Neues Projekt ist konsensfähig

Am Donnerstagabend stellte Gemeindepräsident Roland Wälter gemeinsam mit Fachleuten aus der Projektleitung die überarbeitete Planung zur Zentrumsgestaltung Diepoldsau vor. Zur Abstimmung kommt das Geschäft nächsten Sommer.

Max Pflüger
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DIEPOLDSAU. Ende Juni 2014 lehnten die Diepoldsauer Stimmbürger mit knappen 22 Stimmen Differenz einen Kredit über 9,6 Mio. Franken zur Neugestaltung des Dorfzentrums an der Urne ab. In einer Umfrage sowie bei einem «Blick in die Werkstatt» konnten die Einwohner den Projektverantwortlichen ihre Wünsche, Meinungen und Begehren offenlegen. Daraus entstand ein neues Projekt, das den Stimmbürgern am 5. Juni 2016 vorgelegt werden soll. Anlässlich einer Informationsveranstaltung zum Zwischenstand zeigte Gemeindepräsident Roland Wälter am Donnerstagabend auf, welche Änderungen und Massnahmen im neuen Projekt Aufnahme gefunden haben.

Am Informationsanlass wirkten Projektleiterin Marilene Holzhauser, Verkehrsplaner Dominik Bieli und Stadtplaner Mathias Brühlmann mit, ausserdem trugen mit profundem Sachwissen Verkehrsplaner Simon Seger sowie Werner Lendenmann, Chef Verkehrstechnik von der Kantonspolizei St. Gallen, bei.

Bevölkerung konnte mitwirken

Neugestaltung von Dorfzentren ist nicht einfach. Die Planung weckt bei den Einwohnern unterschiedliche Ansprüche und Begehren: Begegnungszonen sollen entstehen – Geschäftsräume erhalten bleiben – Das Dorfbild soll gefällig werden, aber was heisst das? – Man wünscht Anbindung an den öV – Sicherheit für den Langsamverkehr – zügige Durchfahrt für Autos – eine Quadratur des Zirkels. Es ist daher wenig erstaunlich, dass die Neugestaltung auch in Diepoldsau nicht auf Anhieb realisiert werden konnte.

Auf Wunsch der Bürger wurde auf den Baumplatz und die Erweiterung der Tiefgarage östlich der Post – verbunden mit dem Abbruch der dortigen Liegenschaften – verzichtet. Ebenso wird die Steigstrasse nicht mehr in die Gestaltung einer Begegnungszone einbezogen. Wichtig ist, dass der Bus nicht mehr auf dem Dorfplatz wenden, sondern bis zum neuen Wendeplatz beim Altersheim weiterfahren wird. Die Begegnungszone, der Chilbi- und Marktplatz, muss damit nicht mehr teilweise für den Busverkehr freigehalten werden.

Für den Langsamverkehr ist wichtig, dass alle Querverbindungen über die Hauptstrasse signalgesteuert werden. Die Fussgängerverbindung in der Mitte erhält eine grössere Bedeutung. Der Veloweg auf der Kantonsstrasse wird auf 1,80 Meter verbreitert. Aus verschiedenen verkehrstechnischen Überlegungen, vor allem auch für die Sicherheit der Velofahrer, wird auf Kreisellösungen verzichtet. Fragen zu Kreisel, Lichtsignalen und Fussgängerstreifen hatten in der allgemeinen Diskussion anschliessend dann auch die grösste Bedeutung.

Auf gutem Weg

Die Bemühungen der Projektleitung um ein tragfähiges Neugestaltungskonzept unter Einbezug der Vorschläge und Wünsche der Diepoldsauer hat jedoch zu einem abgespeckten und offensichtlich konsensfähigen Vorschlag geführt. Dieser soll nun in der Folge verfeinert und detailliert ausgearbeitet werden. Es ist anzunehmen, dass der Kreditantrag von nur noch 7,37 Mio. Franken im kommenden Jahr die Abstimmungshürde schaffen wird. Anlässlich der Vorstellung vom Donnerstag waren jedenfalls im Gesamten nur noch positive Urteile zu hören, Kritik beschränkte sich auf Detailfragen vor allem eben zum Verkehr, die in der Projektleitung noch einmal angesehen werden.

Die nächsten Schritte

Das Projekt geht nun zurück in die Projektleitung und wird dort detailliert ausgearbeitet. Im Februar oder März des kommenden Jahres wird der Gemeinderat darüber befinden. Die Urnenabstimmung wird auf den 5. Juni 2016 vorgesehen.

Ebenfalls von Bedeutung ist die öffentliche Präsentation der Netzstrategie (Verbindung der Autobahnen A13/A14 im Rheintal und in Vorarlberg) durch Regierungsrat Willi Haag im Mai 2016.

Informiert wird die Bevölkerung durch eine permanente Ausstellung der Projektarbeiten im Foyer des Gemeindehauses sowie im Internet auf der Website www.diepoldsau-zentrum.ch. Sie wird Mitte nächster Woche aufgeschaltet.