Neue Wege ausprobieren

Weihnachten rückt näher. Viele Menschen freuen sich auf dieses «anmächelige» Fest. Doch die Stimmung ist an diesen Tagen vor Weihnachten bei den Menschen geteilt.

Jürgen Kaesler, Pfarreibeauftragter In Rüthi
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Einsamen Menschen kann es an Weihnachten wohltun, wenn sie wagen neue Wege auszuprobieren und nicht in ihrer Einsamkeit verharren. (Bild: Shutterstock)

Einsamen Menschen kann es an Weihnachten wohltun, wenn sie wagen neue Wege auszuprobieren und nicht in ihrer Einsamkeit verharren. (Bild: Shutterstock)

Weihnachten rückt näher. Viele Menschen freuen sich auf dieses «anmächelige» Fest. Doch die Stimmung ist an diesen Tagen vor Weihnachten bei den Menschen geteilt.

Die einen bereiten ihre Festtage voller Schaffenskraft vor: Sie kaufen viele Waren ein, sie kochen und backen. Sie gehen eifrig den Familientraditionen nach.

Andere Menschen fürchten sich vor den Feiertagen. Vielleicht sind sie nach einem Todesfall oder einer Trennung zum ersten Mal in ihrem Leben allein an diesen Tagen – etwas Ungewohntes und gleichzeitig Beängstigendes. Es kann auch sein, dass sie wie jedes Jahr schmerzlich spüren, dass ihr Leben einsamer verläuft, als ihnen lieb ist. Weihnachten ist das Fest der Sehnsucht, Weihnachten weckt Erinnerungen an glückliche und unglückliche Kindheitstage und ruft viele Gefühle wach. Weihnachten ist für einsame Menschen aber oft auch ein sehr einsames Fest.

Weihnachten wird oft Fest der Familie genannt. Doch dieses Fest findet nicht nur für Familien, sondern auch für Singles, Witwen und Witwer, Verlassene, kurz: für alle statt – auch für die, die nicht mit der Familie zusammen sein können oder wollen.

Ich beobachte, dass es jenen einsamen Menschen besser geht, die den Mut haben, nicht mehr lebbare Traditionen über Bord zu werfen und neue Wege auszuprobieren. Warum nicht mit Freunden ein ausgedehntes Feiertags-Frühstück und anschliessend einen Spaziergang machen? Vielleicht einen Nachbarn oder einen flüchtigen Bekannten dazu einladen, der bisher nur ab und zu mal gegrüsst wurde?

Nicht wenige Menschen engagieren sich ehrenamtlich, gerade an den Festtagen. Sie warten nicht auf Geschenke, sondern schenken anderen ihre kostbare Zeit. Gerade in den Weihnachtstagen gibt es für Ehrenamtliche viel zu tun: in der Telefonseelsorge, in Einrichtungen für Obdachlose, in Spitälern, im Tierheim. Wer sich um andere kümmern kann, wer nicht bei der Familie sein kann, hat eine sinnvolle Aufgabe. Die Freude der anderen steckt die Helfer selbst an und sorgt für fröhliche Weihnachtsgefühle. Christen feiern an diesem Sehnsuchts-Fest Weihnachten, dass Gott ganz zu den Menschen kommt, sie feiern Gott, der bei den Menschen sein will. Das ist ein Riesen-Geschenk. Und Grund genug, sich gegenseitig zu beschenken. Und – egal was wir schenken: wenn wir es mit Freude tun, kehrt die Freude zu uns zurück. Diese Freude beschenkt uns ganz sicher mit einer guten Stimmung.