Neue Zahlen
Kaum Studierte, aber viele Lehrabgänger: So steht es um die (Berufs-)Bildung der Rheintalerinnen und Rheintaler

Im Rheintal leben deutlich weniger Hochschulabsolventen als in anderen Regionen des Kantons.

Seraina Hess
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Wer im Rheintal lebt, packt gerne an: Lehrabgänger sind hier im Vergleich mit Hochschulabsolventen deutlich in der Überzahl.

Wer im Rheintal lebt, packt gerne an: Lehrabgänger sind hier im Vergleich mit Hochschulabsolventen deutlich in der Überzahl.

Bild: Keystone

Wer im Rheintal lebt und arbeitet, hat nach der obligatorischen Schule mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Lehre abgeschlossen. Denn für rund 46 Prozent der 25- bis 64-jährigen ständigen Wohnbevölkerung stellt die berufliche Grundbildung die höchste abgeschlossene Ausbildung dar. Dazu zählen die Anlehre, eine zwei- bis vierjährige Lehre, eine Vollzeitberufsschule, ein Handelsdiplom, eine Ausbildung in einer Lehrwerkstätte oder eine ähnliche Ausbildung.

Mit diesem Resultat belegt das Rheintal innerhalb des Kantons einen Spitzenplatz: Nur in einem Wahlkreis gibt es prozentual mehr Personen mit einem Lehrabschluss als höchste abgeschlossene Ausbildung, nämlich im Toggenburg (50,3 Prozent). Das geht aus der Schweizerischen Strukturerhebung hervor, veröffentlicht von der kantonalen Fachstelle für Statistik. Die Ergebnisse, die sich auf den Zeitraum von 2017 bis 2019 beziehen, sind Hochrechnungen und deshalb als Schätzungen zu interpretieren.

Region beheimatet kaum Akademiker

Wenig erstaunlich belegt das Rheintal die hinteren Ränge, wenn es um Hochschulabschlüsse geht, also um den Bevölkerungsanteil mit Ausbildungen an der Uni, an der ETH, an der pädagogischen Hochschule oder an der Fachhochschule: Hier liegt die Region gerade einmal bei 12,6 Prozent und damit rund drei Prozentpunkte unter dem kantonalen Schnitt. Weniger Studierte gibt es einzig im Toggenburg mit 9,5 Prozent, am meisten im Wahlkreis St.Gallen (21,7), gefolgt von Werdenberg (18,1).

Wie im gesamten Kanton zeigt sich im Rheintal ein leichtes Ungleichgewicht, was die Geschlechterverteilung angeht: Von den 25- bis 64-jährigen Rheintalern haben 13,8 Prozent einen Hochschulabschluss in der Tasche, bei den Rheintalerinnen sind es mit 11,3 Prozent etwas weniger.

Deutliche Unterschiede zwischen Geschlechtern

Augenscheinlicher wird die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern bei der höheren Berufsausbildung, also bei der Fach- und Berufsausbildung mit eidgenössischem Fachausweis, Diplom oder Meisterdiplom, bei der Technikerschule, der höheren Fachschule, HTL, HWV, HFG und HFS. Mit 16,6 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung liegt der Gesamtwert im Rheintal zwar exakt im kantonalen Schnitt.

Allerdings besitzen deutlich mehr Männer eine höhere Berufsausbildung als Frauen: 22,2 Prozent stehen 10,3 Prozent gegenüber. Das Verhältnis ist über alle Regionen des Kantons hinweg unausgeglichen – jedoch nirgends so stark wie im Rheintal.