Neue Risse im Ober Weidist

Die Stadt Altstätten schätzt die Unwetterschäden auf etwa 2,5 Mio. Franken. Im Ober Weidist sind neue Risse entstanden. Beim Auerbach in Eichberg haben sich Rutsche ereignet. Auch dort wird die Situation beobachtet.

Kurt Latzer
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Der Holzfangrechen Lattenwald auf dem Gebiet der Gemeinde Eichberg am Samstagmittag. (Bild: pd)

Der Holzfangrechen Lattenwald auf dem Gebiet der Gemeinde Eichberg am Samstagmittag. (Bild: pd)

ALTSTÄTTEN/EICHBERG. Die Situation beim Brendenbach in Altstätten hat sich nicht verändert. Die Verschüttungen im Bach sind stabil und der Wasserabfluss ist gewährleistet, teilt die Stadtkanzlei mit. Anhand der installierten Kamera im verschütteten Bachgebiet können Veränderungen rasch erkannt werden. Für die Stadt bestehe zurzeit keine Gefahr.

2,5 Mio. Franken Schaden

Die eingesetzte Projektgruppe (Vertreter Technische Betriebe, Melioration, Bauamt und Stadt) habe eine erste Aufstellung der entstanden Schäden erstellt. Die Stadt Altstätten muss mit Kosten von etwa 2,5 Mio. Franken rechnen. Kostenbeteiligungen Dritter sind dabei noch nicht berücksichtigt. Der Kanton St. Gallen habe den betroffenen Gemeinden ausserordentliche Beiträge für die Unwetterschäden in Aussicht gestellt; zum Beispiel für Wasserbauten, Strassenreparaturen und dergleichen. Die Stadt Altstätten werde bei allen möglichen Stellen die entsprechenden Kostenbeteiligungen beantragen.

Ober Weidist meiden

Im Gebiet Ober Weidist sind zwar neue Risse jedoch keine grösseren Verschiebungen mehr entstanden. Die Pumpleitung zum See ist weiterhin in Betrieb. Die Situation ist leider noch nicht stabil und wird täglich beobachtet. In den nächsten Tagen wird mit einem Expertenteam die Lage begutachtet.

Danach wird die Stadt Altstätten die weiteren Schritte festlegen. Die Stadtverwaltung bittet die Bevölkerung, das Gebiet im Ober Weidist weiterhin zu meiden.

Rechen musste geräumt werden

Die lang anhaltenden und intensiven Niederschläge zwischen dem 31. Mai und 2. Juni haben den Wasserstand des Auerbachs anschwellen lassen. In der Nacht vom Freitag auf Samstag wurden 47 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen. Bereits am Nachmittag des 1. Juni musste der Holzfangrechen Lattenwald von Holz und Geschiebe befreit werden. In den vergangenen Tagen wurden auch die gefüllten Kiesfänge Chäpfli und Krenz geleert. Begehungen haben gezeigt, teilt die Gemeindekanzlei weiter mit, dass ein grosser Rutsch, viel Erdmaterial mit grossen Blöcken, sowie an vielen Stellen grosse Bäume im ufernahen Bereich in den Bachlauf gefallen sind. Zudem seien kleinere Bäume inklusive Wurzelstock bis in den Bachlauf abgerutscht.

Einsprachen offen

Der Gemeinderat werde in den kommenden Wochen die Situation zusammen mit Spezialisten vor Ort begutachten und über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die Wasserbauprojekte Oberlauf und Unterlauf sind derzeit noch immer durch Einsprachen blockiert. Mit den Einsprechern werden nochmals Verhandlungen durchgeführt, mit dem Ziel, die Bauarbeiten im Bereich des Oberlaufes in Angriff nehmen zu können.