Neues Hääs für die Platzmacher

ALTSTÄTTEN. Die Blaternbutzen bahnen an der Spitze der Fasnachtsumzüge den folgenden Gruppen den Weg durchs Publikum. Die Röllelibutzen als Organisatoren der Altstätter Strassenfasnacht schätzen dies sehr. Darum haben sie sie neu eingekleidet.

Max Tinner
Drucken
Teilen
Hinter den Larven der Blaternbutzen verstecken sich Altstätter Schülerinnen und Schüler. Hinten hüpfend, von links: Fasnachts-OK-Präsident Alex Zenhäusern, Röllelibutzen-Vereinspräsident Carlo Pinardi, Blaternbutzen-Rekrutierer Marco Ferrari, Fasnachts-OK-Marketingchef und Blaternbutzen-Ausstatter Ruedi Sieber. (Bild: Max Tinner)

Hinter den Larven der Blaternbutzen verstecken sich Altstätter Schülerinnen und Schüler. Hinten hüpfend, von links: Fasnachts-OK-Präsident Alex Zenhäusern, Röllelibutzen-Vereinspräsident Carlo Pinardi, Blaternbutzen-Rekrutierer Marco Ferrari, Fasnachts-OK-Marketingchef und Blaternbutzen-Ausstatter Ruedi Sieber. (Bild: Max Tinner)

Wenn sich Zuschauerinnen und Zuschauer vor dem nahenden Umzug etwas gar weit in die Gasse hinaus recken, um bereits einen Blick auf die Fasnachtsgruppen zu erhaschen, werden sie von wilden Blaternbutzen in die Publikumsreihen zurück geprügelt. Das sieht wüster aus als es tatsächlich ist. Weh tun die luftgefüllten Ballons, mit denen die Butzen Platz schaffen, nämlich nicht. Es ist für die Zurückgedrängten eher peinlich: Die Ballons sind nämlich keine Luftballons aus Gummi, sondern nach jahrhundertealtem Brauch aufgeblasene getrocknete Schweineblasen. Als Platzmacher erweisen die Blaternbutzen den ihnen folgenden Umzugsgruppen einen wertvollen Dienst. Dafür sind ihnen die Röllelibutzen als Organisatoren der Altstätter Strassenfasnacht dankbar. Sogar dermassen, dass sie ihre jugendlichen Wegbereiter jetzt neu eingekleidet haben.

Relikt alten Brauchtums

Anders als die Ehrendamen gehören die Blaternbutzen nämlich nicht zu den Röllelibutzen. Sie sind aber kulturell ebenso tief verwurzelt. Blaternbutzen seien Relikte alten alemannischen Fasnachtsbrauchtums ebenso wie die Röllelibutzen, erklärt Fasnachts-OK-Präsident Alex Zenhäusern. Früher hätten auch der Altstätter Bär und Hellebardisten zur Altstätter Fasnacht gehört. Übrig geblieben von diesen urtümlichen Fasnachtsfiguren seien einzig die Röllelibutzen und eben die Blaternbutzen. Auch dies war für die Röllelibutzen mit ein Grund, die Blaternbutzen neu auszustatten.

Geschneidert wurden die Kostüme im Atelier von Leons Männermode an der Rorschacherstrasse. «Uns Röllelibutzen ist wichtig, wenn immer möglich einheimisches Gewerbe als Lieferanten zu berücksichtigen», betont Ruedi Sieber, der für die Neuausstattung der Blaternbutzen verantwortlich war. Die Näherin des Altstätter Modegeschäfts gab auch entscheidende Tips für das neue Blaternbutzen-Hääs. Es sollte nämlich aus robustem Stoff sein, der möglichst Jahrzehnte durchhält.

In den Altstätter Farben

Es sollte ausserdem so geschnitten sein, dass es sowohl von einem kleineren als auch von einem bereits etwas grösseren Kind getragen werden kann und dass darunter auch noch Platz für wärmende Kleidung ist – schliesslich ist's während der Fasnacht ja nicht selten kalt. Deswegen sah man auch von der ursprünglich ins Auge gefassten schlank geschnittenen Gardistenuniform ab. Farblich kommen die Blaternbutzen nun in Rot, Schwarz und Gold daher – in den Altstätter Wappenfarben. Ausserdem tragen die Butzen den Altstätter Wappenbären über dem Herzen.

Auch Larven haben die Röllelibutzen den Blaternbutzen neue spendiert. Vorgesehen waren zunächst solche aus Holz. Das hätte zwar edel ausgesehen. Weil aber jedes Jahr andere Schüler in den Kostümen der Blaternbutzen stecken, entschied man sich aus hygienischen Gründen für einfache Masken, die nur eine Fasnacht lang gebraucht und dann ersetzt werden.

Aktuelle Nachrichten