel sehr fortschrittliche Arbeitsbedingungen. Das Unternehmen ist sehr gut eingerichtet und die Firmenkultur gleicht der unseren. Dies insbesondere in Bezug auf die hohen Ansprüche an Qualität, Sicherheit und Verantwortung für Mensch und Umwelt. Dieses Thema ist uns wichtig, und das nicht nur aus Reputationsgründen.

Wird sich im SFS-Hauptsitz in Heerbrugg durch die Firmen-Übernahme etwas ändern?

Fiechter: Eigentlich nicht, denn wir haben die Produktion der Miniaturteile nicht verlagert, sondern an einem neuen Standort wieder aufgenommen.

Werden einige SFS-Mitarbeiter nach Singapur übersiedeln?

Fiechter: Sicher werden einzelne Mitarbeiter vor Ort sein. Das ist wichtig, um den Kontakt zu unserem Hauptsitz in der Schweiz aufrecht zu erhalten. Dennoch müssen wir ein zwanzigjähriges Unternehmen nicht anleiten – wie bereits gesagt: Das Know-how ist vorhanden. Unisteel wird zudem ihren Firmennamen behalten, und es wird auch sonst einen nahtlosen Übergang geben.

Entwickelt sich SFS mit der Belieferung der asiatischen Elektronik-Industrie nach und nach selbst zu einem High-Tech-Konzern?

Fiechter: Ich denke, das waren wir schon immer. Wir stellen schliesslich keine Normalteile her. Unsere Devise lautet Präzision.