Neues Pfarreiheim in Varianten

Im Juni letzten Jahres haben die Kirchbürger von katholisch Montlingen-Eichenwies den Planungskredit für den Bau eines neuen Pfarrhauses verworfen. Im März können sie erneut abstimmen – und können dabei aus drei Varianten wählen.

Max Tinner
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Das heutige Pfarrhaus muss einerseits dringend saniert werden, andererseits genügen der zur Verfügung stehende Platz und die Raumaufteilung heutigen Bedürfnissen längst nicht mehr. Der Kirchenverwaltungsrat favorisiert darum einen Neubau an derselben Stelle. (Archivbild: Max Tinner)

Das heutige Pfarrhaus muss einerseits dringend saniert werden, andererseits genügen der zur Verfügung stehende Platz und die Raumaufteilung heutigen Bedürfnissen längst nicht mehr. Der Kirchenverwaltungsrat favorisiert darum einen Neubau an derselben Stelle. (Archivbild: Max Tinner)

MONTLINGEN. Die Deutlichkeit, mit der letztes Jahr das Montlinger Pfarreiheim-Projekt bachab geschickt wurde, hat den Kirchenverwaltungsrat überrascht. Manchen Kirchbürgern war es zu teuer. Mobil gemacht wurde aber auch gegen den vorgesehenen Abbruch des vermieteten ehemaligen Mesmerhauses neben dem Pfarrhaus. Schliesslich fasste der Kirchenverwaltungsrat den Auftrag, an der diesjährigen Bürgerversammlung ein überarbeitetes und vor allem günstigeres Projekt vorzulegen.

Diesen Auftrag erfüllt er nun gleich dreifach: An der Kirchgemeindeversammlung vom Freitag, 22. März, werden die Kirchbürger aus drei Varianten auswählen können. Favorisiert wird vom Kirchenverwaltungsrat nach wie vor ein Neubau an der Stelle des heutigen Pfarrhauses. Allerdings wird auf den Abbruch des Mesmerhauses von vornherein verzichtet, und die Kosten liegen gut 300 000 Franken unter dem letztjährigen Projekt.

Neubau holt Maximum heraus

Ein Neubau hat den Vorteil, dass man nicht an die heutige Raumaufteilung in dem alten Haus gebunden ist. Der neue, grössere Pfarreisaal liesse sich stützenfrei bauen und wäre über ein neues Foyer auf der der Kirche zugewandten Hausseite auch mit Rollstuhl bequem ebenerdig erreichbar. Die Büro- und Besprechungsräume im Obergeschoss würden nebst mit einer Treppe auch mit einem Lift erschlossen.

Ausserdem ist ein Jugendraum vorgesehen. Für diesen möchte die Kirchenverwaltung den derzeit mit gut 108 000 Franken geäufneten Agnes-Rüst-Fonds auflösen, so dass der bei der Bürgerschaft einzuholende Baukredit statt 2,3 Mio. Franken noch gut 2,19 Mio. Franken ausmachen würde. «Ohne Erdsonde und kontrollierte Lüftung, die wir vorgesehen haben, kämen wir sogar unter die Zwei-Millionen-Grenze», sagt Daniel Kühnis, Präsident des Kirchenverwaltungsrates. Eine möglichst umweltverträgliche Heizung hält der Kirchenverwaltungsrat aber in der heutigen Zeit für nötig.

Nur bedingt behindertengerecht

Dem Neubauprojekt stellt der Kirchenverwaltungsrat einen Umbau für gut 1,2 Mio. Franken oder auch nur eine aufs nötigste beschränkte Renovation des Pfarrhauses für rund 147 000 Franken gegenüber. Beim Umbau wird das Gebäude bis auf die Tragkonstruktion rückgebaut. Die heute ungünstige Raumaufteilung könnte teilweise verbessert werden, indem einzelne Wände abgebrochen und an anderer Stelle neu eingezogen werden. Zur Verbesserung der Statik müssten Stahlträger eingebaut werden. Das ganze Haus würde neu gedämmt, bekäme neue Fenster und eine neue Heizung. Auch Sanitär- und Elektroinstallationen wären zu erneuern. Auch in diesem Projekt ist eine Erdsondenheizung vorgesehen. Nicht realisieren liesse sich hingegen ein ebenerdiger Zugang. Man könnte den Pfarreisaal lediglich mit einer Rampe bedingt behindertengerecht zugänglich machen. Immerhin sieht auch dieses Projekt einen Lift ins Obergeschoss vor.

Renovation mit dem Pinsel

Noch weniger weit geht die Renovationsvariante, die mehr oder weniger eine Pinselrenovation wäre. Hier würde die heutige Raumaufteilung bestehen bleiben. Saniert würde nur das Nötigste, zum Beispiel die Elektroinstallation. Im Besonderen die Ölheizung bliebe die alte; lediglich den Brenner würde man ersetzen und allenfalls defekte Ventile. Auch die Isolation bliebe für heutige Verhältnisse dürftig – was weiterhin entsprechend hohe Heizkosten zur Folge hätte. Im Obergeschoss wären zwei Büros und zwei Sitzungszimmer zu möblieren. Aber sowohl das Obergeschoss, als auch der Pfarreisaal blieben nur über Treppen zugänglich.

Keine Steuerfusserhöhung

Neubau oder Umbau würde man ab 2015 über 25 Jahre amortisieren. Eine Steuerfusserhöhung ist so weder für die eine noch für die andere Variante nötig. Die Kosten für die Renovation würde man auf zwei Jahre aufteilen; die erste Hälfte würde den Reserven belastet, die zweite über die laufende Rechnung finanziert. So läge 2016 möglicherweise sogar eine Steuerfussreduktion um 2% drin. Der Kirchenverwaltungsrat favorisiert gleichwohl die Neubauvariante. Man habe sich intensiv mit den Anforderungen auseinandergesetzt, sagt Daniel Kühnis. Man brauche mehr Platz: für die vielen kirchlichen Kleingruppen und ihre Aktivitäten, für Kirchenbesucher, die sich bei Apéros oder einem kleinen Imbiss nach dem Gottesdienst im Pfarreisaal oder im Foyer treffen, für die Mitarbeiter, die auf gute Arbeits- und Besprechungsräume zählen können, für das Archiv, das im Pfarreiheim integriert werden soll … «In Montlingen hat die Kirche noch einen hohen Stellenwert und prägt das Dorfgeschehen», betont Kühnis, «und wir möchten die Angebote noch ausbauen können – für eine fortschrittliche, sich weiterentwickelnde kirchliche Gemeinschaft.»

Mehrstufige Abstimmung

Das Abstimmungsprozedere für die Bürgerversammlung sieht vor, dass die Kirchbürger zunächst zwischen den Varianten Neubau und Umbau entscheiden. Die hierbei favorisierte Variante wird dann noch der Renovation gegenübergestellt. Wenn dann feststeht, welche der drei Varianten die bevorzugte ist, werden die Kirchbürger schliesslich über den entsprechenden Finanzierungsantrag befinden.

Am Montag, 4. März, findet eine Vorversammlung statt, während der die Projektvarianten detailliert vorgestellt werden. Anträge seitens der Kirchbürgerschaft zuhanden der Kirchbürgerversammlung vom Freitag, 22. März, sind dem Kirchenverwaltungsrat vorgängig schriftlich einzureichen. Beide Versammlungen finden in der Kirche statt und beginnen um 20 Uhr.