Neue Ausbildung in Altersheimen

Die Alters- und Pflegeheime der Region haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam diplomierte Pflegefachpersonen HF auszubilden.

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Vreni Wüst, Projektleiterin Berufe, Gesundheit & Soziales, stv. Geschäftsführerin OdA, und die Mitglieder der Verbundskommission zur Ausbildung diplomierter Pflegefachpersonen HF: Birgit Akermann, Haus Sonnengarten, Altstätten; Sebastian Spirig, Pflegewohnheim Thal-Rheineck; Urs Trinkler, Haus Viva, Altstätten; Laurent Déverin, Geserhus, Rebstein; Yvonne Naef, Zentrum Augiessen, Widnau. Ausbildungsverantwortliche ist Jasmin Forster, Stationsleiterin Zentrum Augiessen (v. l.). Bild: pd

Vreni Wüst, Projektleiterin Berufe, Gesundheit & Soziales, stv. Geschäftsführerin OdA, und die Mitglieder der Verbundskommission zur Ausbildung diplomierter Pflegefachpersonen HF: Birgit Akermann, Haus Sonnengarten, Altstätten; Sebastian Spirig, Pflegewohnheim Thal-Rheineck; Urs Trinkler, Haus Viva, Altstätten; Laurent Déverin, Geserhus, Rebstein; Yvonne Naef, Zentrum Augiessen, Widnau. Ausbildungsverantwortliche ist Jasmin Forster, Stationsleiterin Zentrum Augiessen (v. l.). Bild: pd

Es wird immer schwieriger, diplomiertes Pflegepersonal für die Langzeitpflege zu finden. Deshalb bieten 15 Altersheime zwischen Altstätten und Thal neu im Verbund eine dreijährige Ausbildung zur diplomierten Pflegefachperson HF an. Angestellt werden die Studierenden von der Gemeinde Widnau, die das Zentrum Augiessen betreibt. Die Ausbildung absolvieren sie im Turnus in Widnau, Diepoldsau, im Geserhus in Rebstein, im Haus Viva und im Sonnengarten, Altstätten.

Die genannten fünf Alters- und Pflegeheime bilden die Studierenden aktiv aus. Die anderen zehn Heime tragen zur Finanzierung bei. Die Verbundskommission, in der auch die passiven Heime Einsitz haben, wurde letzte Woche an der Gründungsversammlung einstimmig gewählt. Ebenso der Leitbetrieb Zentrum Augiessen. Nicht mit eingebunden sind die Altstätter Heime Forst und Blumenfeld, da deren Zukunft nicht gesichert ist.

«Im Wettbewerb der Pflegekräfte bestehen»

«Wir müssen selbst qualifizierte Mitarbeitende ausbilden, damit wir hier im Rheintal im Wettbewerb um die Pflegekräfte bestehen können», unterstreicht Yvonne Naef, Leiterin Zentrum Augiessen. Sie hat zusammen mit Werner Meier Einsitz im Vorstand des Heimverbandes Curaviva. Was sie dort aufgreifen, fliesst direkt in die Rheintaler Erfa-Gruppe ein. Und so hat sie auch den Impuls zur Ausbildung von Pflegefachpersonen HF eingebracht und ist mit dieser Idee auf offene Ohren gestossen.

Tatkräftig unterstützt wird die Gruppe von Vreni Wüst, Projektleiterin Berufe, Gesundheit & Soziales und stv. Geschäftsführerin OdA (SG/AR/AI/FL). Die Verträge sind unterschrieben, die Ausbildungsstrukturen in den Betrieben sichergestellt, das Anerkennungsverfahren eingereicht. «Die Angebote sind da, im März 2017 können die Ausbildungen beginnen», verspricht die Projektleiterin, die den Lehrgang bereits an der OBA präsentiert hat. Die dreijährige Ausbildung zur dipl. Pflegefachperson HF, Bereich Langzeitpflege, eignet sich vor allem für jene, die mit pflegebedürftigen und älteren Menschen eine längerfristige Beziehung eingehen möchten, als dies im hektischen Spitalumfeld möglich ist. Angesprochen sind in erster Linie junge Leute, der Lehrgang ist aber auch offen für Quereinsteigende. Für Fachpersonen Gesundheit EFZ dauert die Vollzeitausbildung zwei Jahre.

«Auch im Fussball zieht man die Junioren nach»

«Es ist toll, dass alles so schnell über die Bühne gegangen ist», sagt Susi Hutter, Leiterin des Diepoldsauer Alters- und Pflegeheims Rheinauen. Zwei ihrer Mitarbeitenden haben den vorgeschriebenen SVEB-Kurs für Ausbildende bereits absolviert. Sie freut sich, dass Widnau den Lead übernommen hat: «Dahinter steckt viel Arbeit.» Dass die Zusammenarbeit unter den Rheintaler Heimen gut funktioniert, bestätigt auch Urs Trinkler, Leiter Haus Viva, das derzeit in Altstätten 16 Lernende und Praktikantinnen ausbildet, darunter 14 in der Pflege.

Früher seien die Heimleiter Einzelkämpfer gewesen, heute tausche man sich sehr offen aus und halte die Kennzahlen nicht mehr unter Verschluss. Auch Trinkler ortet bei den Pflegefachpersonen Handlungsbedarf. «Im Fussball ist klar, da zieht man die Junioren nach. Das müssen wir auch in der Pflege tun.» (pd)

www.odags.ch; www.bzsl.ch