NEUE VERORDNUNG IM RHEINTAL: Grenzen sprengen und als Region denken

Die vier Gemeinden Altach, Diepoldsau, Hohenems und Lustenau haben für das Naherholungsgebiet am Alten Rhein gemeinsam eine neue Verordnung erarbeitet. Mit neuen Regelungen soll der Lebensraum nachhaltiger öffentlich nutzbar gemacht werden.

Susi Miara
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Von links: Umweltstadtrat Günter Mathis (Hohenems), Saskia Amann (Umweltreferentin Hohenems), Daniel Hutter (Stv. Leiter Unterhaltsdienst Diepoldsau), Christine Bösch-Vetter (Umweltgemeinderätin Lustenau), Bürgermeister Dieter Egger (Hohenems), Bürgermeister Gottfried Brändle (Altach), Rudi Alge (Umweltabteilung Lustenau). (Bilder: mia/pd)

Von links: Umweltstadtrat Günter Mathis (Hohenems), Saskia Amann (Umweltreferentin Hohenems), Daniel Hutter (Stv. Leiter Unterhaltsdienst Diepoldsau), Christine Bösch-Vetter (Umweltgemeinderätin Lustenau), Bürgermeister Dieter Egger (Hohenems), Bürgermeister Gottfried Brändle (Altach), Rudi Alge (Umweltabteilung Lustenau). (Bilder: mia/pd)

Susi Miara

Direkt am Alten Rhein, nicht weit vom «alten Schwimmbad» in Hohenems, stellte Bürgermeister Dieter Egger die neuen Rege- lungen vor. Es sei nicht einfach gewesen, verschiedene Gesetze und Regelungen im EU-Recht sowie im schweizerischen Recht unter einen Hut zu bringen. «Es geht hier aber nicht um Gemeinde- oder Staatsgrenzen, sondern um unsere Natur», waren sich alle Kooperationspartner einig. Gemeinsam möchten die vier Gemeinden diesen wertvollen Lebensraum noch ökologischer gestalten und nachhaltiger öffentlich nutzbar machen. «Die- se Kooperation ist ein erster Versuch, die Grenzen zu sprengen und als Region zu den- ken», sagte Dieter Egger. «Das soll in Zukunft sukzessiv verstärkt werden.»

Badeverbot in Altach aufgehoben

Die Gemeinde Altach hat das Badeverbot am Alten Rhein aufgehoben und für Hunde einen generellen Leinenzwang eingeführt. Weiter gilt im Naherholungsgebiet ein Musikverbot. Nichtverstärkte, stimmungsvol- le Lagerfeuermusik bleibt aber weiterhin erlaubt. Drüber hin- aus gilt in Altach ein Campingverbot. Ausgenommen ist das Aufstellen von Kleinzelten durch Nachtfischer.

Daniel Hutter vom Unterhaltsdienst Diepoldsau informiert über die Verbesserungen im Bereich des Müllentsorgungssystems mit den öffentlichen Abfallsammelstellen und solarbetriebenen Abfallkübeln mit integrierter Presse.

Die Gemeinde Hohenems hat drei neue öffentliche Grillstellen eingerichtet. Als besonderer Service wird Brennholz der Hohen- emser Forstabteilung kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Verbrennen von Totholz ist ab sofort verboten. Auch die Müllentsorgungsmöglichkeiten wurden optimiert: An beiden Eingängen zum Hohenemser Teil des Alten Rheins wurden Holzhütten errichtet, in denen Brennholz, Hundekot-Sackspender und Abfalleimer zur Verfügung stehen. Auch bei der nördlichsten Grillstelle steht Brennholz zur Verfügung. Wie in Altach besteht auch in Hohenems Leinenzwang für Hunde und das Verbot von lauter, verstärkter Musik.

Sowohl Hunde- als auch Pferdebesitzer können sich dafür über eine neue offizielle Wat- stelle freuen, wo es erlaubt ist, die Vierbeiner waten oder baden zu lassen. Zusätzlich wird dort auch ein kurzer neuer Reitweg (Auf- und Abstieg vom Reitweg zur Watstelle) zur Erreichung der Watstelle geschaffen, damit die Pferde den Fahrradweg nur queren müssen und nicht mehr darauf gehen.

Glasflaschen dürfen wie bisher nicht mitgebracht werden, um die Verletzungsgefahr durch Scherben zu mindern. Auf Ho- henemser Gebiet gilt ausserdem ein Campingverbot, ausgenommen sind Nachtfischer mit gültiger Angelkarte.

Reitroute wird baulich verbessert

Lustenau hat bereits im Zuge der Radwegverlegung vor zwei Jahren seine Rad-, Reit- und Gehwege sowie einen neuen Parkplatz bei der Schmitter Brücke behutsam neu gestaltet.

Bis im Herbst soll ein neues Infosystem an den Eingängen fertiggestellt und der 20 Jahre alte Naturlehrpfad generalsaniert werden. Ausserdem wird die Reitroute im Abschnitt Heidensand neu ausgeschildert und baulich verbessert. Am schmalen Uferweg zwischen Schmitter Brücke und Gemeindegrenze Ho- henems musste aus Sicherheitsgründen ein Reitverbot erlassen werden.